Autor: kunstmalerdon Thema: Blumen sehen und riechen, ja, aber hören?  (Gelesen 1041 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Blumen sehen und riechen, ja, aber hören?
« am: Mai 23, 2011, 16:05:10 Nachmittag »
Seit wann können wir die Blüten einer Blume nur sehen und riechen aber nicht mehr hören?

Es ist ja noch gar nicht solange her, da gab es die berühmte  Insel Symfonia Colorata dicht vor der heutigen Welt von uns Menschen. Das war ein sehr gut besuchter, beliebter Urlaubsort für viele Interessierte.
Jetzt ist der Zugang zu der Insel nur noch sehr eingeschränkt möglich, weil sich ganz allgemein der Nebel der Vergesslichkeit zusammen mit der Duftwolke der Unsichtbarkeit dort breitgemacht hat. Alle Kapitäne und Lotsen, die vorher ihre Schiffe dorthin auslaufen ließen, finden den Weg dahin nicht mehr. Das ist durchaus schade, denn der Aufenthalt dort war sehr interessant.
Stell Dir doch einmal vor, Du gingest dort spazieren, und siehst den seltenen
Ich-liebe-Dich  Strauch. Seine rosaroten und himmelblauen Glockenblüten bimmeln ohne Unterlass ihr „Ich liebe Dich- I love you-  je t’aime“ in allen möglichen Sprachen zu. Meistens ganz zart und leise, manchmal aber auch beschwörend laut, je nachdem ob Du allein oder als Paar vorbeigehst und wie sehr das Paar sich liebt. Und manchmal bimmeln die rosigen Frauenblüten ganz leise und die himmelblauen Männerblüten durchaus lauter. Und manchmal ist es umgekehrt. Und der Duft von Ambra und Ambrosius änderte sich auch je nach Klangfarbe gleichzeitig.

Und weiter hinten steht schon der berüchtigte Baum Regnetofix, dessen Früchte, sobald sie reif sind, die berühmten Ich-ärgere-mich-grün-und-blau-Tropfen versprühen. Und Du wirst nicht nur  Grün und Blau gefärbt, sondern Du hörst auch gleichzeitig mit jedem zerplatzenden Farbtropfen die disharmonischen C Dur und A Septimen Akkorde von zwei verschiedenen Diskant-Elefanten trompetet. Da rennst Du aber ziemlich schnell vorbei!!!

Die symbolträchtigen Pflanzen geliebt von Männern und Frauen „Je länger, je lieber“. Ihre  zarten Farben von orange bis goldgelb klingen mit ihren lang anhaltenden Tönen von verschiedenen Schattierungen der Klangschalen noch lange in der Erinnerung nach.




Da lauern irgendwo die kalauernden Stilblüten in auffälligem Pink vor sich hin, wenn sie die vorübergehenden Deutschlehrer warnen: „Genitiv ins Wasser! Es ist Dativ!“

Hier schaukelt ein Falter zart auf einer hellblauen Blüte, die ihre ständige Bitte jedem vorüberschlenderndem Besucher nachruft: “Vergissmeinnicht!“
Und ganz ruhig sitzt er da, der Schmetterling, wo er doch laut schmettern müsste. Aber sein Geheimnis ist, dass er es aus Höflichkeit nur dann tut, wenn ihn niemand hören kann.
Und so bleibt sein stilles Schmettern sein Geheimnis ebenso, wie die Antwort auf die Frage: „Was fühlt ein Schmetterling im Bauch, wenn er verliebt ist?“

Dahinten liegt ein Haufen Schrott, das ist der bevorzugte Ort von blauen Feilchen, die ihr kreischendes Feilen nicht unterdrücken können.
Und manchmal entdeckt man auch die berühmten Sitzungsblumen, die gelben Brisanthemen deren Durcheinandergebabbel sowieso niemand versteht.

Früher muss hier mal ein Standesamt gestanden haben, denn die orangefarbenen Ringelblumen hauchen jetzt noch andauernd ihr zartes „Ja“, jedem zu.
Und nicht weit davon finden sich die Psychiaterblumen in allen möglichen Farbschattierungen, die Neurosen, die ständig von sich erzählen müssen.

Dort neben der Linde war sicherlich das Gasthaus „Zur Linde“; davon zeugen in allen möglichen Gelbschattierungen die jetzt immer noch zu einem Rausch führenden Biertulpen. Mit einem Gläserklang wünschen sie immer wieder „Prosit“!

Und die ganz gemeine „Guten –Tag- und- guten- Wegwarte“, steht an fast allen Straßenrändern und brabbelt in einem fort ihre blassblauen Wünsche in den Wind.









Und natürlich dürfen wir die herrlichen Duftfarben der Windrose nicht vergessen. Sie bewegt sich sanft schaukelnd oder stürmisch  bewegt,  je nach dem, welcher Luftzug gerade vorüber rauscht.

Der Nordwind zum Beispiel braust wie ein Blizzard mit seiner absoluten Kühle in Eisblau zischend und schneidend in seiner Kälte, der Südwind säuselt zart wie ein Schirokko in einem saharagelben Gänsedaunenkissen, der Westwind dagegen kommt
uns entgegen wie ein Monsun mit Schiefergrau und Silber und tönt einschläfernd wie warmer Regen.
Und schließlich erzählt uns der Ostwind von Abenteuern in aufregendem Rotorange und Blauviolett in einem nicht enden wollenden Stakkato.


Sag mal, mit welchem Luftzug würdest Du am liebsten zurückreisen? Du weißt ja, das berühmte Luftschloss des Herrn der Winde, namens Äolus, erreichst Du nur mit einem Luftzug oder einem Luftschiff oder mit einem Schlitten gezogen von einem Gespann von Windhunden!
Und nur von diesem Luftschloss geht ein direkter Windkanal in unser Alltagsland zurück.
Ach, Du willst noch länger hier bleiben? Nun, dann pass auf Dich auf und schlag meine Warnung vor dem Nimmerleinswald nicht in den Wind. Denn dort wohnt das Chaos der Farbexplosionen, das alle möglichen Töne auf einmal erklingen lässt, sodass jeder Mensch sogleich jedwede Orientierung verliert.
Kein Mensch weiß wie viele „Arme Seelen“ dort schon herumirren, darauf hoffend eine farblose Oase der Stille zu finden, damit sie den Weg zurück doch noch schaffen können.

Weißt Du, insofern ist es vielleicht doch ganz gut, dass  der Nebel der Vergesslichkeit den Zugang zur Insel Symfonia colorata jetzt unauffindbar gemacht hat; meinst Du nicht auch?
Denn nur so gibt es eine Stille, in der man meint,
man müsse die einzelnen Minuten hören, wie sie
in den Ozean der Ewigkeit hinuntertropfen.
kunstmalerdon

Offline Petra

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Re: Blumen sehen und riechen, ja, aber hören?
« Antwort #1 am: Mai 23, 2011, 16:53:30 Nachmittag »
 :gb:  :danke:


Offline kalli

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Re: Blumen sehen und riechen, ja, aber hören?
« Antwort #2 am: Mai 23, 2011, 18:52:49 Nachmittag »
also ,meine blumen scheinen blind zu sein.ob sie riechen können kann ich nicht sagen ,weil sie mich nicht hören,  .....können oder wollen  :biggrin:
gaudium et laetitia et cetera........ oder wie wir sagen, friede,freude,eierkuchen

Offline HeyJo

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Re: Blumen sehen und riechen, ja, aber hören?
« Antwort #3 am: Mai 24, 2011, 12:24:31 Nachmittag »
Vor vielen Jahren sah ich nicht nur Blumen,sondern auch eine andere Pflanze: Gras - speziell Bambus - hörte ich im Botanischen Garten in Blanes - wachsen.
Auch andere Pflanzen haben ihre Sprache wie die Espe und die Pappel im Wind. Aber eine ganz spezielle Sprache haben Kiefern, die nach Flüssigkeit singend wimmern. An besonders trockenen Tagen habe ich schon oft die Kiefern bei uns in der Heide Singen hören, verbunden mit lautem Knacken in den Ästen und am Waldboden.
Aber Achtung das ist allerhöchste Waldbrandgefahr!
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