Autor: esse-est-percipi Thema: Immer mehr Bücher – immer weniger Leser  (Gelesen 1160 mal)

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Offline esse-est-percipi

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Immer mehr Bücher – immer weniger Leser
« am: April 24, 2009, 11:53:04 Vormittag »
In Deutschland liest jeder vierte niemals ein Buch.
Die Zahl derjenigen, die nur gelegentlich ein Buch lesen, nimmt kontinuierlich ab.

In dieser Situation bedarf es weiterer Anstrengungen, insbesondere Schülerinnen und Schülern die Freude am Lesen zu vermitteln.
(Mein Eindruck: im Deutschunterricht herrscht beim Buche mehr die unangenehme Pflicht zur Interpretation, als die angenehme Lust zur Kontemplation. Literatur ist dort Stoff, keine Freude.)

Was aber kann man konkret tun?

Die Arbeit der Stiftung Lesen noch umfangreicher fördern?
Einsatz in Kindergärten und Schulen: was aber konkret?

Und vor allem: wie das Elternhaus erreichen, wo das das Bekenntnis zur prägenden Kraft von Büchern dramatisch fehlt? 
« Letzte Änderung: April 24, 2009, 11:54:40 Vormittag von esse-est-percipi »
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Offline Ugge

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Re: Immer mehr Bücher – immer weniger Leser
« Antwort #1 am: April 24, 2009, 12:05:06 Nachmittag »
 :gf:

Mein konkreter Tipp, Kindern das Lesen nahe zu bringen:

Lebe es vor! Nimm ein Buch zur Hand, das für das Kind geeignet ist, und lies selber darin. Danach lass es offen liegen. Das kann ein (guter) Comic sein, ein Lesebuch für Anfänger oder ein kindgerechtes Sachbuch zu einem Thema, was das Kind interessiert (Autos, Feuerwehr, Tiere....)

Oder setze dich zu dem Kind und lies ihm ein Stück aus diesem Buch vor - wenn du dann "keine Zeit mehr hast", möchte es eventuell wissen, wie es weitergeht und liest selbst noch darin.

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Ob du erwachsene Lesemuffel noch bekehrst? Das halte ich für schwierig... Wenn du seine Interessen kennst, könntest du ihm begeistert von einem Buch zum Thema erzählen, das du selbst gelesen hast. Vielleicht funktioniert es....

Fan_neu

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Re: Immer mehr Bücher – immer weniger Leser
« Antwort #2 am: April 24, 2009, 12:05:52 Nachmittag »

Eine Möglichkeit was zu tun ist, mal ein für das Alter und Interessengebiet passendes Buch zu verschenken.

Meine Tochter liest zum Beispiel sehr gern und verschenkt auch mal Kindern von ihren Freundinnen geeignete Bücher.

Da nimmt sie sich aber immer sehr viel Zeit für die Auswahl des Buches.


Und sie fängt auch zeitig damit an.


Da gibt es ja für die Allerkleinsten schon so schöne bebilderte Bücher. Die auch gleichermaßen schön anzusehen sind und lehrreich sind.

Das macht dann auch den Kleinen schon so richtig Spaß.










zahal

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Re: Immer mehr Bücher – immer weniger Leser
« Antwort #3 am: April 24, 2009, 12:09:22 Nachmittag »
Ein Grund kann sein das in jedem Kinderzimmer ein TV oder PC steht.Oder auch die Eltern gehen micht schlechtem Beispiel vorran.Man muss versuchen rauszubekommen,
was den Kindern liegt Ihnen auch erst mal ein spannendes Buch hinlegen.Nicht gleich den Alten Schiller um die Ohren hauen.

Offline esse-est-percipi

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Re: Immer mehr Bücher – immer weniger Leser
« Antwort #4 am: April 24, 2009, 12:16:08 Nachmittag »
Gute Tipps. Es wird sicher sehr schwierig, die Eltern zu erreichen, die selber nicht lesen.
Offenbar werden auch immer weniger Bücher verschenkt, insbesondere an 10-14jährige (Jungen).

Früher gab es eine schöne Kinderfernsehsendung: Lemmi und die Schmöker.
Wenn schon TV => Gibt es heute Kindersendungen, die zum Lesen animieren?

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Offline Petra

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Re: Immer mehr Bücher – immer weniger Leser
« Antwort #5 am: April 24, 2009, 12:22:30 Nachmittag »
 :gf:   :ga: en

Im Zeitalter der Technik (Computer & Co.) verkümmert lesen immer mehr. Wir hatten früher nix anderes, also nahm man sich ein Buch. Selbst das Fernsehprogramm wurde erst Abends ausgestrahlt.
Die Jugend von heute greift lieber zur Maus, statt zu einem guten Buch. Viele Eltern kontrollieren das auch nicht und so sitzen die Kids Stundenlang an ihren Rechnern- aber nicht um zu rechnen..... :blink:
Im Allgemeinen sind es auch die Eltern, die es ihren Kindern vormachen. Wenn Mutter oder Vater viel lesen, machen es die Kinder meist nach.
Ich kannte mal jemanden, der besaß nicht ein einziges Buch....komische Menschen gibt es..... :rolleyes:

Offline Hansjoachim

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Re: Immer mehr Bücher – immer weniger Leser
« Antwort #6 am: April 24, 2009, 12:25:16 Nachmittag »
Man sieht auch oft genun die Frage: Wo kann ich das Buch XXX online lesen ? Vielleicht ist ja die Handhabung eines Buches zu kompliziert ! Ich habe einmal einen E-Bookreader ausprobiert und kann nur sagen: Nix für mich.
Wenn selbst die (fast) allwissenden Ärzte ahnungslos werden, merkt der Mensch schnell, dass er nur ein Staubkorn ist.

xy

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Re: Immer mehr Bücher – immer weniger Leser
« Antwort #7 am: April 24, 2009, 14:00:45 Nachmittag »
unsere kinder habe einen büchereiausweis,und holen regemäßig bücher sie selber zu kaufen ist nicht immer möglich der kosten wegen außerdem stehen sie dann nur rum.,

Offline Sternenfee

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Re: Immer mehr Bücher – immer weniger Leser
« Antwort #8 am: April 24, 2009, 14:29:13 Nachmittag »
Das Hauptproblem liegt wohl tatsächlich am Umgang mit dem Lesen in der Schule. Zum Glück las ich schon Bücher, ehe man versucht hat, es mir in der Schule zu vermiesen.
Unabhängig vom Unterricht (wenn der da schon keinen Spielraum zuläßt) sollte in der Schule vielleicht mal zum Besuch von Büchereien und zum Lesen von altersegerechten Büchern animiert werden, Lehrer könnten mit der Klasse hingehen. Vielleicht wäre es ja auch doch möglich, im Unterricht mal ein ansprechendes Buch mit reiner Leselust zu lesen.
Für Klassiker braucht man einfach eine entsprechende Vorbildung, und nur die wenigsten haben wirklich Lust, so etwas immer zu lesen. Aber wenn man nur nach der Schule geht, könnte man glauben, alle Bücher wären so schwer verdaulich. Dieser Irrtum muß einfach behoben werden.
Ich habe mal einen damaligen Freund zur Leseratte gemacht. Er hatte erlebt, wie tief ich in ein Buch eintauchen kann. Dann fragte er mich, was ich da mache. Da habe ich ihm einfach das spannendste Buch ausgesucht, daß ich seit langem gelesen hatte. Danach verschlang er Bücher nur so.

Offline esse-est-percipi

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Re: Immer mehr Bücher – immer weniger Leser
« Antwort #9 am: April 24, 2009, 15:45:33 Nachmittag »
M.E. sollte man im Deutschunterreicht zwei Jahre lang einfach nur lesen – aus Spaß am Lesen. Fertig.
Keine Analysen, Werkinterpretationen, Aufsätze, keine Seziererei im Text, keine biographischen Ergüsse etc.
Einfach Literatur als Kunst erleben und damit spielen.

Dass man irgendwann genauer hinschauen und nachdenken will, kommt dann doch von ganz alleine.

Bei uns läuft es umgekehrt: Schülerinnen und Schüler werden zum Nachdenken über etwas gezwungen, das sie noch gar nicht lieben.
Und diese Liebe kommt dann natürlich nicht mehr. Gedicht heißt ihnen Gedichtinterpretation, heißt Schule. Keine Freiheit. Keine Ästhetik.

Bei den Künsten ist die Zwangsheirat eben nur mäßig erfolgreich.
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Offline Ugge

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Re: Immer mehr Bücher – immer weniger Leser
« Antwort #10 am: April 24, 2009, 15:57:26 Nachmittag »
Bei den Künsten ist die Zwangsheirat eben nur mäßig erfolgreich.

Off-topic: 
;) Im Kunstunterricht ist es doch ebenso. Wenn ein Kind eine natürliche Begabung dafür hat, Autos, Flugzeuge oder technisches Gerät zu zeichnen, und in der Schule muss es Blümchen und Leute malen, dann verliert es die Lust...

Offline esse-est-percipi

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Re: Immer mehr Bücher – immer weniger Leser
« Antwort #11 am: April 24, 2009, 16:37:10 Nachmittag »
Ja, diese Analyse gilt wohl für Literatur, Kunst und Musik in der Schule gleichermaßen.
Da fällt mir gerade ein: Literatur und Musik sind ja auch Kunst.

Wie ist eigentlich "Kunstunterricht" definiert?  :blink:
Welcher Kunstbegriff steckt hinter dem Ausdruck "Kunstunterricht"?
« Letzte Änderung: April 26, 2009, 20:30:13 Nachmittag von esse-est-percipi »
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Offline Petra

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Re: Immer mehr Bücher – immer weniger Leser
« Antwort #12 am: April 25, 2009, 19:16:04 Nachmittag »
Apopros "lesen"- e-e-p, deine Fachgebiete in deiner Signatur kann ich kaum entziffern. Da brauche ich ne Lupe.....  :haha: :rolleyes:

Offline Hansjoachim

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Re: Immer mehr Bücher – immer weniger Leser
« Antwort #13 am: April 25, 2009, 19:17:53 Nachmittag »
Einmal für die Älteren:

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Wenn selbst die (fast) allwissenden Ärzte ahnungslos werden, merkt der Mensch schnell, dass er nur ein Staubkorn ist.

Offline Petra

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Re: Immer mehr Bücher – immer weniger Leser
« Antwort #14 am: April 25, 2009, 19:31:18 Nachmittag »
Vielen Dank Hansjoachim :biggrin: :biggrin: :biggrin:
Ja, ich komme so langsam in die Jahre... :rolleyes:

 

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