Autor: Gast Thema: Medikamente  (Gelesen 875 mal)

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Nagah

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Medikamente
« am: Februar 07, 2011, 15:02:14 Nachmittag »
Wie lange Dauert es in etwa bis ein Medikament auf dem Markt kommt?
Von der Entdeckung bis in die Apotheke..

Offline mimPutz

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Re: Medikamente
« Antwort #1 am: Februar 25, 2011, 10:00:59 Vormittag »
So weit ich in Erinnerung habe ungefähr 10 Jahre von der Entdeckung und Sicherung der Wirkung an, bis alle Tests und Bewilligungsverfahren durchlaufen sind.
Was man also heute an neuen Medikamenten von der Forschung als Erfindungen und Entdeckungen hört kann um die 10 Jahre später auf den Markt kommen.

Diese Frist kann sich verkürzen, besonders wenn es um nicht ein Medikament sondern eine Methode ginge, also z.B. eine OP-Technik, möglicherweise auch, wenn es sich nur um eine Variante eines Medikamentes handelt. Gerade das hat aber auch schon zu Fehlern geführt.

Unter die Tests gehören viele Tierversuche und Versuche an Geweben. Manche Tierversuche könnten eingespart werden ohne Informationsverlust, würde man die Reihenfolge umstellen und erst Versuche an isoliertem lebenden Gewebe anstellen.

Informationen zu diesem Thema kannst Du finden unter:
Schnelltest für neue Medikamente: Vorteile und Nachteile
Zitat
Seit Jahresbeginn können Arzneimittelhersteller neue Medikamente nur noch dann einführen, wenn deren Nutzen nachgewiesen werden konnte. So soll sich zeigen, ob das neue Medikament wirklich signifikant besser ist als die bereits am Markt vorhandenen Präparate. Die Tests der neuen Medikamente werden direkt nach deren Einführung vom Gemeinsamen Bundesausschuss vorgenommen. In diesem Ausschuss sind Vertreter von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen tätig, die die Angaben sowie die Aufzeichnungen der Hersteller genauer unter die Lupe nehmen.

Bewertung von Medikamenten soll Kosten senken
Bundesgesundheitsminister Philipp Rösler wollte mit der Einführung der neuen Schnellprüfung die explodierenden Kosten im Gesundheitssektor reduzieren. Dass diese neue Prüfung nun endlich eingeführt werden konnte, lobt auch Rainer Hess, der als Vorsitzender des Gemeinsamen Bundesausschuss tätig ist. In anderen Ländern wäre eine derartige Prüfung längst Standard, so Hess.

Studie erfasst nicht alle Patientengruppen
Wurde ein Medikament als nutzvoll eingestuft, ist es nun möglich, mit den Herstellern über den Preis zu verhandeln. Problematisch sieht Hess jedoch, dass die vorhandenen Studien oft nicht alle Patientengruppen berücksichtigen. Auch sei es möglich, dass in Folge der Nutzenstudie viele Hersteller nun auf weitergehende Studien verzichten, da der Nutzen der Medikamente ja bereits festgestellt sei.

Medikamente ohne Nutzen gelangen trotzdem in die Apotheke
Trotz des Lobes für die neue Schnellprüfung sehen viele Experten diese dennoch skeptisch. Schließlich wird ein Medikament trotz negativer Nutzenprüfung nicht vom Markt genommen und können daher weiter an die Patienten ausgegeben werden. Erst nach weiteren Studien wäre es Jahre später möglich, das Medikament schließlich doch vom Markt zu nehmen.
Gefahr für Patienten
Für die Versorgung der Patienten können sich so Gefahren ergeben. Schließlich sei es möglich, dass Medikamente auch dann noch verschrieben werden, wenn ihre Wirkung schlechter ist als bei anderen Arzneimitteln. Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission, Wolf-Dieter Ludwig, verlangt daher weitergehende Untersuchungen, die den Nutzen von Medikamenten auch im Langzeitvergleich nach zwei bis drei Jahren belegen.


Pharmakogenomik in der Therapie - Möglichkeiten und Grenzen
Zitat
Die Pharmakogenomik beschäftigt sich mit der Vorhersage von erwünschten und unerwünschten Arzneimittelwirkungen aufgrund genetischer Analysen. Es handelt sich dabei um ein Arbeits- und Forschungsgebiet der Pharmakologie, das in den letzten Jahren eine sprunghafte Entwicklung erfahren hat. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass nur bei etwa 30 bis 70% aller Patienten, die Standardarzneimittel einnehmen, der gewünschte Behandlungserfolg erzielt wird. Es ist davon auszugehen, dass individuelle Faktoren - und hier besonders der genetische Hintergrund des Patienten - zum Erfolg oder Misserfolg der Behandlung beitragen. Für den therapierenden Arzt bedeutet dies, dass er nach dem Verfahren von Versuch und Irrtum oft mehrere Behandlungsstrategien erproben muss. Patienten machen so die Erfahrung, dass an ihnen Therapien "ausprobiert" werden. Dies verringert die Motivation der Patienten zu einer aktiven Unterstützung der Therapie und belastet die Arzt-Patienten-Beziehung.
 
Die Tatsache einer oft nur begrenzten Ansprechrate von Arzneimitteln bedeutet andererseits für die pharmazeutische Industrie, dass Populationen für klinische Studien zum Wirksamkeitsnachweis oft sehr groß gewählt werden müssen. Hieraus ergeben sich teilweise immense Kosten und eine sehr lange Entwicklungszeit für neue Medikamente.
 
Untersuchungen aus den USA gehen davon aus, dass jährlich etwa 100.000 Patienten an unerwünschten Arzneimittelwirkungen sterben, und leiten daraus einen volkswirtschaftlichen Verlust von rund 100 Milliarden $ pro Jahr ab. Auch hier spielen - neben klaren Fällen von Fehlanwendungen wie falscher Dosierung oder Nichtberücksichtigung von Arzneimittelinteraktionen - in nicht unerheblichem Maß unvorhersehbare unerwünschte Arzneimittelwirkungen eine Rolle. Dabei geht man davon aus, dass die individuelle genetische Disposition einen entscheidenden ursächlichen Einfluss auf solche unerwünschten Arzneimittelreaktionen hat.
.......

und immer noch läuft die Forschung nach Krankheiten der schlecht bezahlenden Gebiete auf Sparflamme: Malaria und Lepra finden trotzdem statt, denn wer investierte auch in einen Markt, der gar nichts abwerfen kann?
Einst glaubte ich zu wissen, heut weiss ich, dass auch dies ein Glaube war.

Offline Emirades

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Re: Medikamente
« Antwort #2 am: Februar 25, 2011, 11:42:03 Vormittag »
 :ga:
Wer Glück sucht
muß sich zuerst selbst finden.

Nagah

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Re: Medikamente
« Antwort #3 am: Februar 25, 2011, 11:44:44 Vormittag »
Ja sehr  :ga:

 

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