Autor: Gretchen1943 Thema: Zu verschenken1  (Gelesen 646 mal)

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Offline Gretchen1943

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Zu verschenken1
« am: Juni 08, 2019, 11:12:06 Vormittag »
Vor vielen, vielen Jahren stöberte mein Mann gern in der Zeitung "Zweite Hand" durch die Rubrik "Verschenke". Das fällt mir im Moment wieder verstärkt ein. Ich verschenke gerade etliche Reprintausgaben toller, sehr alter Bücher, die mein Sohn einmal nicht aufheben möchte. Kochbuch von 1898, Backbuch von 1904, Großmutters Backbuch (noch älter), ein dickes Handarbeitsbuch von 1894 u.a. Es war gar nicht so einfach, im Umfeld jemanden zu finden, der ebensolche Freude an diesen alten Büchern hat wie ich. Und Anna, die Sammlerin, gibt es ja für mich nicht mehr. Teils liegt es daran, dass heute kaum noch jemand Sütterlin lesen kann, teils daran, dass nur noch wenige jüngere Leute selbst backen und schon gar nicht handarbeiten. Aber nun haben alle neue Besitzer gefunden und ich freue mich darüber. Ich glaube, die Therapeutinnen wollten einfach eine Erinnerung an mich haben.  :laugh: Eine brachte sogar ihren Mann mit, damit er sich meine große Bibliothek anschauen konnte. Für mich war das auch ein schöner Nachmittag. Ich liebe nun mal Bücher, sitze noch heute gern im Rollstuhl vor den Regalen und nehme das eine oder andere Buch in die Hand.
Das Leben ist schön - auch jetzt noch.

Offline Gretchen1943

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Re: Zu verschenken1
« Antwort #1 am: September 20, 2019, 00:06:02 Vormittag »
Ach ja, meine Phase des Verschenkens nimmt kein Ende.  :laugh: Meinem Sohn und Freunden gegenüber muss ich immer wieder betonen, dass ich meinen Haushalt
n i c h t    so langsam auflösen will, weil ich mich so nach und nach auf den letzten Weg machen werde. Seltsam, jetzt, nach fast 5 Jahren im Rollstuhl kommt mir dieser Gedanke tatsächlich nur noch sehr, sehr selten in den Sinn. Ich trenne mich lediglich von allem, was ich leider gar nicht mehr benutzen kann. Es steht nur sinnlos in der Wohnung herum, während ich Freunden, Therapeuten und Pflegekräften sichtlich Freude bereiten kann. Ich bin oft überrascht, dass diese meine Gaben sogar manchmal den Weg zu einem anderen Patienten finden, der sie gut gebrauchen kann. Zum Beispiel mein Wannenbrett, das Seitenschläferkissen, Kleidung aller Art, alle Kochtöpfe und viel Geschirr, Bücher für die Heimbibliothek usw.


  (ein Bruchteil meiner Bücher  :laugh:)

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