Autor: kunstmalerdon Thema: Die Stellung der Frau in unserer Kultur  (Gelesen 783 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Die Stellung der Frau in unserer Kultur
« am: Februar 23, 2016, 11:25:08 Vormittag »
Die Stellung der Frau in unserer Kultur.

Was für interessante Dinge kann einem die Wikipedia berichten.
Als ich gestern dort so über die Seiten blätterte, da fiel mir auf, dass Albrecht Dürers Mutter bei Ihrer Hochzeit erst 15 Jahre alt war (Naja, das war so 14 / 1500).
Aber was diese Person meiner Ansicht nach so interessant machte, dass sie nicht nur Albrecht Dürer zur Welt brachte, sondern dazu noch 17 weitere Geschwister. Allerdings überlebten insgesamt nur 3 davon die Mutter.
Zu dieser Zeit war das auch nicht normal, aber  ganz allgemein hatten damals alle Frauen die Hauptaufgabe "Muttertier" zu sein. Viele von ihnen verstarben im Kindbettfieber, und ein Spruch von damals soll gewesen sein: "Die Chance ist groß, wenn Dir vier Kinder versterben, dass das fünfte überlebt!"
Und als ich das erst mal einwenig sacken ließ, um es überhaupt zu verstehen, da dämmerte es mir, hier sollte ich doch mal weiter nachdenken, denn in dieser Tatsache könnte es begründet sein, dass wir heutzutage keine "Päpstin" haben!

Die Frauen haben von Anfang an mit dem Kinder entwickeln und gebären die schwierigere, gefährlichere Aufgabe übernommen um die Menschheit bis heute voran zu bringen. Sie waren deshalb auf den Schutz ihres Mannes seit   jeher angewiesen. Sie konnten daher auch ihre Fähigkeit zur Selbständigkeit nahezu nicht entwickeln.
Und wie lange ging das so? Soweit wir wissen, gab es im Altertum keine Krankenhäuser. Krankheiten wurden auf schlechte Ausdünstungen zurückgeführt, und wenn jemand Glück hatte, dann kam er in einen Tempel, wo Räucherungen ihm helfen sollten.
Im Mittelalter erst gab es kleine Krankenhäuser, die aber noch keine wesentlichen Verbesserungen zeigten. Wie sollte das auch sein, wenn es normal war, dass in einer Lagerstatt bis zu vier Kranke lagen, die sich gegenseitig mit anderen Krankheiten ansteckten.
Auch zu dieser Zeit waren Räucherungen als Hauptbekämpfung hoch gehandelt. Sogar ganze Städte wurde seinerzeit so "ausgeräuchert"!

Erst in der Neuzeit (also ca. ab 1850).
Da widmete sich Ignaz Semmelweiß  dieser Aufgabe in  Wien. Er war der erste, der  die Sterblichkeitsrate im Krankenhaus von 18%  auf 1-3% senken konnte im Jahre 1846.
Und als mir das klar wurde, dass jahrhunderttausend Jahre lang die Stellung der Frau soviel Schutzbedürftigkeit notwendigerweise benötigt hatte, da ahnte ich auch warum solange der Mann als Beschützer seine Rolle gelernt und verinnerlicht hatte.
Wer eine 15jährige Frau heiratet muss selber älter und im Leben erfolgreich sein, denn des Mannes Aufgabe war Schutz und Förderung der weiteren Lebensentwicklung bei seiner Ehefrau, der Mutter seiner Kinder.
Das hat natürlich auch seine Auswirkung bis heute, denn in unserer Zeit, da die Möglichkeiten der "Pille" ein ganz anderes Leben möglich machen  kann, müssen wir alle das erst einmal genau verstehen lernen. Und da sind wir entwicklungspolitisch gesehen gerade mal in Anfängen stehen geblieben. Bitte ihr Frauen, versteht das doch auch, so eine unendlich lange Vorgeschichte ist nicht einfach auszuradieren.

Früher verlangten es die Umstände, dass die Frauen nicht selbst entschieden wen sie heiraten wollten, sondern sobald sie geschlechtsreif waren "wurden sie schnellstmöglich verheiratet"!
Das heutige Heiratsalter ist zwischen 24 und 26 zu finden.  Und heute entscheiden Mann und Frau gemeinschaftlich ob und wen sie heiraten.
Die Ehe kam im Mittelalter nach kanonischem Recht auch durch formlosen Vertrag, durch gegenseitige, freiwillige, ausdrückliche Erklärung zustande. Schon seit dem 8.Jahrhundert versuchte die christliche Geistlichkeit  bei der Eheschließung mitzuwirken. Gültige Ehen sollten nur vor einem Priester vollzogen werden können.
Damit hatten die Sippenältesten des Hochmittelalters ausgedient.
Entscheidend sollte die Einwilligung der beiden Brautleute sein. Deshalb der Name "Konsensehe".
Das war aber keine ganz christliche Idee gewesen, denn Aristoteles hatte diesen Gedanken in die Welt gesetzt. Diese Idee aber war verloren gegangen und erst im späten Mittelalter kam diese Einstellung wieder zu neuem Glanz. Und schon damals versuchten die Christen das Heiratsalter möglichst noch oben zu schieben. Das war ja ganz gut, aber die christlichen Ideale erlaubten nicht so viel "Genuss" beim Vollzug der "Ehelichen Pflichten".
Zurückzuführen ist das auf Augustinus. Der meinte erkannt zu haben, dass Adam und Eva im Paradies noch gleichberechtigt waren. Damals hatten sie beide auch zu Recht gemeinsam die sexuelle Lust genossen. Aber dann kam der Sündenfall; die Folge die Ausweisung, mit der Folge, dass die im Paradies empfangenen Kinder außerhalb dieses Paradieses geboren werden mussten.
Wenn es im Psalm  50 heißt: "In Sünden bist Du geboren…" dann heißt das, dass die "Erbsünde"  durch den Geschlechtsverkehr übertragen wurde. Das ist nicht gerade ein Gedanke, der sich überall leicht verbreiten ließ.
Aber auch die katholische Geistlichkeit konnte sich nicht dagegen wehren, dass die meisten Christen argumentierten: Der Mensch ist so, wie er wurde, nach den Plänen "Gottes"geworden, der ihn seinerzeit entworfen und – der Bibel nach –in sechs Tagen auch ausgefertigt hatte. Die ihm innewohnende Geschlechtslust ist ganz klar "gottgewollt" und wer sich dagegenstellt muss eben zusehen, wie weit er damit kommt.
Noch schwirren genug Vorstellungen, die auf Augustinus zurückzuführen sind in den Köpfen der christlichen (vorwiegend der katholischen) Geistlichkeit herum, dass die Frau als die Verkörperung der Verlockung an sich, nicht als vollwertig anzusehen sei. Deshalb haben (katholische) Priester nicht zu heiraten und wir werden vermutlich noch lange Zeit brauchen, ehe wir wieder mal eine Päpstin haben werden.
Hatten wir in Johanna schon mal eine gehabt?
Das ist schnell erzählt.
Ein Mädchen – Johanna – war von ihrem Vater im Thema Geistlichkeit ausgebildet und sehr gut vorbereitet worden, sodass sie im Jahre 855 zum Papst gewählt worden war. Sie nannte sich Johannes III. Das sei erst aufgefallen, als sie auf einer Prozession ein Kind geboren hatte.
Seit 858  habe dann  jeder neu gewählte Papst auf  einem "Sella stercoria" (Stuhl mit durchbrochener Sitzfläche) Platz nehmen müssen Unter diesem hockte ein Priester, der jedem Papst zwischen die Beine greifen musste.
Gültig war die Papstwahl, wenn er laut und vernehmlich "Habet" ("Er hat welche") geschrieen hat.
Nach meinen Informationen ist dieser Brauch heutzutage nicht mehr Brauch.
Schade! Das wäre etwas sehr "menschliches"


Don, 23. 02. 2016
kunstmalerdon

Offline Schwarze_Wolke

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Re: Die Stellung der Frau in unserer Kultur
« Antwort #1 am: Februar 23, 2016, 13:33:50 Nachmittag »
Vielen Dank für die Einblicke! Gerade den ersten Teil finde ich sehr interessant!

Ich denke, wir können echt von Glück reden, dass wir im Hier und Jetzt leben und nicht in einem Hier und Damals. Oder ggf. in einem Anderswo.

Aber auch war der Mann damals ganz anderen Belastungen und Verpflichtungen ausgesetzt. Wo viele Ehepaare sich die Familienfinanzierung teilen, oblag früher die komplette Verantwortung beim Manne. Wenn dieser seinen Job verliert, verliert die ganze Familie ihre Lebensgrundlage. Mal davon abgesehen, dass so gut es sich auch über Hartz 4 und co schimpfen lässt, im Vergleich zu früher ist das ein sozialer Meilenstein.

Offline Petra

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Re: Die Stellung der Frau in unserer Kultur
« Antwort #2 am: Februar 23, 2016, 14:46:12 Nachmittag »
Interessantes Thema  :danke:

Offline kunstmalerdon

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Re: Die Stellung der Frau in unserer Kultur
« Antwort #3 am: Februar 23, 2016, 15:52:02 Nachmittag »
Ja, ein durchaus wichtiger Hinweis wieviel "Sozialität" in unserem Staat heute schon verwirklicht ist.
Aber einige Menschen, nicht nur solche, die in Sachsen wohnen, können noch soviel schreien: "Wir sind das Volk!"
Ich glaube, sie können sozial noch nicht einmal buchstabieren.(Gottseidank gilt das nicht für die Mehrheit in Sachsen!)
Don
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