Autor: kunstmalerdon Thema: Gedanken über das Alter  (Gelesen 1832 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Gedanken über das Alter
« am: April 12, 2011, 14:38:43 Nachmittag »

Gedanken über das Alter !

Die Feier für meinen 78. Geburtstag ist noch nicht lange her. Und dass ich diese Feier miterleben durfte liegt daran, dass ich das Glück hatte nicht schon früher zu sterben.
So kam es, dass ich mir einige Gedanken über das Alter machte. Und ich merkte sehr schnell, dass es da zwei Arten von „Alter“ gibt. Das biologische bzw. körperliche Alter und das biographische.
Das biologische Alter gibt den Gesundheitszustand im Vergleich zum Durchschnitt an.  Mein biologisches Alter einzelner Organsysteme ist durchaus unterschiedlich. Mein  Herz ist in einer ausgezeichneten Verfassung. Es ist wahrscheinlich biologisch jünger als es meinem biographischen (zeitlichen) Alter entspricht. Dagegen sind meine Gelenke  stärker verschlissen und mussten durch künstliche Gelenke ersetzt werden. Die Gelenke sind also schon vorgealtert und somit biologisch älter als ich selbst. Das biologische Alter ist deshalb eher ein Gradmesser für den individuellen körperlichen Zustand und die Gesundheit eines Menschen, als das normale Lebensalter. Diese Unterschiede zwischen biographischem und biologischem Alter könnten zum Teil auf eine angeborene "Veranlagung" zurückgeführt werden. Andererseits unterliegen sie auch sehr stark äußeren Einflüssen.
Ein Beispiel für einen angeborenen Einfluss auf das Altern ist ein Mensch mit einer angeborenen Prostata Erkrankung. So ein älterer Mensch hat jetzt ein internes Kommunikationsproblem zu lösen. Der Kopf sagt ihm: Jetzt kann ich endlich tun, was ich will!  Aber er hat das Problem, dem Körper klarzumachen, dass der auch tut was der Kopf will!! Das ist aber wohl auch eine grundsätzliche altersbedingte Erkenntnis, nämlich nicht mehr immer können, wenn man will. Aber ich muss jetzt auch nicht immer wollen, selbst wo ich könnte. Überspitzt könnte ich auch sagen, das ist ein grundsätzlicher Unterschied zwischen „Jung“ und „Alt“. In der Jugend ist fast nichts klar, aber fast alles möglich und im Alter ist fast alles klar, aber fast nichts mehr möglich. Mich tröstet da aber meine Erkenntnis: in meinem Alter darf ich bleiben, was ich bin, und muss nicht mehr werden, was ich soll.
Aber ich merke grad, ich schweife ab.
Also zuerst mal zum Grundsätzlichen. Das Alter ist keine Krankheit. Davon kann ich nämlich nicht geheilt werden. Und „Alter“ ist auch keine Anredeform. Alter ist auch sonst nichts „Schlimmes“! Es gibt etwas viel Schlimmeres, nämlich sich selbst zu überleben! Und ich kann auch gar nicht sagen, wie „alt“ ich gerade im Augenblick bin, denn mein Alter ändert sich ständig.
Dann schaue ich mir mal meinen Körper an, wie der es so hält mit seinem Alter. Biologisch betrachtet bestehe ich aus lauter Zellen. Und die bestehen aus dem » Zellkern“ (mit dem Erbgut bzw. Chromosomen), dem » Zytoplasma „(bildet die wässrige Grundsubstanz)und den » Zellorganellen“ (liegen im Zytoplasma und übernehmen verschiedene Teilaufgaben).

Da hätten wir Ribosomen (wichtig für die Eiweißsynthese).
Dann das endoplasmatisches Retikulum (steuert Stoff- & Flüssigkeitstransport). Dann gibt es da wir den „Golgi-Apparat“ mit den  Golgi – Vesikeln, in denen sich Ausscheidungsprodukte der Zelle ( z.B. Hormone) befinden.
Ganz wichtig die Mitochondrien, das sind  die „Kraftwerke“ unserer Zellen.
Ringsherum  eine Zellmembran (Zytoplasmamembran), die besteht aus Proteinen und Lepiden  und ist semipermeable (halbdurchlässig). Sie schirmt die Zelle nach außen ab, und hält Anschluss an die Nachbarn. Das ist wichtig, denn ich bestehe ja zu sagenhaften  70 % aus Wasser. Aber nicht mein Gehirn, da sind es sogar 90 %. (Und wenn ich mal schnell abschweifen darf, dafür fehlt mir im Augenblick das genaue Vorstellungsvermögen. Wo sollen denn bei mir die ca. 60 Kilo Wasser stecken? Aber das will ich mal gesondert untersuchen!)
Ich will mich hier etwas mehr mit den Chromosomen beschäftigen, die im Zellkern zu Hause sind. James Watson und Franzis Crick hatten schon 1953 die Struktur der Doppelhelix entschlüsselt. Das solltest Du Dir vorstellen als eine in sich verdrehte  Leiter, in der die die Erbanlagengespeichert sind.
Jede Sprosse dieser Leiter besteht aus vier Basen: Adenin (A),Guanin (G), Cytosin (C)und Thymin (T). So wurde das Erbgut meiner Eltern auf mich weitergegeben, denn bei der sexuellen Fortpflanzung (nicht nur bei uns Menschen) wird das Erbgut beider Erzeuger neu gemischt.
Die gesamte Leiter nennen wir Genom; und ein Abschnitt dieser Leiter ist ein Gen, das für eine bestimmte Eigenschaft steht. Wir Menschen haben so ca. 25.000 Gene. (Pflanzen haben meist mehr Gene als wir!!). Aber bei der Frage welche Gene wofür zuständig sind, sind unsere Wissenschaftler noch sehr wenig weit gekommen. Wir haben früher mal angenommen, mit der Entschlüsselung des Genoms würden wir auch bald alle Krankheiten besser in den Griff bekommen. Das war wohl ein Schuss in den Ofen!
Und trotzdem gibt es gerade aus diesem Bereich etwas aktuelles sehr Neues!
Ich habe vorhin darauf hingewiesen, dass meine Organsysteme unterschiedlich „alt“ sein können. Das gilt in verstärktem Maße für die einzelnen Zellen.
Eine Erneuerung findet z. B. statt bei den Zellen im:
magen (pylorus) 1,8-1,9 Tage
magen (cardia) 9,1 Tage
dünndarm 1,3-1,6 Tage
leber 10-20 Tage
dickdarm 10 Tage
enddarm 6,2 Tage
after 4,3 Tage
luftröhre 47,5 Tage
lunge (alveolen) 8,1 Tage
weiße blutkörperchen 1-3 Tage
rote blutkörperchen 120 Tage
harnblase 64 Tage

epidermis:
lippen 14,7 Tage
sohlen 19,1 Tage
bauchhaut 19,4 Tage
ohr 34,5 Tage
http://www.chemieonline.de/forum/archive/index.php/t-4038.

Damit unser Körper über Jahre seine Lebensfunktionen aufrechterhalten kann, bildet er in jeder  S e k u n d e   rund 50 Millionen Zellen neu. Na klar, muss auch der Abbau genauso schnell erfolgen, denn sonst hätte ich heute rund zwei Tonnen Knochenmark und mein Darm wäre ungefähr 16 Kilometer lang.
So, damit deutet sich schon die Antwort auf meine nächste Frage an: Warum altere ich und werde wohl eines Tages sterben? Weil im Allgemeinen das Leben ungesund ist und fast immer mit dem Sterben endet!
Umweltgifte vergiften unsere Zellen. Strahlung beschädigt unser Erbgut. Abfallprodukte des Stoffwechsels lagern sich in unseren Körpern ein. Dieses Trommelfeuer schädlicher Einwirkungen verursacht Schäden, die zum Absterben von Zellen, zum Verlust von Körperfunktionen und schließlich zum Tod führen. Altern und Tod sind also das Ergebnis einer Ansammlung von Defekten; mithin: ein Versagen des Immunsystems, das die Schäden nicht reparieren kann. Am Sterben führte also bisher kein Weg vorbei. Es ist ja höchstwahrscheinlich so, dass ein Programm in unserem Organismus existiert, das die Aufgabe wahrnimmt, eventuell nötige Reparaturen ab einem bestimmten Alter - und wir altern ab dem Tag unserer Geburt- immer mehr zu vernachlässigen eben damit ich altern und sterben kann.
An sich gibt es genügend Enzyme, die Giftstoffe aus meinen Zellen ausscheiden können. Aber inzwischen haben unsere Wissenschaftler herausgefunden, dass wir Gene haben, die die Herstellung dieser Enzyme beaufsichtigen und dann auch abschalten. Mein Immunsystem wird also heruntergefahren und die gewonnene Energie kann zum Beispiel zur Fortpflanzung eingesetzt werden. Und wenn es so ist, dass die Evolution Individuen bevorzugt, die Energie aus ihrem Reparatursystem in ein aktiveres Reproduktionssystem einspeisen kann, dann wäre Altern und Sterben kein Zufall sondern genetisch vorprogrammiert.
Gleichgültig, ob meine Annahme zutrifft oder nicht, die Wissenschaftler sind dem „Todesgen“ seit langem auf der Spur. Sie fanden heraus, dass z.B. Fadenwürmer uralt werden können, wenn man bei ihnen ein einziges Gen nämlich AGE-1, verändert. Die Folge: 70 % längere Lebensdauer. 5 Jahre später, im Dezember 1993, publizierte Cynthia Kenyon an der Universität von Kalifornien in San Francisco eine ähnlich aufregende Entdeckung: Sie fand heraus, dass Veränderungen in einem anderen Gen, DAF-2, Fadenwürmer doppelt so lang leben ließ wie normal. Ihre Kollegen waren immer noch skeptisch, aber 2003 entdeckte Martin Holzenberger am Institut National de la Santé et de la Recherche Médicale in Paris, dass Mäuse mit einer Mutation im Gen IGF-1R im Schnitt 26 Prozent länger lebten als ihre nicht mutierten Artgenossen. Das war ein Durchbruch, denn es war das erste Mal, dass die Wirkung bei einem Säugetier nachgewiesen wurde. Und was für Mäuse gilt, kann auch für uns Menschen von Vorteil sein. Wir sind also eigentlich genetisch zum Sterben bestimmt, aber wir haben ja unsere Intelligenz! Alleine schon die Entdeckung eines solchen Gens ist eine tolle Sache, aber wir haben ja jetzt eine viel aufregendere Neuigkeit zu bestaunen.
An sich stammen alle jemals auf der Erde entstandenen und entstehenden Zellen – also auch ich und wahrscheinlich auch Du - von einer einzigen, nämlich der sogenannten „Urzelle“, die vor ca. 3.5 Milliarden Jahren „entstand“ ab.
Jetzt gibt es etwas grundsätzlich Neues!! Nämlich „Mycoplasma mycoides“ eine künstliche Bakterie. Das ist das erste   Wesen der Welt mit einem künstlich erzeugten Erbgut, hergestellt vom „Herrn der Gene“, Craig Venter  und seinem Team. Diese neue Bakterie hat zwar wohl philosophisch die bisherige Auffassung von „Leben“ beeinflusst, aber es wurde wohl damit noch kein neues Leben geschaffen, wie es in mancher Publikation schon vorschnell berichtet wurde. Um einmal im Computer-Bereich zu bleiben ist es wohl eher so, dass das Erbgut als „DNA-Software“ benutzt wird, die immer wieder neu gelesen wird , um Funktionen in der als Hardware zu betrachtenden Zelle zu steuern. Damit hat diese neue Bakterie keine natürlichen Eltern, denn ihre Eigenschaften stammen von den Genen, die das Team um Venter am Computer künstlich geschaffen hat. Das soll die Leistung und meine Anerkennung darüber nicht schmälern. Es bedeutet nämlich auch für die Frage des „Altern“ unendlich viele neue Möglichkeiten bereitzustellen. Das vorher schon erwähnte „Todesgen“ könnte mit dieser neuen „Software“ beeinflusst werden. Entsprechende Studien dazu laufen bereits an diversen Forschungsstätten.
 Ja, einige Wissenschaftler beurteilen diese Möglichkeit als „ dritte große Revolution in der Geschichte – nach der Entdeckung der Landwirtschaft und der industriellen Revolution“ (so der Molekularbiologe Dr. Lee M. Silver, Universität Princetown.) Zum Beispiel kann mit dieser neuen Technik auch unser Energieproblem neu überdacht und gelöst werden. Venter forscht nämlich jetzt an „Biosprit“ erzeugenden Algen. Aus Sonnenlicht und Kohlendioxyd – beides reichlich vorhanden- sollen diese Algen Öl produzieren, ohne die begrenzte Ressource Mutterboden zu beanspruchen. Das dürfte gerade in der heutigen Situation eine wirklich bahnbrechende Erfindung werden, sobald sie in großem Masse einsatzbereit sein wird.
Wenn also diese „neuen“ Möglichkeiten auch im Bereich des menschlichen Erbgutes eingesetzt werden können, dann wäre das so, als würden wir selber „Gott spielen“. Venter selbst hat sich dazu geäußert und geantwortet: „Ich spiele nicht“. Das, was er verantwortungsvoll tue, sei: „Ein Weiterbringen der Wissenschaft, das mit Gott nicht das Geringste zu tun hat“.
James Watson, der 82jährige Nobelpreisträger (Entdeckung der DNA 1953)hat einmal auf eine entsprechende Frage geantwortet: „Wenn wir nicht Gott spielen, wer sonst?“
Don 12. 04. 2011


Link repariert -gez. Ugge-
« Letzte Änderung: April 12, 2011, 15:19:58 Nachmittag von Ugge »
kunstmalerdon

Offline Ugge

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Re: Gedanken über das Alter
« Antwort #1 am: April 12, 2011, 15:23:02 Nachmittag »
 :gb:

Biologie - eines meiner Lieblingsfächer in der Schule    (............lang ist's her...........)

Vielen Dank, lieber Don, für die Auffrischung meines Wissens, für die neuen Erkenntnisse und deine Gedanken dazu.


boogeyman

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Re: Gedanken über das Alter
« Antwort #2 am: April 14, 2011, 07:23:02 Vormittag »
Lieber Don,
nachträglich alles Gute und weiterhin genügend Fitness und Power um uns mit Deinen Beiträgen wie hier zu erfreuen.

Damit ich es Dir ein wenig leichter machen kann, mit Deinen zeitlichen Erfahrungswerten umzugehen hier die ultimative Formel für Deine Überlegungen.

aus  http://de.wikipedia.org/wiki/Fuzzy-Logik

Das Alter eines Menschen lässt sich mittels dieser Kurve wie folgt als Fuzzy-Funktion darstellen:
Alter eines Menschen Bezeichnung    Zugehörigkeitsfunktion

sehr jung                      s_0: \;(1-s(x,30,30))^2
jung                              s_1: \;1-s(x,30,30)
nicht mehr sehr jung      s_2: \;1-(1-s(x,30,30))^2
mehr oder weniger alt      s_3: \;\sqrt{s(x,60,30)}
alt                              s_4: \;s(x,60,30)
sehr alt                      s_5: \;s(x,60,30)^2

Offline kunstmalerdon

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Re: Gedanken über das Alter
« Antwort #3 am: April 14, 2011, 18:15:36 Nachmittag »
Ach, das tut gut. Endlich einmal in leicht verständlicher Form eine Erklärung für nahezu alles, was mit meinem Alter zusammenhängt.
Ich werde Dich heute Abend lobend in meinem Nachtgebet erwähnen.
Don
kunstmalerdon

Offline Teufelchen

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Re: Gedanken über das Alter
« Antwort #4 am: Mai 27, 2011, 19:50:34 Nachmittag »
Ach ja, Ihr Lieben - das Alter ....

dieses leidige Thema, das jeden von uns betrifft.
Der Eine kann damit umgehen - der andere leidet still.

''Altwerden ist nichts für Feiglinge''
so nennt Blacky Fuchsberger sein Buch - und recht hat er.
Man muss sich mutig dem Alter stellen - reisen, wandern, lieben, zufrieden sein,
sich liebe Freunde suchen, was miteinander unternehmen, Rätseln, Sudoku-Lösen, Diskussionen führen...

Hauptsache - das Haupt bleibt in Bewegung - der Geist, das Interesse, das Leben......

Dann ist das Altwerden eine Freude.
Zipperlein hat jeder - zwar nicht unbedingt so viele, wie ich - aber mir gings noch nie so gut wie derzeit.

Dieses Jahr werd ich................. oh je - nein, das verschweig ich noch ein bißerl.

Hauptsache, im Herzen bleibt man jung, und im Kopf.

Das wünsch ich Euch Allen!!!

Liebe Grüße aus einem blühenden fernen Land. ☼
De gustibus non est disputandum!

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Offline Altsack

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Re: Gedanken über das Alter
« Antwort #5 am: Juni 08, 2011, 05:39:34 Vormittag »
Uih,lieber Don....bin gerade echt schwindelig geworden nach der Lektüre Deines Vortrages oben! Bin aufgestanden und vor die Tür gelaufen!  :sarcastic: :Oskar:

Alle Achtung,bist Du ein Arzt oder so etwas in der Richtung? Na,auf jeden Fall ist es gut,wenn man aus solchen Berichten auch einiges für sich verwenden kann. Bloss das mit den fünfzig Millionen neuen Zellen in jeder Sekunde...wo hab ich die?? :biggrin:
Diese Menge wäre mir aber in Euronen lieber! :yahoo:

Na,für mich gilt es ohnehin,in Würde zu altern! Ich bin aber auch keiner derjenigen,die unter allen Umständen jugendliche Frische an den Tag legen und unbedingt 102 Jahre alt werden wollen,im Gegenteil,bei meinen Gebrechen wünschte ich sowieso,dass es manchmal vorbei wäre,nur schnell sollte es gehen. Aber das nur nebenbei!

Mich wundern bloss immer die Zeitgenossen,die sich mit dem Älterwerden einfach nicht abfinden können...ich kenne hier bei uns auch so ein paar Leute,die sich z.B.die Haare färben und krampfhaft einen auf jugendlich machen....und die ahnen anscheinend gar nicht,wie lächerlich sie damit wirken!
Begib Dich nie mit einem Narren auf seine Ebene - denn  dort schlägt er Dich mit Weisheit!

Ich bewundere die Geduld und Gelassenheit von Stühlen- denn sie müssen mit allen Ärschen klarkommen!

Wir sitzen alle in einem Boot....bloss rudern die Einen,während die Anderen angeln!

Wer anderen eine Grube gräbt...ist meist Bauarbeiter!

Den Wert manch gewisser Dinge lernt man erst zu schätzen,wenn sie fort sind....Klopapier ist ein Beispiel dafür!

Offline mimPutz

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Re: Gedanken über das Alter
« Antwort #6 am: Juli 18, 2011, 14:49:34 Nachmittag »
Ja, wenn es ums Altern geht, da wäre da stets noch die Alternative, das Jüngeln oder das Jüngern.
Das Jüngeln ist vorläufig dem weiblichen Geschlecht vorbehalten, sie brauchen die Männchen nicht mal unbedingt dazu, man kann auch eine andere Eizelle manipulieren, dass sie mit der einen Eizelle sozusagen Inzucht begeht.

Das Jüngern ist eine ganz andere Sache, es ist das jüngerhafte Anhängen an eine Leitfigur, o wie es die sprichwörtlichen 12 Jünger des Jesus von Nazareth praktizierten und viele, von irgend einer Lehre überzeugte Menschen mit denen praktizieren, deren Lehre ihnen so einleuchtet. Die Lehrer müssen dabei nicht einmal mehr leben, man kann auch heute noch Paracelsus anhängen oder Freud oder Jung oder Asler, oder Einstein, Bernoulli oder Adam Riese.

Aber nein, ich will mich gewiss nicht über das Thema lustig machen, spüre ich doch Zeiterscheinungen ebenfalls in den Gelenken und in meiner gelegentlich unwiderstehlichen Müdigkeit. Da schlafe ich 30 Minuten oder auch 20 und kann wieder voll in  die Klötze steigen, ein Phänomen, welches erst seit etwa einem Jahr auftritt.

So richtig alt bin ich ja auch noch gar nicht, aber schon älter als gestern und darum habe ich was dazu zu sagen, auch mit lächerlichen ca. 56,8 Jahren, nicht mal halb so alt, wie das älteste zur Zeit bekannte Mensch geworden ist :

Der älteste lebende Mensch ist 130 Jahre alt – und war noch nie beim Arzt
Zitat
Sakhan Dosova lebt in Kasachstan und feierte letzte Woche ihren 130. Geburtstag – damit ist sie der älteste lebende Mensch der Welt.

Eher zufällig fiel die Mutter von 10 Kindern den Behörden bei einer Volkszählung auf, die Echtheit ihres Alters belegen anscheinend verschiedene Dokumente, u.a. ein Reisepass.

Wie wird man so alt? Dosova hat kein bestimmtes Geheimnis, allerdings isst sie keine Süßigkeiten. Könnte dies tatsächlich ein Grund sein? Irgendwas scheint sie jedenfalls richtig zu machen, denn krank wird sie offenbar auch sehr selten: sie war nach eigener Aussage noch nie bei einem Arzt.


Das Alter das ich habe kommt mir immer so selbstverständlich vor.
Ich gestehe, dass ich eines von den Lebewesen bin, das große Mühe damit hat sich abzugewöhnen, von sich auf andere zu schließen. Ich denke, wenn jemand anderer erlebte was ich erlebe würde der wohl was Ähnliches fühlen.

So ein Quatsch! Dazu müsste der dieselben Vorbedingungen haben und ähnliche Schaltungen wie ich.

Trotzdem funktioniert die Sprache, auch im emotionalen Bereich. Zwar versteht jeder was anderes unter "verrückt", denn die einten denken vom Lärm, dass er sie verrückt macht, andere vom Geliebten und da spüren sie was im Bauch, andere wenden das Wort an auf alles was sie nicht verstehen (was meistens mehr ist als was sie verstehen,, doch da sie nur wahrnehmen was sie verstehen denken sie von allem eine Ahnung zu haben)...

Und je älter ich werde umso mehr lerne ich kennen, das ich nicht verstehen kann. Darum werde ich immer dümmer. Subjektiv. Objektiv vielleicht auch, denn meine Antworten werden ungenauer und gelten nicht bei IQ-Tests, zudem interessiert mich so vieles, was die IQ-Tester für allgemein bildend halten überhaupt nicht, also bekomme ich da schlechte Noten.

Und schon, seit ich angefangen habe, diesen Text hier zu schreiben, bin ich wieder zwei Stunden älter, weil in der Zwischenzeit infolge Bauarbeiten auf dem Nachbargrundstück der Gartenhäcksler verschoben werden musste und ich auch neuen Kaffee brauchte und die Post..... Himmel, die habe ich ja immer noch nicht geholt!

Einst glaubte ich zu wissen, heut weiss ich, dass auch dies ein Glaube war.

Offline Mickymaus

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Re: Gedanken über das Alter
« Antwort #7 am: Oktober 10, 2011, 11:24:07 Vormittag »
 :gb:
 :danke:lieber Don

„Man ist so alt, wie man sich fühlt“ - und das ist von Tag zu Tag unterschiedlich :biggrin:
So lange die Mobilität nicht einschläft, hat man auch Lebensqualität.

LG

Wenn es dir möglich ist, mit nur einem kleinen Funken die Liebe in der Welt zu bereichern, dann hast du nicht umsonst gelebt.
Jack London

 

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