Autor: HeyJo Thema: Flüchtlinge in Deutschland  (Gelesen 2106 mal)

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Offline HeyJo

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Flüchtlinge in Deutschland
« am: Dezember 10, 2015, 22:48:08 Nachmittag »
Flüchtlinge in Deutschland gab es wohl schon mehr als 2000Jahre lang. Nur nennen wir das von Geschehen von damals "Völkerwanderung" und Deutschland gab auch noch nicht, nur die Landschaft mit viel Wald gab und gibt es immernoch.
Ich helfe ja ab und zu bei der Betreuung von Flüchtlingen mit.
Ich betreue nebenbei Flüchtlinge hier in der Gemeinde, ich glaube, das ist für mich auch eine Spende. Morgen bin ich wieder dran, wobei ich für die Zukunft meinen Blick mehr auf Ausbildung und Handwerk lege. Die jungen Leute aus Afrika und aus dem Orient, die jetzt bei uns leben, brauchen diese Hilfe weit aus mehr, als man sich denken kann.
Nun will die Gemeinde ein ehemaliges Landhotel als Flüchtlingsnotunterkunft für Maximal 80 Bewohner anmieten. Die Gemeinde hat heute Abend dieses Projekt vorgestellt und eine Fragestunde in unserem DGH veranstaltet.
Der Abend hat mich doch teilweise erschreckt, weil in der Bevölkerung, Nachbarn im Dorf, Angst vor den fremden Leuten besteht. Teils durch Unwissenheit, teils durch falschverstandene Propaganda, wohl durch Berichte in den Medien über die vielen Montagsbewegungen in vielen Städten.
Fakt ist für mich, Z Zt. leben ca 100 Flüchtlinge in unserer Gemeinde. Keinerlei Straftaten kamen von diesen Menschen. Laut Polizei (unser Dorfsheriff) ist die Verbrechensrate seit Anstieg der Flüchtlingszahlen sogar erheblich gesunken. Es braucht niemand Angst vor den Flüchtlingen zuhaben, eher die Flüchtlinge vor UNS Deutschen (LEIDER). Ich hoffe das einige Vorurteile ausgeräumt wurden.
Wie ist das bei Euch im Ort, in der Gemeinde, der Stadt.
Ach ja, ich mache jetzt die Fahrradwerkstatt als Hilfe zur Selbsthilfe als Helfer (einer von 18) bei über 8000 Einwohnern. Integration ist Sache der Gesellschaft und nicht der Gemeinde, sagte unser Bürgermeister. Sie sorgt für die Grundlage, eine Menschenwürdige Unterkunft, alles andere muss und kann nur von uns, der Gesellschaft, kommen. Aber zur Integration gehören aber immer auch beide Seiten.

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Offline Schwarze_Wolke

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Re: Flüchtlinge in Deutschland
« Antwort #1 am: Dezember 10, 2015, 23:18:23 Nachmittag »
Also bei uns bekommen wir gar nicht so viel über Flüchtige in der Umgebung mit. Ich weiß, dass sich bei uns die Kirche sehr engagiert und eine syrische Familie im Pfarrhaus lebt.

Was ich aber sehr erschreckend finde, ist dass ich Diskussionen in meinem alltäglichen Leben mitbekomme, die mich gelinde gesagt zutiefst erschrecken! Von Leuten aus der Nachbarschaft oder vom Sportverein kommen Stammtischsprüche wie "Das Boot ist voll" bis zu hasserfülltem Sprüchen wie "dass man dieses Pack doch erschießen soll". Ich meine, mir stößt es auch sauer auf, wenn ich eine Frau in Burka sehe, aber eher weil ich diese Form der Unterdrückung, die unweigerlich darin mitschwillt nicht akzeptieren will. Deppen und schwarze Schafe gibt es leider überall (nur zu genügend in Deutschland), aber ich denke, dass viele Deutsche die z.B. montags abends durch Dresden spazieren gehen sich zu wenig mit der Realität in Krisenländern auseinander gesetzt haben oder wollen und wirklich dumme Sprüche aus vom Elfenbeinturm daher zu reden. Aber auf dieses Phänomen trifft man leider in vielen anderen westlichen Ländern. Siehe Frankreich mit Front National, Polens neue rechte Regierung, Schweden fängt an Grenzen zu ziehen... Ich denke, dass wir in Deutschland aufgrund unserer Vergangenheit noch wesentlich mehr sensibilisiert sind, als das jetzt in Nachbarländern der Fall ist, es uns "nur" als mehr erscheint, da die Berichterstattung eine andere ist.

Offline HeyJo

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Re: Flüchtlinge in Deutschland
« Antwort #2 am: Dezember 11, 2015, 00:01:40 Vormittag »
Die Flüchtlinge, die zZt innerhalb der Gemeinde leben werden zB auch durch den TSV, auch durch die Kirchen, verschiedene andere Vereine und Organisationen(Feuerwehr) betreut und integriert. Außer den 18 Helfern gibt es somit auch Helfer in den Vereinen. Doch sind die offiziellen Helfer der Kommune während ihrer Tätigkeit durch die Gemeinde versichert, wie auch die Flüchtlinge versichert sind.
Die Menschen, die ich so kennengelernt habe, sind nicht dumm, sie entstammen nur einer anderen Kultur und einige können sich nicht so leicht umstellen und das Miteinander im Aufnahmeland  annehmen. Viel Schuld (vielleicht ein falscher Begriff) hat die Religion im besonderen der Islam. Viele flüchten auch vor dieser Religion bzw die Ausübung der Religion. Und je gebildeter die Menschen sind um so schneller werden sie integriert, bzw wird das Leben in der "neuen Welt" angenommen. Und genau diese Menschen, aber nicht alle, möchten zB nach Kriegsende wieder zurück nach Syrien, in die Heimat.   
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Offline Petra

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Re: Flüchtlinge in Deutschland
« Antwort #3 am: Dezember 11, 2015, 08:46:08 Vormittag »
 :gb: e  :im_so_happy:

Ich schreibe nächste Woche mal hier was dazu, habe im Moment keine Zeit... :winkewinke:

Offline Schwarze_Wolke

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Re: Flüchtlinge in Deutschland
« Antwort #4 am: Dezember 11, 2015, 21:17:02 Nachmittag »

Offline kunstmalerdon

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Re: Flüchtlinge in Deutschland
« Antwort #5 am: Dezember 12, 2015, 00:21:38 Vormittag »
Genau wie Du bin auch immer wieder erschrocken, wenn ich in meinem Bekanntenkreis Menschen entdecke, die nicht selbst nachdenken können, aber beeinflusst von "rechten" Demagogen eine Einstellung übernehmen. die schaudern lässt.
 Die Deutschen haben schon mehrmals viel mehr Menschen übernommen, die aus dem Osten kamen ( ich bin einer davon) und wir haben das neue Deutschland zusammen aufgebaut und nicht zugrunde gerichtet.Wir haben Gastarbeiter a n g e f o r d e r t
und haben heute viele Italienische Restaurants, Türkische Selbständige usw.wir sind "neu" geworden und stärker und größer als früher. UND AUCH JÜNGER; DENN WIR DROHTEN ZU ÜBERALTERN!
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kunstmalerdon

Offline Mickymaus

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Re: Flüchtlinge in Deutschland
« Antwort #6 am: Dezember 13, 2015, 09:13:21 Vormittag »
Sehe ich nicht ganz so, denn es soll doch Menschen geben die nachdenken und in eine ungewisse Zukunft schauen.
Wenn es dir möglich ist, mit nur einem kleinen Funken die Liebe in der Welt zu bereichern, dann hast du nicht umsonst gelebt.
Jack London

Offline HeyJo

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Re: Flüchtlinge in Deutschland
« Antwort #7 am: Dezember 13, 2015, 11:45:00 Vormittag »
 :Emma:  Kein Mensch weiß was morgen sein wird, oder auch in der nächsten Stunde. Nachdenken ist immer gut, aber ich kann und darf niemanden unter Generalverdacht stellen, er/sie könnte ein Verbrecher sein. Wenn ich das tue, müsste ich auch Angst vor meinem nächsten Nachbarn haben. Aber nein, brauch ich nicht, er/sie ist ja Deutscher, dabei sind die meisten Straftäter in Deutschland, wir, die Deutschen selbst.
Flüchtlinge flüchten nicht aus Lust und Laune aus ihrer Heimat, sondern weil dort Krieg, Terror, Willkür gegen die Menschlichkeit herrscht. Sie nehmen dabei Entbehrugen auf sich, die so manchen wohl gesättigten  Mitmenschen seine Grenzen gezeigt hätten. Nur um frei zu sein, und keine Angst vor dem nächsten Tag zu haben, der um Leben oder Tod im Krieg entscheiden könnte.
Vielmehr werden nun die Flüchtlinge weiterhin in Angst versetzt von einigen wenigen dummen Mitmenschen.
Darum finde ich es beschämend, dass einige Leute Unterkünfte für Flüchlinge inbrandsetzen, Flüchtlinge und ihre Begleiter angreifen.
Die meisten Flüchtlinge sind gewillt sich zu integrieren - deutsch lernen, unser Miteinander kennenlernen, auf eigenen Füssen stehen, sprich arbeiten und/oder lernen, aber mit dem Hintergrund eines Tages wieder in die Heimat zufahren.
Was nicht geht, in meinen Augen und meinem Verständnis ist zB. das sie sich abkapseln und eine Parallelwelt ihrer Heimat hier aufbauen und Deutschland in dem Sinne ablehnen, wie einige (ehemalige Gastarbeiter mit ihren nachgeholten Familien) es machen und nach vielen Jahren immer noch nicht Deutsch reden, bzw lesen und schreiben können. Dabei sehe ich eine Gefahr, es könnte durch einige verblödete Mitmenschen wieder eine Mauer um so ein Ghetto gebaut werden.... Was noch beschämender für uns alle wäre!
Es wird mit der Angst gespielt, von einigen wenigen, die immernoch einem 1000jährigen Reich hinterher weinen, wo es keine gibt. (es mag durch IS natürlich Ausnahmen geben, doch gabe es diese Ausnahmen nicht auch schon bei Flüchtlingen vor 200Jahren, als zB Napoleon sich durch Europa stritt? Man nannte sie Spion oder Verräter. Heute sind es verdeckte Terroristen.)
« Letzte Änderung: Dezember 13, 2015, 11:55:06 Vormittag von HeyJo »
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Offline Schwarze_Wolke

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Re: Flüchtlinge in Deutschland
« Antwort #8 am: Dezember 13, 2015, 13:25:25 Nachmittag »
heute entdeckt...



Da ging es über ein 100 Seelen Dorf, die 600 Flüchtlinge aufegnommen haben. Die Angst zu Beginn war sehr groß, aber die Realität zeigte, dass diese Ängste unbegründet waren.

Offline HeyJo

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Re: Flüchtlinge in Deutschland
« Antwort #9 am: Dezember 13, 2015, 13:43:50 Nachmittag »
Ja Sumte ist ein schönes Beispiel wie es geht. Dazu muss man aber wissen: Sumte íst Teil vom Amt Neuhaus Landkreis Lüneburg aber auf der östlichen Seite der Elbe. Das Gebiet gehörte vor der Teilung Deutschlands zum Landkreis Lüneburg / Preussen - Hannover, dann zur DDR und nun wieder zu Niedersachsen. Das Amt Neuhaus ist ein strukturarmes Gebiet und hat nun dadurch  auch Arbeitsplätze gewonnen.
« Letzte Änderung: Dezember 13, 2015, 20:49:13 Nachmittag von HeyJo »
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Offline Petra

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Re: Flüchtlinge in Deutschland
« Antwort #10 am: Dezember 18, 2015, 07:21:27 Vormittag »
Wie viele Flüchtlinge in unserem Ort genau sind, kann ich gar nicht sagen, das schwankt ja von Woche zu Woche. Wo sie genau untergebracht sind, wird auch nicht an die große Glocke gehängt, denn wir haben ja leider in unserem Ort eher ein Problem mit der rechten Szene und kein Problem mit Flüchtlingen. Flüchtlinge fallen hier nicht auf, man sieht sie nicht, denn sie sehen genauso aus wie du und ich, Menschen eben!
Die Hilfsbereitschaft der Leute ist hier genauso groß, wie in allen anderen Gemeinden. Gespendet habe ich auch schon das ein oder andere, für mehr reicht meine Zeit leider nicht. Meine Freundin engagiert sich in einer Kleiderkammer und arbeitet dort ehrenamtlich mit syrischen Flüchtlingen zusammen! Das finde ich großartig.
Es wird viel getan, unter anderem wurden neulich Flüchtlinge über unser Mülltrennungssystem aufgeklärt. Das Thema lautete: "Abfallsortierung made in Germany". So sollen im Vorfeld Konflikte mit "besorgten" Mitbürgern vermieden werden. Auch das gehört zur Integration.
Im Caritashaus gibt es Beratungen zu Sprachkursen, ganz wichtiges Thema. Vereine und soziale Hilfsdienste engagieren sich für Patenschaften, Freizeitangebote und natürlich Sprachförderung. Und so eine Fahrradwerkstatt gibt es hier auch. Dort arbeitet einer ehrenamtlich und bereitet Fahrräder auf, für Flüchtlinge und Bedürftige. Da habe ich unter anderem mein Fahrrad gespendet.
Auch über FB wurde schon viel geholfen, aber leider auch oft gehetzt...

Offline Siggi

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Re: Flüchtlinge in Deutschland
« Antwort #11 am: Februar 05, 2016, 15:23:37 Nachmittag »




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Offline Schwarze_Wolke

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Re: Flüchtlinge in Deutschland
« Antwort #12 am: März 17, 2016, 22:35:58 Nachmittag »
Ich bin eben via Facebook auf diese Stern TV-Reportage gestoßen. Der 80 jährige Norbert Blüm hat einen ganzen Tag inkl. Nacht im Flüchtlingslager Idomeni verbracht. Ich muss sagen, chapeau! Wenn ihr mich fragt, sind diese 13 Minuten berückend aber sehenswert!


Offline Siggi

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Offline Siggi

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Re: Flüchtlinge in Deutschland
« Antwort #14 am: März 24, 2018, 19:28:54 Nachmittag »
Hans Albers "Lied der Flüchtlinge"

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