Autor: Petra Thema: Die Wahl der Nichtwähler  (Gelesen 1881 mal)

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Offline Petra

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Die Wahl der Nichtwähler
« am: September 12, 2013, 06:47:14 Vormittag »
Vor vier Jahren waren es fast ein Drittel der Wahlberechtigten die nicht wählten. Für die Gültigkeit der Wahl ist das egal.
Aber funktioniert Demokratie, wenn es immer mehr Nichtwähler gibt?

Handeln Nichtwähler demokratisch?

34 Parteien treten zur Bundestagswahl 2013 an. Da wird doch wohl für jeden was dabei sein, oder nicht?
http://www.bundestagswahl-bw.de/parteien1.html



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Re: Die Wahl der Nichtwähler
« Antwort #1 am: September 12, 2013, 13:21:06 Nachmittag »
In einer Demokratie gehört zur Freiheit auch, dass man politisch keinen Einfluss nimmt und andere über sich entscheiden lässt, indem man nicht wählt.
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Offline Siggi

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Re: Die Wahl der Nichtwähler
« Antwort #2 am: September 12, 2013, 14:17:04 Nachmittag »
Zitat von: Petra
34 Parteien treten zur Bundestagswahl 2013 an. Da wird doch wohl für jeden was dabei sein, oder nicht?
und warum stehen die hier nicht drauf?
http://stimmzettel.bundestagswahl.me/WK271_Stimmzettel_BTW2013_Muster.pdf
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Offline Emirades

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Re: Die Wahl der Nichtwähler
« Antwort #3 am: September 12, 2013, 14:48:29 Nachmittag »
34 Parteien treten zur Bundestagswahl 2013 an. Da wird doch wohl für jeden was dabei sein, oder nicht?
http://www.bundestagswahl-bw.de/parteien1.html

Die Wundertüte

http://bilder.4ever.eu/data/674xX/essen-und-getranke/%5Bbilder.4ever.eu%5D%20smarties,%20smileys%20164285.jpg
Die Wahl der Nichtwähler


Es mag zwar für jeden was dabei sein, aber was nützen Parteien und deren Programme, wenn sie im Parlament nicht vertreten sind?
Solche Interessengemeinschaften mögen eine Daseinsberechtigung haben, sind aber letztendlich nicht einmal Luftblasen und insofern völlig bedeutungslos.
Auf der anderen Seite ist so eine Wahl, wie wenn man zuviel Smarties futtert, man bekommt ziemlich schnell Bauchschmerzen.
Außen mögen sie sich durch bunte Farben unterscheiden, innen ist immer der gleiche verstopfungsfördernde Wirkstoff.

Aber wozu soll ich mich anstrengen. Es gibt doch extra3 und da kann man sich den letzten Einschliff für die Wahl bequem per Video antun und die wohltuende Wirkung auf den Lachmuskeln einwirken lassen. So eingestimmt, trifft man sicherlich auch auf den Wahlzetteln das richtige Feld, um seine Kreuzchen zu machen:


http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/extra_3/videos/extra6047.html


 

« Letzte Änderung: September 12, 2013, 14:53:45 Nachmittag von Emirades »
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Offline Petra

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Re: Die Wahl der Nichtwähler
« Antwort #4 am: September 12, 2013, 16:10:02 Nachmittag »
und warum stehen die hier nicht drauf?
http://stimmzettel.bundestagswahl.me/WK271_Stimmzettel_BTW2013_Muster.pdf
"Muster"
Vermutlich weil nicht jede Partei in jedem Wahlbezirk aufgestellt ist?



Offline krabbi

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Re: Die Wahl der Nichtwähler
« Antwort #5 am: September 12, 2013, 16:31:22 Nachmittag »
Die Wundertüte

http://bilder.4ever.eu/data/674xX/essen-und-getranke/%5Bbilder.4ever.eu%5D%20smarties,%20smileys%20164285.jpg
Die Wahl der Nichtwähler


[........]

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Offline esse-est-percipi

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Re: Die Wahl der Nichtwähler
« Antwort #6 am: September 12, 2013, 16:33:12 Nachmittag »
Parteien können mit Bundes- oder Landeslisten antreten.
Nicht jede Partei tritt in jedem Bundesland an, so dass die Stimmzettel nicht überall gleich aussehen.

Prominentes Beispiel: Die CDU tritt z.B. nicht in Bayern an. Außerhalb Bayerns tritt die CSU nicht an.
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Offline Siggi

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Re: Die Wahl der Nichtwähler
« Antwort #7 am: September 12, 2013, 16:51:00 Nachmittag »
@  eep,  :danke: dir.
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Offline Schwarze_Wolke

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Re: Die Wahl der Nichtwähler
« Antwort #8 am: September 12, 2013, 22:16:52 Nachmittag »
Ich bin ja der Meinung, wer nicht wählen geht hat auch kein Recht sich über die Politik zu beschweren, weil er seine Möglichkeit etwas zu ändern nicht wahr genommen hat.

Offline Emirades

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Re: Die Wahl der Nichtwähler
« Antwort #9 am: September 13, 2013, 10:20:23 Vormittag »
Ich bin ja der Meinung, wer nicht wählen geht hat auch kein Recht sich über die Politik zu beschweren, weil er seine Möglichkeit etwas zu ändern nicht wahr genommen hat.

Auf den ersten Blick würde ich dir zustimmen.

Wenn man aber z.B. diesen Beitrag gelesen hat:
http://www.presseportal.de/pm/7840/2549120/zum-nichtwaehlen-aufrufen-philosoph-precht-spricht-im-zdf-zwei-wochen-vor-der-bundestagswahl-mit
oder das Gespräch im ZDF mit verfolgt hat, kommt man schon mal ins Grübeln.

"Deutschland hat offensichtlich das Entwerfen seiner Zukunft verlernt. Eine solche Politik der Perspektivlosigkeit, die sich bezeichnenderweise auch als "alternativlos" beschreibt, ist ein Symptom für Staaten, die ihren wirtschaftlichen und politischen Zenit überschritten haben. Kennzeichen dafür sei vor allem das Festhalten an alten Erfolgsmustern, das die Probleme noch vergrößere, weil es den Horizont für das Denken des Neuen verenge."

Wo ist denn die Möglichkeit etwas zu verändern? Eine wirkliche Veränderung findet überhaupt nicht statt. Vielmehr wird der einmal eingeschlagene Weg alternativlos weiter beschritten, ohne dabei innezuhalten und zu hinterfragen wohin denn dieser müllproduzierende Wachstumspfad führt, bei dem nur Profit nicht aber der Mensch im Vordergrund steht. Wir sind bestrebt, den Reichtum weniger zu erhalten, weil angeblich dieser Reichtum allen zugute kommt und vernichten dabei hemmungslos die auf Partizipation und Gemeinschaft basierenden Werte, die uns als Sozialstaat Verpflichtung sein sollten. Die Sozialsysteme aber pfeifen aus dem letzten Loch und es ist absehbar, das weitere Attentate folgen werden, damit der Schein gewahrt werden kann. Die wirtschaftliche Potenz ist es, die wir mit einer gewissen Sinnlosigkeit voran treiben. Die wertvollsten Unternehmen unserer westlichen Konsumgesellschaft produzieren Kontrollmechanismen und Informationsmöglichkeiten. Wie schön! Was nützt überflüssiges Wissen, das niemand als Produktionsfaktor abruft? Was nützt eine Beschleunigung beim Verbrauch unserer Ressourcen? Fahren wir dann schneller unser System vor die Wand? Ob wir eine Politik benötigen, die sich fast ausschließlich an den Wünschen der Wirtschaftslobby orientiert, bezweifle ich. Wo aber das wohl der Wähler keine besondere Rolle mehr spielt und diesen lediglich eine zunehmende Verzichtbereitschaft und Einschränkung verkauft wird, damit die Einbahnstraße der Profite funktioniert, da fehlt es an der nötigen Weitsicht, um eine Zukunft zu schaffen, in der der Mensch sich ein auskömmliches Leben gestalten kann.

Der Wirtschaftskrieg, in dem wir uns befinden wird zunehmend mehr Opfer fordern und die wachsende Weltbevölkerung macht das Streben nach erträglichen Lebensgrundlagen zu einem neuen wesentlichen Bestandteil unserer Welt.
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Re: Die Wahl der Nichtwähler
« Antwort #10 am: September 13, 2013, 10:58:05 Vormittag »
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Re: Die Wahl der Nichtwähler
« Antwort #11 am: September 13, 2013, 12:28:22 Nachmittag »
Herrlich.
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Re: Die Wahl der Nichtwähler
« Antwort #12 am: September 13, 2013, 15:08:56 Nachmittag »
Dass Precht wenig Substanz aufweist, ist offenkundig. Auch Luftblasen sind nicht förderlich, wenn es darum geht, der Zukunft etwas Gutes abzugewinnen. Das Grübeln aber bleibt.
Nichtwählen ist sicherlich keine Heldentat und auch nicht etwas so besonderes, als dass man diesem Umstand eine hohe mediale Aufmerksamkeit schulden würde, auch dieser Meinung schließe ich mich an:
http://www.publikative.org/2013/09/13/akademisches-karussell-nichtwaehlen-ist-keine-heldentat/

Schlimm ist aber, dass die Wählerstimmen nicht selten, als Legitimierung der Gewählten dafür herhalten müssen, was zuvor nur zwischen den Zeilen stand.
Der Wählerwille ist es, der beliebig interpretiert vorgeschoben wird, um etwas gar nicht gewolltes mundgerecht zu verkaufen.
Hinzu kommt, dass man das eigene Wohlergehen in fremde Hände legt und selbst keine Mitwirkungsmöglichkeiten mehr verbleiben, um die Dinge abzuwenden, die tatsächlich bedeutsam sind. Selbst die Abwahl von politisch Aktiven ist bei Täuschung und Enttäuschung nicht möglich. Leider gibt es viel zu oft Gründe, sich über die Politik derer zu beschweren, die man selbst gewählt hat. Wer dann vier Jahre lang die Achseln zucken muss, weil er erkennt, dass er das falsche Kreuzchen gemacht hat, dürfte die Nase vom Kreuzchen machen voll haben - zumindest ergeht es so vielen meiner Bekannten, die sich bei der letzten Wahl von der FDP mehr versprochen hatten.

Wer nun meint, zu dem oben zitierten Artikel applaudieren zu müssen, und sich an der Weisheit: „Wer schweigt, stimmt zu." mit Beharrlichkeit festhält, der denkt zu kurz. Die Zeit des Schweigens ist ja nur eine Phase der Orientierung und solche Phasen münden regelmäßig in Entscheidungen ein, die eben nicht im Einklang mit dem scheinbar Gewollten stehen. Die Schweigespirale von Elisabeth Noelle-Neumann spricht für sich. Es sind die leisen Töne, die im Volke umgehen, es sind die Stimmungen die zum Gemurmel werden und sich schließlich Bahn brechen, wenn das Maß der Unzufriedenheit überhand nimmt. Gerade in der aktuellen europolitischen Phase nimmt die Zerbrechlichkeit von Bewährtem zu - und wer nicht Partei ergreift, sondern abwartend auf das kommende Szenarium schaut, erahnt bereits, dass das Drama um Schulden und Wohlstandsverlust keinesfalls beendet ist, sondern lediglich vor einem neuen Akt steht, dessen letzte Zeilen erst noch geschrieben werden. Der Nichtwähler ist insofern eben nicht überzeugt von den Präsentationen, die die Parteien mit unzureichendem Informationsgehalt parat halten und zweifelt an der Glaubwürdigkeit einer Politik, die immer nur beliebig wandelbare Inhalte vertritt ohne konkrete Aussagen zu treffen, auf die man sich auch verlassen kann.
     



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Re: Die Wahl der Nichtwähler
« Antwort #13 am: September 13, 2013, 16:59:26 Nachmittag »
Oft sind Nichtwähler unzufrieden mit der Regierung. Ich frage mich, warum sie dann nicht erst recht wählen, wenn sie doch politisch sind? Wer nicht wählt, kann auch nichts verändern.

Ich werde diesmal eine andere Partei wählen als die, die ich sonst immer gewählt habe. Noch nie habe ich mich so intensiv auf eine Bundestagswahl vorbereitet und mir die Programme der einzelnen Parteien so genau angesehen und verschiedene Parteien mit Fragen gelöchert.  :sarcastic: Es gibt keine Partei, die alle meine Vorstellungen erfüllen könnte, aber damit kann ich leben. Ich werde meine Stimme nicht verschenken, bin doch froh, dass ich hier in unserem Land wählen darf.
Ich höre auch oft, dass es sowieso nichts bringt und sich nichts ändern wird. Klar, wenn man den "Lottoschein" nicht abgibt, kann man auch nichts gewinnen..... :rolleyes:






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Re: Die Wahl der Nichtwähler
« Antwort #14 am: September 13, 2013, 19:17:30 Nachmittag »
[ .......... ]
:yes: :good:


Oft sind Nichtwähler unzufrieden mit der Regierung. Ich frage mich, warum sie dann nicht erst recht wählen, wenn sie doch politisch sind? Wer nicht wählt, kann auch nichts verändern.

wer/was bliebe denn noch zu wählen?
mein eindruck sei,  die 'großen' pinnen ihre programme voneinander ab und die 'kleinen' sind schaumschläger.
heute versprechen alle etwas :rtfm: und morgen haben sie sich versprochen...... :wild:      (schönes wortspiel)

 :sarcastic: --> was wäre denn, wenn niemand  seine stimme abgäbe, lediglich den stimmzettel ungültig mache?
dann würde doch keine einzige partei eine 5% hürde schaffen....
wer sollte uns dann regieren? und wie?
würde sowas alle politiker aufrütteln, zum umdenken lenken?
würde ihnen dann klar, dass das volk wohl doch nicht so zufrieden sei, wie bisher angenommen?
würden sie dann wieder zu volksvertretern werden?

natürlich ist das totale utopie, aber man kann ja mal phantasieren.......  ;)

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