Autor: kunstmalerdon Thema: Woher kommt das "Böse"?  (Gelesen 1482 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Woher kommt das "Böse"?
« am: März 13, 2013, 17:10:26 Nachmittag »

Bei dieser Diskussion über die Qualität des "Bösen" möchte ich gerne wissen, ob es noch andere Religionen gibt, die neue mögliche Kandidaten für diese Religion als im "Bösen" geboren ansehen.
Ganz abgesehen davon ist es unbesehen nötig, dass das "Böse" ein wesentlicher Teil des Christentums ist. Wie sonst soll jemand vom "Bösen" durch die Taufe in einen anderen Status versetzt werden?
Daraus ergibt sich aber, dass das "Böse" eine Voraussetzung des Christentums ist. Und das ergibt sich auch aus der Überlegung, dass die Bibel davon ausgeht, dass der unendliche und allmächtige Gott das "Böse" geschaffen haben muss. Er wäre eben sonst nicht "allmächtig". Wenn Gott das aber geschaffen hat und ich tue das, was er erschaffen hat nämlich im christlichen Sinne böse sein. dann kann das nicht absolut gesehen schlecht sein.
Ich habe da aber noch eine andere Frage, nämlich:
Was ist denn nun das "Böse"?
"DAS" , Buch der Bücher, nämlich die Bibel hat dazu als Anleitung vieles für den Leser bereit.

Logisch erscheint mir die Überlegung: Wer den genauen (und damit nicht mehr auslegungsfähigen ) Anweisungen des Buches der Bücher zuwider handelt der handelt "böse".
Konkret gesagt: Wer den genauen Anweisungen der einzelnen Bibelzitate zuwider n i c h t tötet, n i c h t steinigt usw. der handelt "böse".

Grausame Bibelzitate

Moses ist zornig, weil nicht alle Frauen getötet wurden!

"Und Mose wurde zornig über die Hauptleute des Heeres, die Hauptleute über tausend und über hundert, die aus dem Feldzug kamen, und sprach zu ihnen: Warum habt ihr alle Frauen leben lassen?"

(4. Mose 31,14-15)
"So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern, und alle Frauen, die nicht mehr Jungfrauen sind; aber alle Mädchen, die unberührt sind, die lasst für euch leben."

(4. Mose 31,17-18)

Todesstrafe für widerspenstige und ungehorsame Söhne!
"Wenn jemand einen widerspenstigen und ungehorsamen Sohn hat, der der Stimme seines Vaters und seiner Mutter nicht gehorcht und auch, wenn sie ihn züchtigen, ihnen nicht gehorchen will, so sollen ihn Vater und Mutter ergreifen und zu den Ältesten der Stadt führen und zu dem Tor des Ortes und zu den Ältesten der Stadt sagen: Dieser unser Sohn ist widerspenstig und ungehorsam und gehorcht unserer Stimme nicht und ist ein Prasser und Trunkenbold. So sollen ihn steinigen alle Leute seiner Stadt, dass er sterbe, ..."

(5. Mose 21,18-21)

Todesstrafe für vergewaltigte Mädchen, wenn sie nicht oder nicht laut genug geschrien haben!
"Wenn eine Jungfrau verlobt ist und ein Mann trifft sie innerhalb der Stadt und wohnt ihr bei, so sollt ihr sie alle beide zum Stadttor hinausführen und sollt sie beide steinigen, dass sie sterben, die Jungfrau, weil sie nicht geschrien hat, obwohl sie doch in der Stadt war, den Mann, weil er seines Nächsten Braut geschändet hat; ..."

(5. Mose 22,23-24)

Todesstrafe für Homosexuelle!
"Wenn jemand bei einem Manne liegt wie bei einer Frau, so haben sie getan, was ein Gräuel ist, und sollen beide des Todes sterben; ..."

(3.Mose 20,13)

Zauberinnen sollen sterben!
"Die Zauberinnen sollst du nicht am Leben lassen."

(2. Mose 22,17)

Kinder sollen zerschmettert werden!
"Wohl dem, der deine jungen Kinder nimmt und sie am Felsen zerschmettert!"

(Psalm 137,9)

Andersdenkende und Andersgläubige (sogenannte "Gottlose") sollen sterben!
"Ach Gott, wolltest du doch die Gottlosen töten! ..."

(Psalm 139,19)

Noch mehr auch gegen Frauen und Kinder gerichtete Gewalt!
"So zieh nun hin und schlag Amalek und vollstrecke den Bann an ihm und an allem, was es hat; verschone sie nicht, sondern töte Mann und Frau, Kinder und Säuglinge, Rinder und Schafe, Kamele und Esel."

(1. Samuel 15,3)


"Es sollen auch ihre Kinder vor ihren Augen zerschmettert, ihre Häuser geplündert und ihre Frauen geschändet werden."

(Jesaja 13,16)


"Da nahmen wir zu der Zeit alle seine Städte ein und vollstreckten den Bann an allen Städten, an Männern, Frauen und Kindern, und ließen niemand übrig bleiben. Nur das Vieh raubten wir für uns und die Beute aus den Städten, die wir eingenommen hatten."

(5. Mose 2, 34-35)


"Und die ganze Beute dieser Städte und das Vieh teilten die Israeliten unter sich; aber alle Menschen erschlugen sie mit der Schärfe des Schwerts, bis sie vertilgt waren, und ließen nichts übrig, was Odem hatte."

(Josua 11,14)


"Aber in den Städten dieser Völker hier, die dir der HERR, dein Gott, zum Erbe geben wird, sollst du nichts leben lassen, was Odem hat, sondern sollst an ihnen den Bann vollstrecken, nämlich an den Hetitern, Amoritern, Kanaanitern, Perisitern, Hiwitern und Jebusitern, wie dir der HERR, dein Gott, geboten hat, …"

(5. Mose 20,16-17)

Völker sollen "vertilgt" werden!

"Du wirst alle Völker vertilgen, die der HERR, dein Gott, dir geben wird. ..."

(5. Mose 7,16)
Die Bibel lehrt einen "großen und schrecklichen Gott"!

"Dazu wird der HERR, dein Gott, Angst und Schrecken unter sie senden, bis umgebracht sein wird, was übrig ist und sich verbirgt vor dir. Lass dir nicht grauen vor ihnen; denn der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, der große und schreckliche Gott."

(5. Mose 7,20-21)
Laut Bibel soll Gott "ausrotten"!

"Er, der HERR, dein Gott, wird diese Leute ausrotten vor dir, einzeln nacheinander. …"

(5. Mose 7,22)

Zitiert nach der Lutherbibel, revidierte Fassung 1984, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2002.
Nun könnte man natürlich argumentieren, dass die Ansicht was im einzelnen als "Böse" angesehen werden muss, auch abhängig ist vom Ablauf der Zeit und damit anderen Voraussetzungen.
Dann habe ich aber Schwierigkeiten vorauszusehen, was zum Zeitpunkt meines Todes aber gerade als "böse" gelten wird.
Sogar in unserer Verfassung gibt es diese Art von Schwierigkeiten.
Im Artikel 21 der Hessischen Verfassung vom 1. Dezember 1946 steht:
(1) Ist jemand einer strafbaren Handlung für schuldig befunden worden, so können ihm auf Grund der Strafgesetze durch richterliches Urteil die Freiheit und die bürgerlichen Ehrenrechte entzogen oder beschränkt werden. Bei besonders schweren Verbrechen kann er zum Tode verurteilt werden.
(2) Die Strafe richtet sich nach der Schwere der Tat.
(3) Alle Gefangenen sind menschlich zu behandeln.

Ja, auch Bayern hatte die Todesstrafe in seiner Verfassung stehen. Durch eine Volksabstimmung wurde diese am 8.2.1998 abgeschafft.

Aber im Grundgesetz heißt es in Artikel 102:

"Die Todesstrafe ist abgeschafft."

Des Weiteren steht in Art. 31 GG:

"Bundesrecht bricht Landesrecht."
Ich erkenne also, dass die Bibel nicht alleine ist mit den Schwierigkeiten die Anweisungen zum Töten zu konkretisieren.

Ich selber hatte in meiner Zeit als Verteidiger schon einmal die Lust verspürt mit dieser Argumentationsweise für meinen damaligen Mandanten zu streiten. Aber wenn ich dann eventuell Erfolg gehabt hätte, dann wäre mir das auch nichte "Recht" gewesen, denn er war eine "unangenehme menschliche Ausscheidungsöffnung".
Trotz ernsthafter Beschäftigung mit dieser Frage habe ich noch keine für jedermann benutzbare Antwort.
Für mich selber bin ich daher auf meine eigene Definition von "Böse" angewiesen. Und ich gebe zu, dass diese Definition auch bei mir schon erhebliche Wandlungen durchgemacht.
Ich helfe mir manchmal mit der Erkenntnis: Ich bemühe mich ... und:
"Wer immer strebend sich bemüht, den können wir erlösen!"
Don, März 2013
kunstmalerdon

Offline Emirades

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Re: Woher kommt das "Böse"?
« Antwort #1 am: März 13, 2013, 18:56:38 Nachmittag »
Sicherlich kennst Du die populäre Kurzformel panta rhei („Alles fließt“) von Heraklit, wobei die für jeden beobachtbare, stetige Veränderung der Dinge augenfällig ist. Der Philosoph beschäftigte sich aber gern mit der Frage von Gegensätzen, wie Wachsein oder Schlafen, Eintracht und Zwietracht, wozu ja auch gut und schlecht bzw. böse gehören. Er sah diese Gegensätze in einer spannungsgeladenen Einheit stehend, also in gewisser Weise als zusammengehörig an, womit er durchaus Recht hat. So bewirkt ein Zuviel häufig, dass sich ein Zustand verändert und sich zum Gegenteil wandelt.

Der Kommunikationswissenschaftler und Psychologe Paul Watzlawick, der gern auf Heraklit's Thesen zurückgriff, war der Auffassung, dass es unmöglich endgültig zu bestimmen sei, was gut und böse ist. Und jedes Urteil darüber sei lediglich ein Wähnen.

Zitate von Watzlawick

"Wenn etwas schlecht ist, muss das Gegenteil gut sein — das scheint fast noch logischer als das Vertrauen ins doppelt so Gute. "
"Nun erhebt sich der Verdacht, dass das Gegenteil von schlecht nicht notwendigerweise gut ist, sondern noch schlechter sein kann. "

"Im Grunde genommen teilen wir alle die Welt in wahr und falsch, gut und schlecht, schwarz und weiß ein. Daher kommt auch die entrüstete Ablehnung der scheinbar seelenlosen Idee, dass eine Beziehung mehr und anders geartet sei, als die Summe der Eigenschaften der beiden Beziehungspartner."

„Ein Zuviel des Guten schlägt stets ins Böse um. Zu viel Patriotismus erzeugt Chauvinismus, zu viel Sicherheit Zwang und zu viel Buttercremetorte Übelkeit."

Bei der Bibel scheinst Du mir zuviel im alten Testament verhaftet zu sein. Der böse, eifernde Gott wird ja im neuen Testament völlig abgeschafft und durch eine der Hingab und Liebe verpflichtete Religion mit dem Glauben an Jesus ersetzt.

... ff

« Letzte Änderung: März 14, 2013, 11:43:50 Vormittag von Emirades »
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Offline kunstmalerdon

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Re: Woher kommt das "Böse"?
« Antwort #2 am: März 20, 2013, 12:27:44 Nachmittag »
Ja, Watzlawik und seine Vorliebe sind mir schon bekannt. Aber ich habe dennoch Schwierigkeiten mir das "absolute Böse und Gute" vorzustellen. Etwas , was für alle und überall gleich ist. Genauso wie "Bekömmlich" und "Unbekömmlich" Wertungen sind, die mit einem Wesen zusammenhängen, ist das auch für  gut und böse. Wenn das aber von jedem einzelnen abhängt, was für ihn gut und böse ist, dann gibt es Schwierigkeiten mit einer moralischen "Allgemeinen Bewertung".
Und was meine Vorliebe des "Alten Testaments" angeht, da habe ich zwar genau solche Beispiele herausgesucht, die eigentlich jedermann ins Auge springen müssten. Nach allgemein christlicher Auffassung ist "Die Bibel" das Wort Gottes. Zwar haben menschliche Schreiber alles zu Papier gebracht, aber nichts von sich aus dazu gefügt.
Wenn Du zuletzt schreibst, dass diese Anordnungen Gottes im "Alten Testament" ja ersetzt worden durch das "Neue Testament" mit ganz anderen  Zielrichtungen, dann frage ich mich, wann kommt denn das "Ganz Neue Testament" also die dritte Auflage und vor allem was befiehlt mir der mich liebende Gott in dieser Neuauflage.
Für mich ergibt dieser Gedankengang eine ganz einfache Schlussfolgerung. "Die Bibel" ist eben doch nicht "Gottes Wort" sondern ein menschliches Machwerk, und als solches auch mit Fehlern behaftet. Das ist aber deswegen nicht schlecht. Die Menschen von damals haben eben damalige Verhältnisse gehabt und die haben zu den damals möglichen Äußerungen gepasst. Und sofort verliert auch der Gott des A.T. seine Schrecken und ich erkenne, dass es eben menschliche Vorstellungen sind, nichts anderes.
Und im N.T. sind auch - na sagen wir mal vorsichtig- Irrtümer zu finden. Wenn die Grundregeln der Addition nicht eingehalten werden, dann ist 1 und 1 nämlich dort manchmal 3. Da kann ich aber drüber schmunzeln, denn auch da sind es nicht "Göttliche Fehler" oder aber die Anweisung unsere Additionsregeln umzustellen, sondern Fehler von Menschen wie ich einer bin und sogar bei mir habe ich schon Fehler festgestellt!!!!
Wenn ich das alles so sehe, dann hat das Wesen, was ich mit "Gott" beschreiben kann, endlich wieder eine für mich vorstellbare Größe von mit dem Verstand nicht mehr fassbarer Dimension. Er wird also wieder "Göttlich"!
Na Gott sei Dank!
Don

kunstmalerdon

Offline Emirades

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Re: Woher kommt das "Böse"?
« Antwort #3 am: März 21, 2013, 19:21:11 Nachmittag »
An sich ist nichts entweder gut oder böse, sondern das Denken erst macht es dazu
William Shakespeare in Hamlet

Ich habe mir vor längerer Zeit einmal die Frage gestellt, ob der barmherzige Samariter wirklich gut handelte.
Er hat einen schwer Verwundeten aufgefunden, der dem Tode nahe war, hat ihn versorgt, ihn in eine Herberge gebracht
und dafür bezahlt, dass man den Verletzten gesund pflegen möge.

Was, wenn dieser Mensch ein Bösewicht war, dem der Samariter durch seine Barmherzigkeit nur dazu verholfen hat,
seine Schlechtigkeiten weiterhin fortzusetzen? Es wäre nicht der erste Fall, bei dem das scheinbar Gute dem Bösen
nützt. Gerade da, wo das gute zu Hause sein sollte, wo Menschen eng verbunden miteinander umgehen, scheint es
dessen Gegenteil besonders stark ausgeprägt zu sein.

Kain erschlägt den Abel. Familien sind zerstritten, Rosenkriege enden im Hass.

"Es gibt keine Freunde, die man nicht verlieren,
und keine Feinde, die man sich nicht zuziehen könnte."

Winston Churchill 

Das Gute bringt scheinbar nicht nur gute Früchte hervor.
Auf seinem Mist gedeiht wohl ebenfalls das Schlechte gut.

Die Bibel als Märchenbuch des richtigen moralischen Handelns, eine Anleitung und Aufforderung zum Gutsein?
Leider nicht immer. Dennoch enthält sie viele Beispiele die den Menschen den Weg weisen, um mit ihren
Nächsten ehrbar umzugehen. Die Kurzformel: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst!
Ist der Kern der Sache, die man abgewandelt als Goldene Regel in der ganzen Welt findet:

http://www.scarboromissions.ca/Golden_rule/images/large_golden_rule_poster.jpg
Woher kommt das "Böse"?


Mir gefällt ihre Aussage und ich bemühe mich, nach ihr zu leben.


LG Emirades

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Offline mimPutz

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Re: Woher kommt das "Böse"?
« Antwort #4 am: April 15, 2013, 17:42:31 Nachmittag »
Lieber Don,
es bedarf keiner Religion, das Böse zu definieren oder anders ausgedrückt: Das eigene Ziel definiert das Gute und was das eigene Ziel beeinträchtigt ist automatisch das Böse.

Wer keine Kompromisse macht ist automatisch für die mit gegenteiligen Zielen due auch keine Kompromisse machen böse.

Also bestimmt der Willen das Gute und das Böse, und die Erkenntnis erlabt im Nachhinein vielleicht zu sehen, dass vieles was wir im Moment gut finden für die Ziele die wir haben böse oder schlecht ist.



Wird dieses Prinzip auf ein ganzes Volk übertragen, ist es klar, dass jene Ziele, welche die Mächtigen haben, bestimmen was gut und was böse sei und je weiter die Ziele der Mächtigen von den Zielen des Volks entfernt liegen, um so härtere Führung und strengere Anwendung der Gesetze ist nötig.
Eigentlich könnte man an der Zahl der Ordnungskräfte und der Gefangenen messen, wie volksnah der Willen der Führung ist — das Problem dabei ist, dass es oft schwierig ist, die Ziele der Regierung volksnah zu präsentieren.
Und wenn die ganze Erdbevölkerung ein Volk ist, wir es wohl unmöglich das zu bewerkstelligen, dass nämlich die Leute begreifen was Gur sei und was Böse, den jedem ist das eigene Hemd das Nächste.
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Offline Teufelchen

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Re: Woher kommt das "Böse"?
« Antwort #5 am: April 21, 2013, 14:08:52 Nachmittag »
woher kommt das Böse......
das habe ich mich kürzlich gefragt, als ein Bekannter sich mir gegenüber sehr böse verhielt.
Woher kommt diese bitterböse Äußerung, die er tätigte.....

Aus Neid? aus Mißgunst? aus Unsicherheit? aus einer Laune heraus? aus Ärger? über mich? über sich selbst?
Als Freimaurer, der er ist, sollte er jeden Tag eine gute Tat tun, und morgen besser als heute sein............
das muß er vergessen haben.
Ich hielt immer große Stücke auf ihn - und bin am meisten über mich selbst entsetzt, dass ich mich in einem Menschen so sehr täuschen konnte.

Trotzdem weiß ich noch immer nicht, woher das Böse kommt .........
De gustibus non est disputandum!

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Offline mimPutz

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Re: Woher kommt das "Böse"?
« Antwort #6 am: April 21, 2013, 14:22:21 Nachmittag »
Das kommt nicht woher, das ist immer da.
In dem Moment, da sich dieses Mensch Dir gegenüber böse verhielt, war es ihm selbst vielleicht nicht bewusst, vielleicht doch.
Wie auch immer, Dich hat es verletzt.
Das Böse kann auch dadurch entstehen, dass zwei nicht zusammen passen in diesem Moment, da es eben entsteht, es raucht keine Absicht zu sein.
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Offline hony

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Re: Woher kommt das "Böse"?
« Antwort #7 am: April 21, 2013, 14:30:26 Nachmittag »
Wenn das Böse immerdar ist und war, war das Gute auch immerdar.

Im Prinzip ist es so (mal bezogen auf das Verhalten der Menschen gegeneinander, füreinander - miteinander und untereinander) - was der eine als "das Böse" sieht, sieht der andere als "knochentrockene" Wahrheit an.
Oft als Kritik, als Analyse - jedoch nicht als etwas Böses.

Das wirklich "Böse" - so in Form von einer Person - etwa Hitler - ist ein Gefüge von verschiedenen "Dingen", die diese Person tätigte oder initiierte.
Zu dem Bösen um Hitler, gehörten auch seine Mitläufer und man könnte sogar einen Großteil der damaligen deutschen Bürger als böse bezeichnen, da diese dem Bösen keinen Einhalt gebieten "wollten".

Das Böse kann auch (weider bezogen auf die Kommunikation der Menschen untereinander) schlicht und ergreifend: das Freche sein. Mal mit Absicht "veranstaltet", mal aus einer "üblen" Laune heraus, mal aus Unwissen - und manchmal deshalb, weil der Mensch sich nichts dabei denkt.

z. B.: DAS Mensch, find ich höchst albern, sage ich hier mal knochenhart.
Aber "böse" meine ich "meine" Meinung in dem Fall, nicht.

Noch alberner, sogar grottenschlecht -  finde ich die Wortschöpfung: Menschin - aber böse "meine" ich es auch wieder nicht.

:angel:
« Letzte Änderung: April 21, 2013, 14:32:00 Nachmittag von hony »

Offline mimPutz

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Re: Woher kommt das "Böse"?
« Antwort #8 am: April 21, 2013, 14:44:02 Nachmittag »
Nimm mal das Beispiel Elektrizität.
Du hast zwei Pole, wenn die richtig am Gerät angebracht weren, ist es das Gute, werden sie aber der eine an Deinen Zeh und der andere an den Finger gehalten, ist es relativ böse, ausser dieser Elektroschock bewirke in einer therapeutischen Massnahme wieder etwas Gutes.
So kann das Böse Mittel zu gutem Zweck sein und umgekehrt: Wenn einer Böses will, kann er als Mittel zum Zweck Gutes zum Köder auslegen.

Der Aspekt der Absicht ist ein sehr wichtiges Moment in dieser Sache, insbesondere vor Gericht.

Hingegen ist es tatsächlich schon vorgekommen, dass jemand Gutes wollte und erreichte und alle zufrieden waren, aber dafür bestraft wurde weil er seine Kompetenzen überschritten hatte in den Augen des Systems. Also wurde das Gute bestraft, ist dann das System böse?


Schön, wenn Du das Mensch albern findest,
dann ist das Rind und das Pferd und das Huhn auch albern.
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Offline Emirades

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Re: Woher kommt das "Böse"?
« Antwort #9 am: April 21, 2013, 14:58:27 Nachmittag »
Das Mensch ist auf jeden Fall politisch korrekt. Deshalb gibt es ja jetzt sogar "zu Fuss gehende" und Radfahrende in der Straßenverkehrsordnung.
Sprachverstümmelung ist dabei Nebensache. Die Deutschen sterben ja sowieso aus, wozu dann noch irgendwelche Werte hoch halten.
Menschin hingehen ist nicht nur diskriminierend, sondern eine ganz neue Art für Denkverwirrte. Wen könnte man denn unter einer solchen Gattung alles einsortieren?
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Offline hony

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Re: Woher kommt das "Böse"?
« Antwort #10 am: April 21, 2013, 15:13:07 Nachmittag »


Schön, wenn Du das Mensch albern findest,
dann ist das Rind und das Pferd und das Huhn auch albern.

Das ist höchst unsinnig (was nicht böse gemeint ist) - unsere Sprache hat nun mal - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt - die Artikel so "festgelegt": der Mensch - die Menschen.
Das Rind - die Rinder.

Ich fände es auch albern, nun auf einmal: das Mann - zu sagen!

Zitat: Der Aspekt der Absicht ist ein sehr wichtiges Moment in dieser Sache, insbesondere vor Gericht.

Ich stehe nicht vor Gericht - auch nicht, wenn ich zufällig - mal gerade so nebenher - des Morgens - einem ungeliebtem Nachbarn begegne, der mir evtl. unangenehm "rüberkommt" und mich "von der Seite" anpfeifft - mit irgendwelchen Worten oder Floskeln.

Der steht auch nicht vor Gericht - dieser Nachbar - aber, in meiner Gunst gaaaanz weit unten.
Entweder "fängt" er sich einen Spruch ein, der ihm die Kinnlade runterklappen lässt und verstummen lässt (nein, nein - keinesfalls eine Beleidigung, die geahndet werden könnte) - oder ich schau ihn nur "von der Seite" kurz an - und ignoriere ihn ansonsten.

Gericht ist aber ein sehr gutes Stichwort:

Man nehme 2 Parteien, die sich vor Gericht "streiten" - um Sorgerecht oder Aufteilung der Vermögenswerte vor Gericht.
Unter Garantie denkt jeder Mandat der Gegenseite, der andere Jurist/Anwalt, führe etwas "Böses" gegen ihn im Schilde, er wolle ihn "übervorteilen".


Offline mimPutz

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Re: Woher kommt das "Böse"?
« Antwort #11 am: April 21, 2013, 15:46:01 Nachmittag »
Das ist höchst unsinnig (was nicht böse gemeint ist) - unsere Sprache hat nun mal - zumindest zum jetzigen Zeitpunkt - die Artikel so "festgelegt": der Mensch - die Menschen.
Das Rind - die Rinder.
Das Mensch, der Mann, die Frau
Das Rind, der Stier, die Kuh
Das Huhn, der Hahn, die Henne
vollkommen logisch

Ich fände es auch albern, nun auf einmal: das Mann - zu sagen!
Dann kanst Du auch das Hahn und das Stier sagen, klingt wie jemand aus dem Ausland der noch nicht lange Deutsch kann.

Zitat: Der Aspekt der Absicht ist ein sehr wichtiges Moment in dieser Sache, insbesondere vor Gericht.

Ich stehe nicht vor Gericht - auch nicht, wenn ich zufällig - mal gerade so nebenher - des Morgens - einem ungeliebtem Nachbarn begegne, der mir evtl. unangenehm "rüberkommt" und mich "von der Seite" anpfeifft - mit irgendwelchen Worten oder Floskeln.

Der steht auch nicht vor Gericht - dieser Nachbar - aber, in meiner Gunst gaaaanz weit unten.
Entweder "fängt" er sich einen Spruch ein, der ihm die Kinnlade runterklappen lässt und verstummen lässt (nein, nein - keinesfalls eine Beleidigung, die geahndet werden könnte) - oder ich schau ihn nur "von der Seite" kurz an - und ignoriere ihn ansonsten.
Das sagt je niemand, ob Du oder sonst jemand vor Gericht stünde, aber in der gesellschaftlichen Verarbeitung von Gut und Böse ist nun mal die Rechtsprechung nicht unerheblich, da geht es ums Prinzipielle.
Was das mit Dir und Deinem Nachbarn zu tun hat merkst Du dann, wenn Du ihm versehentlich oder absichtlich einen Schaden zufügst.
Versehentlich kann man sich vielleicht aussergerichtlich einigen, zwecks Billigkeit, bei Absicht gibt es Anklage.
Wenn bei Versehen auch Anklage erhoben wird, ist die Beurteilung eine andere als wenn Absicht vorliegt, denn bei Absicht kommt das Böse vom Täter, bei Versehen eben nicht

Gericht ist aber ein sehr gutes Stichwort:

Man nehme 2 Parteien, die sich vor Gericht "streiten" - um Sorgerecht oder Aufteilung der Vermögenswerte vor Gericht.
Unter Garantie denkt jeder Mandat der Gegenseite, der andere Jurist/Anwalt, führe etwas "Böses" gegen ihn im Schilde, er wolle ihn "übervorteilen".
Das ist nichts Böses, das ist normaler Gerichtsalltag, dass jede Partei gewinnen will. Bei einem Regelbruch ist dann allerdings möglich, das Urteil anzufechten.
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