Autor: kunstmalerdon Thema: Zu spät  (Gelesen 1344 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Zu spät
« am: Juni 25, 2013, 18:00:07 Nachmittag »
Warum?

Ich war Dein Mann, Du warst meine Frau,
wir waren glücklich, das weiß ich genau,
und doch gab es etwas in unserem Leben,
das konnte ich Dir vermutlich nicht geben.
Du gingst fort von mir-

Du bist nicht mehr hier-
Um mir Antwort auf meine Frage zu geben
Warum haben wir nicht miteinander gesprochen ?
Warum nicht die Mauern des Alltags durchbrochen?
Warum?

Ich habe Dich geliebt, wollte nur Dein Glück,
doch blicke ich heut auf die Zeiten zurück,
weiß ich, dass ich Dich hätte fragen sollen.
Es reicht nicht, das Glück eines andren zu wollen.
Die Freiheit von mir-
Die schenkte ich Dir,
Und hoffte zugleich Du wirst sie nicht nehmen wollen.
Warum haben wir nicht miteinander gesprochen?
Warum nicht die Mauern des Alltags gebrochen?
Warum?

Jetzt bin ich allein und habe viel Zeit
Und bin zugleich leer und voll Traurigkeit
Und manchmal wünsch ich Dir, dass Du glücklich wirst
Und hoffe zugleich, dass Du Dich irrst,
Denn ein Stück von Dir
Trag ich noch in mir
Und ich hoffe, dass Du dieses Stück manchmal spürst.
Warum sollen wir jetzt nicht miteinander sprechen?
Warum nicht die Mauern des Alltags durchbrechen?
Zu spät!                                                                              Don 82
kunstmalerdon

Offline krabbi

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Re: Zu spät
« Antwort #1 am: Juni 25, 2013, 18:09:52 Nachmittag »
 :good:    :thank_you:

ein wundervoll wahres gedicht ist das  -- und berührt mich sehr
                         

Florida

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Re: Zu spät
« Antwort #2 am: Juni 25, 2013, 19:50:33 Nachmittag »
Ich habe gesprochen oft, viele Mal
doch dein Ohr war zu, das war meine Qual.
Du sagtest, ich seh alles zu verbissen,
soll locker werden, es sei drauf geschi...
So oft weinte ich mich in den Schlaf
doch dir gegenüber zeigt`ich mich brav,
meinte selbst im Irrtum zu sein,
als bald der nächste flog herein.
Und wieder winktest du ab
als ich meine Not angab
dich für die Ursache hielt,
der mir meine Freude stiehlt.
Bliebst du sachlich, war ich emotional.
Gespräche wie im Jammertal
in denen ging es nur ums Siegen,
um den andren zu verbiegen.
Doch hatt ich in dir immer ein Stück gefunden,
das ich so liebte, vor unsren Stunden,
als das dann als Letztes brach -
dies, meiner Liebe`festes Dach.

Die Verzweiflung ließ mich urplötzlich gehen,
auch konnte ich sie in Deinen Augen sehen
und Deine Traurigkeit, die mein Herz zerriß.
Du ahnst nicht, wie ich Dich vermiß!
Doch der Traum denkt an gute Stunden,
schlechte sind im Abgrund verschwunden
und lauern auf Wiederkehr.
Deshalb gibts keine Möglichkeit mehr
als das Gute zu verwalten
und Schlechtes nicht festzuhalten.

Und ja, ich hab ein neues Glück gefunden.
Was uns bleibt:einmalig glückliche Stunden,
wenn auch liegen sie Meilenweit.
Wir waren zu jung, in dieser Zeit.



Offline kunstmalerdon

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Re: Zu spät
« Antwort #3 am: Juni 25, 2013, 20:17:30 Nachmittag »
Was lese ich heute alles für   e h r l i c h e  Kostbarkeiten. Und ich kann das genau nachempfinden, wenngleich ich das etwas früher als Du erlebt habe. Aber darüber jetzt noch einmal aus der Distanz nachzuempfinden, das ist auch etwas wert. Wenn gleich die Wunde nicht mehr blutet.
kunstmalerdon

Offline Ugge

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Re: Zu spät
« Antwort #4 am: Juni 25, 2013, 22:09:00 Nachmittag »

Zwei Gedichte, die einem ans Herz gehen.... :girl_sigh:
Vielen Dank!


Florida

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Re: Zu spät
« Antwort #5 am: Juni 26, 2013, 15:58:53 Nachmittag »
Gut Don, daß du das noch mal öffentlich heraushebst: Nicht du persönlich bist gemeint, nein deine Zeilen habe ich aus weiblicher Sicht "vollendet", "rund gemacht".
Mich sprach dieses Leid des Zurückgelassenen an.
Ich hatte zusammen mit den Kindern ihren Vater zurück gelassen.
Und nur die Auseinandersetzung des Einen mit dem Anderen (also in deinen und meinen Zeilen) erlauben in sich gesehen ein gewisses Verständnis einer logischen Konsequenz im Leid.
Dies ist kein Gedicht an sich, ich wollte nur (meinem Ex) antworten.

 

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