Autor: kunstmalerdon Thema: Muttersorgen  (Gelesen 1256 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Muttersorgen
« am: März 06, 2013, 11:50:11 Vormittag »



Muttersorgen

Eine ältere Dame stirbt und kommt in den Himmel.
Dort fragt sie nach im großen Eingangsgetümmel,
wie könnte sie wohl zu Mutter Maria kommen?
Sie habe sich nämlich fest vorgenommen
Maria wegen Jesus etwas Persönliches zu fragen
Und die könnte ihr sicher die richtige Antwort sagen.
Schließlich wird ihr diese Gnade zuteil.
Sie bedankt sich und sagt das sei wichtig weil
Sie konnte sich auf Erden schon nicht denken
Was sei das für ein Gefühl, der Welt so einen Sohn zu schenken.
Jesus wurde doch schon zu Lebzeiten von Millionen als Gott verehrt.
Maria antwortete: Ach für mich lief das Ganze doch verkehrt.
Um ehrlich zu sein, ich hatte gehofft, wie fast alle Mütter hier auf Erden
Mein Sohn, der würde am besten  ein richtiger Arzt werden!!!!
Don,  März  2013
kunstmalerdon

Offline Ugge

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Re: Muttersorgen
« Antwort #1 am: März 06, 2013, 15:06:19 Nachmittag »

 :lol: :lol: :lol:

Da hat er wohl den falschen Beruf gewählt, wie's aussieht.  :laugh:
Das steht in der Bibel aber nirgends vermerkt, genausowenig wie diese Begebenheit:


Am Seeufer stand die Mutter Marie,
sie blickt auf den Sohn, unzufrieden war sie:
"Warum er nur über den See laufen muss,
wozu hab ich ihm denn bezahlt  den Schwimmkurs?"

... und diese Reime hat Ugge verbrochen




Online Petra

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Re: Muttersorgen
« Antwort #2 am: März 06, 2013, 15:38:55 Nachmittag »
 :lol: :lol: Klasse

Offline Emirades

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Re: Muttersorgen
« Antwort #3 am: März 06, 2013, 16:50:33 Nachmittag »
Ein Seelenklempner ruft Hurra,
die Müllabfuhr ist wieder da.

Die Seelen werden dort verladen,
damit sie nicht zu lange darben -
und endlich kommen ohn' Verdruss,
zum Petrus, wo man beten muss.

Tagein, tagaus herrscht hier nur Freude,
wozu man brav das Knie auch beuge.
Man schleift und putzt die heil'gen Scheine,
als ob in Deutscher Bank man Weile.

Gelegentlich sorgt solch' Tortour,
dass man bewilligt eine Kur,
so darf man dann zum Zeitvertreibe,
als Engelchen im Moorbad weilen.

Das macht vergnügt und auch recht munter,
man betet Rosenkränze runter,
bis alles in der Ewigkeit
nach neuen Putzkolonnen schreit.

Drum bleib ich hier, so lang es geht,
weil mir ein Engelhemd nicht steht.

---

Mit lieben Grüßen und Dank an Don
Emirades
Wer Glück sucht
muß sich zuerst selbst finden.

Offline kunstmalerdon

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Re: Muttersorgen
« Antwort #4 am: März 07, 2013, 12:21:53 Nachmittag »
Ja!!! Alle Antworten freudig erregt begrüßt. Ich habe am Samstag eine neue Lesung und  erschaffe einige Novitäten, denn ich kann meinen Zuhörern ja nicht nur olle (aber schone) Kamellen anbieten. So kommt es, dass bald noch etwas mehr auch hier ankommt.
Bis bald also!
Don
kunstmalerdon

Offline esse-est-percipi

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Re: Muttersorgen
« Antwort #5 am: März 08, 2013, 12:50:03 Nachmittag »
[Für Don]


Mutterklage

Maria in den Wolken sitzt,
sichtlich ist ihr Gemüt erhitzt.
Ihr Antlitz voller Plag und Gram
erinnert uns an Sauerrahm.

Die Mutterbrust voll Trauer schon
denkt sie an ihren einz‘gen Sohn
und hebt mit leiser Stimme dann
zu ihrer Klagerede an:

„Ich weiß, die Worte klingen hart:
nicht willig hab ich mich gepaart,
ER nahm mich, wie ER wollte, feist
von oben - dieser „Heil’ge“ Geist.

In jener unheiligen Nacht
hat ER mir - ach! - ein Kind gemacht,
das eigentlich ich nicht gewollt,
doch ER hat sich auf mich gerollt.

Auch hatte ich schon einen Mann,
Josef zu seiner Frau mich nahm,
kurz: ich war doch schon fest vergeben,
musst‘ solche Schande miterleben!

Und immer dicker wurd‘ mein Bauch
und Josef merkte das bald auch.
Er stand zu mir – ich war gerührt,
denn Josef hat‘ mich nicht berührt.

Herodes wahnsinnig entschied
„Wir machen Kindergenozid!“
Deshalb waren wir auf der Flucht.
Und alle Zimmer ausgebucht!

In Bethlehem barsch abgewiesen,
und ausgenutzt – beim Preis beschissen.
Ich dachte schon, ich krieg ‘nen Knall:
wir landeten schließlich im Stall!

Ich fror, es stank, es blies und pfiff,
davon macht man sich kein’n Begriff.
Selten hab ich so hart geschlafen
bei Eseln, Rindern, Ziegen, Schafen.

Das Kind, es lag wohl falsch herum.
Je nun, es schmerzte, sei es drum.
Die Ursache für meine Pein:
verkeiltes Kind mit Heil’genschein.

Nur mühsam kam es schließlich raus.
Diese Geburt, sie war ein Graus!
(Zum Glück: bei spät’ren Schwangerschaften
Konnt‘ ich die Sache gut verkraften.)

Danach hätt‘ ich so gern gepennt,
doch blendete am Firmament
ein heller Stern, der grell mich traf,
und raubte mir den letzten Schlaf.

Und dann, zu allem Überfluss,
kamen zu unserem Verdruss
drei Nerds, die sich als Weise gaben.
Wer hatte die bloß eingeladen?

Bei Facebook hatten sie „geliked“,
dass hier ‘ne coole Party steigt.
Auch kamen sie nicht uns'retwillen,
sie wollten mit paar Engeln chillen.

Es heißt, in jener Schicksalsnacht,
Geschenke hätten sie gebracht.
Doch hab‘n sie alles aufgegessen
und anschließend den Müll vergessen.

Dann war da noch die Namensfrage.
Ein Engel machte die Ansage:
‘Den Namen „Paul“ könnt ihr euch klemmen,
denn „Jesus“ habt ihr ihn zu nennen. ‘

Als dann die Luft war wieder rein,
so kehrten vorsichtig wir heim,
und Josef, ganz ein Zimmermann,
fing prompt wieder zu hobeln an.

Der Fleisch gewordene Betrug
entpuppte sich als neunmalklug,
der Kleine wusste alles besser
und schnitze mit dem Taschenmesser

aus Holz zwölf kleine Kameraden
auch hatt‘ er irgendeinen Schaden:
im Gleichnis redete er stets
und war mit Typen unterwegs,

die irgendwo er aufgelesen
und sprach „gut kehren neue Besen“
zu predigen fing er noch an
und legt‘ sich mit der Staatsmacht an.

Im Tempel hat er randaliert.
Die Lage schließlich eskaliert,
als er die Rabbis korrigiert,
Lehrsatz auf Lehrsatz annuliert.

Man ahnt, das ging nicht lange gut,
entladen musste sich die Wut
auf ihn, Skandal im Überfluss.
Verraten durch ‘nen Bruderkuss.

Dann vor Gericht im Augenschein
reitet er sich noch tiefer rein.
Auch mich haben sie scharf gefragt,
was denn die Mutter dazu sagt.

Ich sagte laut, ich fänd‘ es Schrott,
hält sich der eig‘ne Sohn für Gott.
Bescheiden war er nie gewesen,
Ich weiß warum: er konnte lesen!

Das hat ihm den Verstand verwirrt,
der alles weiß, sich niemals irrt,
und andere auch noch belehrt…
Von Anfang an war das verkehrt.

Doch hatte ich ihn ja auch lieb,
der ehrlich war, kein Schuft, kein Dieb.
Ein Rüffel hätte voll genügt,
stattdessen er in Ketten liegt.

Und schlimmer! Er kam auf’s Schaffott
der selbst ernannte Drittelgott.
Die UNO? Ach, die gab’s noch nicht.
Und Jesus wurde hingericht‘.

Wofür gebär ich einen Gott,
wenn dann perfide ein Komplott
dahinrafft den verschrob’nen Spross?
Was mach' ich bloß, was mach' ich bloß?“

So sprach Maria in der Höh‘,
voll Gram, voll Schmerz, voll Frust, voll Weh.
So woll’n wir sie mit Herzensgesten
als Heil’ge ehren, ehrlich trösten:

Dein Sohn ist nicht umsonst gestorben.
Es gebührt ihm ein besond’rer Orden:
Verwirr der Menschen Köpfe nicht,
das Ird‘sche sei Dir erste Pflicht!
Denn wem der Gott zu lieb geworden,
der wird in Seinem Namen morden,
verengt auf uns’re Welt die Sicht.
Hier endet plötzlich das Gedicht.
« Letzte Änderung: März 08, 2013, 15:16:36 Nachmittag von esse-est-percipi »
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Offline kunstmalerdon

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Re: Muttersorgen
« Antwort #6 am: März 08, 2013, 14:38:24 Nachmittag »
Ich bin nahezu sprachlos vor Überraschung und Freude. Und ich bedanke mich aus ehrlichem Herzen. Bei einer meiner nächsten Lesungen werde ich es - natürlich mit der richtigen Namensnennung - auch einbringen!!
Und ich lade Dich hiermit auch sofort zu meiner Beerdigung ein. Lies mal mein neuestes "Opossum".
Don
kunstmalerdon

Offline esse-est-percipi

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Re: Muttersorgen
« Antwort #7 am: März 08, 2013, 15:01:39 Nachmittag »
Gerne, gerne. War Arbeit und hat Spaß gemacht (frei nach Valentin).
Wenn Deine Lesung in Berlin ist, komme ich gerne dazu...  :friends:
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Online Petra

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Re: Muttersorgen
« Antwort #8 am: März 08, 2013, 15:28:36 Nachmittag »
[Für Don]
Mutterklage

Von Don und Emirades bin ich ja schon tolle Gedichte gewöhnt, aber hierfür ganz großes Lob von mir!  :clapping: :im_so_happy:

Offline Emirades

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Re: Muttersorgen
« Antwort #9 am: März 12, 2013, 16:41:40 Nachmittag »
Sieh an, was für Talent sich zeigt,
vor dem man sich doch gern verneigt.
Die Bibel aufgehübscht gelesen,
kann einem doch echt Freude geben.

 :clapping:

Jetzt fehlt nur noch Eva und Mann,
und was ein Apfel alles kann.
Wo paradiesisches Geschehen,
gar sündig endet, mit viel Wehen.

Wo Schweiß im Angesicht der Mann,
mit Eva planschend baden kann,
und Feigenblätter nötig sind,
wegen dem kalten, frischen Wind,

der als Bestrafung wohl gedacht,
den Menschen erst in Schwung gebracht,
und ihn von Schlangenhand verführt,
bis heute in den Lenden spürt.

 :biggrin:


 
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