Autor: Emirades Thema: Die Sache mit dem Minijob  (Gelesen 4671 mal)

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Offline Emirades

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Die Sache mit dem Minijob
« am: März 28, 2013, 17:01:42 Nachmittag »
Wer profitiert eigentlich von den sogenannten Minijobs?

Häufig hört man, dass die Arbeitgeber dabei Sozialabgaben sparen würden.
Aber das ist ein Ammenmärchen. Profiteur ist Vater Staat und das mit recht netten Zusatzeinnahmen.

Während bei einem normalen Job die Sozialversicherung anteilig von Arbeitgebern und Arbeitnehmern getragen werden,
wird bei einem Minijob eine Pauschalabgabe für den Arbeitgeber fällig. Diese beträgt 2013 für kleine Unternehmen
(bis 30 Beschäftigte) 30,99%.

Bei einem regulären Arbeitsverhältnis zahlt der Arbeitgeber im Vergleich lediglich 20,27%.
Wo liegt also der Vorteil für den Beschäftigungsgeber, wenn er für einen Minijob doch höhere Abgaben zu leisten hat?

Nun ja, er kann den Minijobber an den Pauschalabgaben grundsätzlich in kleinerem Umfang beteiligen, was aber in den
wenigsten Fällen geschieht. So könnte er beispielsweise die darin enthaltenen 2% Pauschalsteuern den Arbeitnehmern
aufbürden, soweit überhaupt Steuern anfallen und das ist bei nur einem Minijob nicht zu erwarten.
Die Steuerabgabe ist demnach nur ein Vorteil für den Fiskus, weil für einen Minijob normaler Weise gar keine Steuern anfallen.

Nein, dem Arbeitgeber geht es um Flexibilität bei den Arbeitseinsätzen und die ist bei Minijobs gut gewährleistet.
Hinzu kommt, dass die Arbeitszeit beliebig dehnbar ist, weil die Beschränkung auf max. 15 Wochenstunden abgeschafft wunde
und andere Sozialleistungen schlicht wegfallen (Weihnachts- Urlaubsgeld) oder gar, wie bei der Lohnfortzahlung einfach
gesetzeswidrig unvergütet bleiben, obwohl diese Kosten kleinen Unternehmen (bis 30 Beschäftigte) sogar durch die Kranken-
kasse (U2 Umlage) erstattet werden.

Der wahre Jakob ist der Rentenversicherungsbeitrag der mit einer Pauschale von 15% als größter Posten in der Arbeitgeber-
pauschale enthalten ist. Nur die wenigsten Minijobber wissen, dass sie lediglich 3,9% dazu zahlen müssen, um die Renten-
anwartschaften angerechnet zu bekommen und verzichten deshalb auf diese Option.
Wer aber nicht den Arbeitnehmeranteil zur Rentenversicherung zahlen möchte, dem wird auch nichts angerechnet, der geht leer aus.

Tatsächlich ist es so, dass sich kaum ein Minijobber findet, der von seinem MiniMini-Einkommen auch noch Rentenbeiträge abgezogen
haben will. Eine schöne Sache! Denn wo landen denn die 15% Beitrag?
Klar, damit kann man jede Menge Pensionen und Renten von anderen subventionieren.
Im Ergebnis werden also die Kleinstverdiener ausgenutzt, um die Sozialabgaben zu senken und ihre reicheren Mitbürger zu unterstützen.

Fazit: Wir sind ein Sozialstaat in dem viele schmale Schultern die breiten und kräftigen brav und treudoof unterstützen,
ohne das überhaupt zu merken. Da stimme ich doch gern in das Loblied der Regierung mit ein, die die Wohltaten von Gerd Schröder zu
schätzen weiß.

---

Statistik:
Quelle: Bundesanstalt für Arbeit - Stand 30.06.2012

 6.897.983 geringfügig Beschäftigte
 4.293.424 ausschließlich geringfügig Beschäftigte

 450 Euro -> RV-Abzug    15%    = 67,50 Euro mtl. -> 12 Monate = 810 Euro p.a.
 450 Euro -> Steuerabzug 2%     =   9,00 Euro mtl. -> 12 Monate = 108 Euro p.a.

Einnahmen für die Rentenkasse ohne Anspruchsberechtigte = 3.477.673.440 Euro p.a.
Einnahmen für den Fiskus ohne Erstattungsanspruch           =   463.689.792 Euro p.a.

Schöne Millionen und schöne Milliarden  :sonne:






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Offline Emirades

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Re: Die Sache mit dem Minijob
« Antwort #1 am: März 28, 2013, 19:08:15 Nachmittag »
Gerade gesehen:

Aktuell - Grüne und SPD wollen Minijobs eindämmen[/url]

Man liest da:
"Alle Verdienste über 100 Euro im Monat sollen steuer- und abgabepflichtig werden, mit reduzierten Beiträgen für geringe Einkommen",

So ein Blödsinn!!!! Wissen unsere Politiker eigentlich noch, wovon sie reden????
Schon jetzt ist doch von Steuer - und Abgabefreiheit gar nicht die Rede - siehe meine obigen Ausführungen!
Soll jetzt der Minijobber noch zusätzlich zur Ader gelassen werden?

...und weiter liest man:
Minijobber müssten vor allem mehr Stunden arbeiten und ihre Rechte besser durchsetzen können.
Den Arbeitnehmern werden regelmäßig ihre Rechte vorenthalten, bei Urlaub, Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Weihnachtsgeld",
sagte Kramme (SPD).

Wunderbar!!!! Noch besserer Blödsinn!!!!!
Es müsste gerade wieder eine Arbeitszeitbeschränkung eingeführt werden, so wie sie früher galt: nämlich weniger als
15 Wochenstunden. Und wie bitte soll das schwächste Glied in einer Kette seine Rechte durchsetzen? Wer's Maul aufmacht
fliegt doch achtkantig raus.

Der beste Clou dabei ist das vorenthalten von Weihnachtsgeld. Das war doch genau das, was politisch gewollt war.
Wollte bisher ein Arbeitgeber mal großzügig sein und Urlaubsgeld oder Weihnachtsgeld spendieren, so hinderte ihn daran
die geltende gesetzliche Regelung. Denn der Höchstbetrag von jetzt 450 Euro mtl. darf keinesfalls durch so eine Zusatz
leistung überschritten werden. sonst würde es sich um ein reguläres Arbeitsverhältnis handeln.

Natürlich darf man den Arbeitnehmer aber wenige zahlen und dann mit dem zuvor verkürzten Geld den dicken Max spielen.
Wem das nützen soll ist aber sehr, sehr fraglich. Denn 450 Euro im Monat bleiben nun mal 450 Euro, auch wenn man nur
400 bekommt, weil man dann am Jahresende bei guter Führung die eingesparten 50 Euro erhalten sollte - was übrigens auch nicht
zulässig wäre.


Dass Politiker offenkundig ihren Bezug zu den kleinen Leuten verloren haben, wird hier mehr als deutlich.
Für uns als kleinen Verein bedeutet das nur, dass wir noch mehr für Gottes Lohn in Anspruch genommen werden.
Danke liebe Volksvertreter
« Letzte Änderung: März 28, 2013, 19:20:48 Nachmittag von Emirades »
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Offline Emirades

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Re: Die Sache mit dem Minijob
« Antwort #2 am: März 28, 2013, 19:28:15 Nachmittag »
Wenn’s vorne klemmt und hinten kracht,
ist man in Brüssel aufgebracht -
Nur in Berlin, kann’s traulich sein,
da schläft man weiter fleißig ein -
und spart sich selber einen Wolf,
damit der Fuchhafen nicht grollt.
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Offline Siggi

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Re: Die Sache mit dem Minijob
« Antwort #3 am: März 28, 2013, 19:29:51 Nachmittag »
@Emirades, super... :sarcastic: :haha: :Oskar: :Oskar: :Oskar: :Oskar: :gb:
Es gibt Leute, die sind 5m neben dem Kopf noch  :ploet:. :sarcastic: :haha: :Oskar:

Offline hony

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Re: Die Sache mit dem Minijob
« Antwort #4 am: März 28, 2013, 22:48:41 Nachmittag »
"Alle Verdienste über 100 Euro im Monat sollen steuer- und abgabepflichtig werden, mit reduzierten Beiträgen für geringe Einkommen" -

Jo, das hörte ich auch vorhin.
Ich frage mich nur, wie das zusammen passt, wenn doch Frau von der Leyen die Hinzuverdienstgrenze bei Rentner gerne erhöht sehen will=? (auch Frührentnern oder Grundsicherungsempfängern)

Was hätte das zur Folge, wenn es soweit käme - ab 100 Euro mehr Versicherungsbeiträge oder Steuerlast usw...?
Dann greifen solche Arbeitgeber erst Recht auf Aushilfen zurück.
Der Markt boomt dann noch mehr - Aushilftskräfte-Markt, Arbeitgeberüberlassung.
Denn, diese Arbeitgeber müssen ja keine Arbeitskraft buchen, für eine 40 Std. Woche, das können die durchaus stundenweise tun.

Ich bin mal frech - ich dachte wirklich: wer von den Grünen und/oder der SPD unterstützt da eigentlich so bereitwillig die Lobbyisten von den Zeitarbeitsfirmen?
Könnte das sein?

Ausserdem: es gibt ne Menge Leute, die zu ihrem festen Job noch am Wochenende eine geringfügige Beschäftigung haben - die dazu verdienen wollen oder müssen (für Urlaub oder Wohnungseinrichtung oder um etwas zur Seite legen zu können usw...) - dann lohnt das sich für die nicht mehr.

Und wie war das mit dem Job für die Mama, die stundenweise zum Haushalt etwas "dazuverdiente" - so 3 - 4 Mal die Woche, einige stündchen?
Lohnt dann für sie auch nicht mehr -

Ausserdem: dieses Gerede, Rentenbezüge stiegen dadurch, ist Schwachsinn - das lohnt sich kaum - selbst wenn demnächst von Minijobs für die RV abgezogen würde. DAs lohnt sich auch noch nicht mal, wenn das 30 Jahre der Fall wäre. So oder so kämen die Leute mit so ner REnte später nie über die Runden.




Offline Emirades

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Re: Die Sache mit dem Minijob
« Antwort #5 am: März 29, 2013, 11:50:47 Vormittag »
 :ga:

100 Euro Grenze:
Heute ist es so, dass für Minijobber vom Arbeitgeber eine Abgabenpauschale von rund 31% erhoben wird.
Dabei gibt es eine Untergrenze von 175 Euro.
Verdient ein Minijobber also nur 100 Euro, so sind vom Arbeitgeber dennoch mindestens für 175 Euro Abgaben zu leisten.

Bei dem neuen Konzept würde der Arbeitgeber sich besser stehen. Der Minijobber hätte weniger in der Tasche.
Hinzu kommt, das ein Job auch mit Kosten verbunden ist, so dass der Arbeitnehmer dann möglicherweise dafür bezahlen muss, arbeiten zu gehen.

---
Zitat
Dann greifen solche Arbeitgeber erst Recht auf Aushilfen zurück.

Eben! Das neue rotgrüne Konzept ist ein trojanisches Pferd, dass nur eine Begünstigung der Arbeitgeber bedeuten würde und die Arbeitnehmer belastet. Wer aber keine andere Alternative hat, muss für noch weniger mehr arbeiten.

---
Zitat
Denn, diese Arbeitgeber müssen ja keine Arbeitskraft buchen, für eine 40 Std. Woche, das können die durchaus stundenweise tun
.
Eine Arbeitszeitbegrenzung gibt es bei geringfügiger Beschäftigung nicht. Ein Arbeitgeber kann also durchaus eine Arbeitszeit von 40 Stunden verlangen und dennoch nur 450 Euro bezahlen. Lediglich in gewissen Branchen bestehende Mindestlöhne müssen beachtet werden.


Stundenlohn und Minijob:

Stundenlohn bei einer 40 Std. Woche = rund 2,60 Euro
Stundenlohn bei einer 35 Std. Woche = rund 3,00 Euro
Stundenlohn bei einer 20 Std. Woche = rund 5,20 Euro
Stundenlohn bei einer 15 Std. Woche = rund 7,00 Euro

Wenn man zu einer maximalen Arbeitszeit von 15 Wochenstunden zurückkehrt, so wie sie vor der Agenda 2010 galt,
wäre das sicher der richtige Schritt in Richtung von Leistungsgerechtigkeit.
Wenn aber so vielen Menschen nur diese Erwerbsmöglichkeit bleibt, so wäre es angemessen, die Verdienstgrenze auf 550 Euro zu erhöhen,
damit die angepeilten Mindestlöhne nicht durch diesen Ausweg unterlaufen werden können und das deutsche Lohndumping nicht noch mehr
Unheil in der Eurozone anrichtet.

Deutschland steht heute nur deswegen so gut da, weil es unseren Nachbarn so schlecht geht.
Das sollten unsere politisch Verantwortlichen - pardon - Nichtverantwortlichen, einmal bewußt werden,
statt sich selbst und ihre Leistungen zu feiern.


---
Minijobs haben eine Berechtigung als Zusatzverdienst für Rentner, Schüler, Studenten, Hausfrauen, Arbeitslose - dass siehst Du ganz richtig.
Sie sollten aber nicht der Entrechtung und Ausbeutung dienen, oder die maroden Kassen des Staates füllen, ohne das dafür ein Anspruch auf Rente, Krankenversorgung etc. entsteht.

Ein wichtiger Aspekt ist auch der Wegfall der Zivildienstleistenden. Die dadurch entstandenen Lücken werden gern durch Minijobs aufgefangen. Die Versorgung in gemeinnützigen Bereichen ist ohne Minijobber kaum denkbar geworden – obwohl dabei ebenfalls gemogelt wird, denn eine Zivi verdiente deutlich mehr als ein Minijobber.

---
Bei meinen Ausführungen habe ich die Krankenkassenbeiträge nicht erwähnt.
Dafür sind 13% in den Pauschalabgaben vorgesehen, die der Arbeitgeber zahlt. Ein Anspruch auf  Krankenkassenleistungen entsteht dadurch aber nicht. Sind die Milliardenerträge der Krankenkassen möglicher Weise darauf zurückzuführen? Zahlen die Leute in prekären Arbeitsbedingungen, damit Krankenkassenvorstände sich über Einnahmen freuen, für die sie nichts leisten müssen?

„Laut BA gibt es derzeit mehr als 7,4 Millionen Minijobs. Für Arbeitnehmer sind Minijobs bis 450 Euro frei von Steuern und Sozialabgaben. Arbeitgeber zahlen eine Pauschale. Beschäftigte haben daher aufgrund von Minijobs keine Ansprüche aus der Arbeitslosen- und Krankenversicherung.“
---

Zitat
Ausserdem: dieses Gerede, Rentenbezüge stiegen dadurch, ist Schwachsinn …

Minijob und Rente:
Ja, die Behauptung, aus einem Minijob könnte ein hübscher Rentenanspruch entstehen ist tatsächlich Schwachsinn.
Wer allerdings seine Rentenanwartschaften nicht mit 60 Beitragsmonaten belegt hat, hat überhaupt keinen Rentenanspruch.
Hinzu kommt für ältere AN, dass sie ihre Ansprüche auf Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit verlieren könnten:

"Liegt Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit vor, ist Anspruch auf Rente gegeben wenn in der Vergangenheit ausreichende Rentenversicherungsbeiträge erbracht worden sind. Die Forderung gilt als erfüllt, wenn der Patient sechzig Kalendermonate versichert war und in den letzten fünf Jahren mindestens sechsunddreißig Beiträge als Pflichtversicherter entrichtet hat."


Für bestimmte Leute ist es also durchaus wichtig, dass Rentenversicherungsbeiträge abgeführt werden.

---

Hintergrund: Agenda 2010 und Rente
Vollmundig hat die Politik verkündet, dass bei der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe
insbesondere die Sozialhilfeempfänger durch den Einbezug in die Arbeitsvermittlung und durch Beiträge zur
Kranken- und Rentenversicherung besser gestellt werden sollten. Ein späterer Anspruch auf Rente
sei so gewährleistet.

Tatsächlich wurden anfangs Beiträge zur Rentenversicherung für ALGII-Empfänger entrichtet.
Dann wurden sie halbiert und schließlich wurden sie abgeschafft. Aber nicht nur für die Sozialhilfeempfänger,
sondern für alle, die Leistungen nach dem Gesetz erhalten.

Besonders betroffen sind dadurch ältere Arbeitslose, die lange in die Rentenkasse eingezahlt haben und aufgrund
einer Erkrankung normaler Weise Ansprüche auf eine vorzeitige Rente hätten. Weil aber keine Beiträge mehr ent-
richtet werden, in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit aber 36 Monate mit Beiträgen
belegt sein müssen, gibt es keinen Rentenanspruch.

Die wohlklingenden Versprechen der Politik sind eben nicht viel Wert. *g*


"Es ist was faul im Staate Dänemark
Die Zeit ist aus den Fugen.
O verfluchte Schicksalstücken!
Dass ich zur Welt kam, sie zurechtzurücken!"



Rätsel: Heute gibt es rund

3,0 Millionen Arbeitslose und

7,2 Millionen Menschen die einen Minijob haben -
4,3 Millionen davon,  haben ausschließlich einen Minijob.

0,9 Millionen Menschen sind als Zeitarbeiter tätig
 
Wer einen EinEuroJob hat oder in Qualifikationsmaßnahmen steckt ist nicht Arbeitslos.
Deutschland hat ein Jobwunder!

« Letzte Änderung: März 29, 2013, 12:48:26 Nachmittag von Emirades »
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Offline Petra

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Re: Die Sache mit dem Minijob
« Antwort #6 am: März 29, 2013, 15:29:54 Nachmittag »
 :laugh:  :gb: e



Florida

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Re: Die Sache mit dem Minijob
« Antwort #7 am: August 26, 2013, 13:24:53 Nachmittag »
Ich habe gerade eine alte Freundin getroffen, die seit der Wende irgendwie durch alle Raster gefallen ist, aber ja arbeiten will und dies auch tut!
421 Euro zahlt ihr das Sozialamt für die Miete, etwas darüber ist ihr Anteil. Dazu bekommt sie Hartz IV. Sie darf dazu verdienen, das ja, aber:
nähme sie einen 450,- Euro-Job an, bliebe ihr netto weniger als mit 30 Wochenstunden für 1,50 Euro die Stunde!
Für sie sind einige Euro mehr oder weniger ein richtiges Gesprächsthema!
Was ich an ihr mag: sie trägt dies in einem Tonfall vor, bei dem man den Eindruck gewinnt: "Das gehört halt zu meinem Leben". Und nicht wie bei anderen: "Mir geht es so schlecht und dir gut". Während ich mich von solchen abgewendet habe, kann ich mit ihr unbedarft umgehen: Geld ist zwischen uns kein Thema und auf meine Handtasche, die ihr sofort ins Auge gefallen war und einige Pullover ebenso wie die ungetragene Lederjacke, die mir eh nicht steht- sie richtig Klasse aussieht, kann ich gerne verzichten. Wie unter Freundinnen halt.

Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, daß sie so richtig ausgebeutet wird, man mit Leuten wie ihr die Statistiken schönt.....

 

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