Autor: kunstmalerdon Thema: Kleine ASchwanzkunde  (Gelesen 1739 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Kleine ASchwanzkunde
« am: Februar 17, 2011, 18:47:53 Nachmittag »
Kleine Schwanzkunde

„Der Schwanz scheint oberflächlich betrachtet ein überflüssiges Anhängsel zu sein. In sich außerordentlich beweglich ist er aber ein vielseitig einsetzbares Organ.“
So fängt ein Artikel an, der mich neugierig gemacht hatte und ich stellte fest, es gibt viel zu erzählen über „den Schwanz“, was nicht jeder wissen kann.
Deshalb versuche ich hier, etwas aufklärerisch tätig zu sein.
„Er dient nämlich  der Kontaktaufnahme, er hilft in manchen Fällen bei der Fortbewegung und übernimmt eine Schutzfunktion.“ Die Beweglichkeit des Schwanzes ist manchmal ein sehr entscheidendes Merkmal für die Unterscheidung. In manchen Fällen kann er ganz senkrecht nach oben gestellt werden, und das wird dann schon bei der kleinsten Aufregung demonstriert. In anderen Fällen kann er jedoch höchstens bis zur Waagerechten angehoben werde, egal ob er kurz oder lang ist. Der Schwanz unterstützt in vielen Fällen bei der Vorwärtsbewegung die Obersachenkelmuskulatur und insbesondere erhöht er beim Springen  die Kraft und den Schub der Hinterhand. Und wenn es mal richtig um die Ecke geht, dann hilft der Schwanz den Fliehkräften entgegen und das Gleichgewicht kann viel besser gehalten werden. Als Balancierstange wird er auch eingesetzt und hilft im freien Fall, dass man (fast)immer sicher auf den Füßen landet
Die Anzahl der Schwanzwirbel sind bei uns nicht immer einheitlich. Meist sind es fünf, die aber meist nicht sichtbar fest miteinander verwachsen sind. Daerletzte der Schwanzwirbel ist meist ein kleines zylinder- oder pyramidenförmiges Knöchelchen. Miteinander verbunden sind die einzelnen Wirbel durch sehnige Bänder. Als elastischer Stoßdämpfer fungiert eine knorpelige Scheibe. In Bewegung gesetzt wird der Schwanz von verschiedenen zum Teil recht kräftigen Muskeln. Ein Teil von ihnen entspringt den Kreuz- oder Lendenwirbeln. Die oberen Muskeln heben, die unteren senken und die seitlichen Muskeln beugen den Schwanz nach links oder rechts. Dazu gesellt sich auf der Unterseite ein Muskelpaket, das am Becken seinen Ansatz hat. Es kommt zum Einsatz, wenn der Schwanz bei Bedarf eingeklemmt werden soll. Durch das feste Niederziehen des Schwanzes versuchen die Besitzer weniger ruchbar und riechbar zu sein. Die Öffnungen von verräterischen Duftdrüsen sollen so verkleinert werden. Wer noch weiteres wissen will , vielleicht, was ein steilaufgerichteter Schwanz mit abgeknickter Spitze zu erzählen hat, der soll den gesamten Artikel von Dr. Michael Brackmann lesen wie er in voller Länge und mit vielen Fotos in der neuesten Ausgabe der Zeitschrift „LANDLUST“ zu finden ist, die auch noch von anderen schönen Seiten des Landlebens berichtet.
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Offline Ostseefrollein

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Re: Kleine ASchwanzkunde
« Antwort #1 am: Februar 17, 2011, 20:54:19 Nachmittag »
:read: Die neueste Ausgabe ist erst vorgestern hier angekommen und ich bin erst bis zu den Leserbriefen gekommen. Aber danke für den Tipp, den Artikel werde ich auf jeden Fall mit Interesse lesen.

Wir haben einen weißen Labrador Retriever und er bzw. diese Rasse zeichnet sich hauptsächlich durch seine markante, dicht behaarte Otterrute und Schwimmhäute an den Pfoten aus.

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Offline mimPutz

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Re: Kleine ASchwanzkunde
« Antwort #2 am: Februar 25, 2011, 09:33:38 Vormittag »
Man sollte diesem Organ, das bei gewissen Tieren den ganzen Körper darzustellen scheint, (denn was für eine Schlange könnte man nicht als Schwanz mit Kopf bezeichnen?) mehr Ehre antun und ein wenig auf Einzelfälle eingehen.

Beispielsweise die Kraft mancher Schwänze:
Habe ich doch im Zoo eine grüne kleine Baumschlange (diese war es nicht, grüner aber ähnliche Gestalt) gesehen, etwa 120cm lang, die hatte ihren Schwanz um einen Ast geringelt, und stand dann rechtwinklig vom Ast ab, dass man sie für einen Zweig hätte halten müssen, wäre sie nicht etwas bewegt und schillernd gewesen.
Man stelle sich nun die Kraft vor, welche das braucht, das war ja kein kurzer Augenblick, mehrere Minuten stand die so da, vermutlich länger denn mich hat nebenan was anderes interessiert und ich habe weg gesehen, doch 5 Minuten danach war die immer noch unverändert.
So, nun berechne man mal das Gewicht von 2,5cm Durchmesser Fleisch auf der Länge von 120cm und dessen Auswirkung auf die Ansatzstelle oder strecke seinen Arm gleich einem Verkehrspolizisten 10 Minuten lang  rechtwinklig vom Körper in die Waagerechte aus.

Oder was ein Känguru mit seinem dritten Bein alles anfängt! Nicht nur zum Abreagieren, nein, dieses verlängerte Hinterteil klettert auch mit, mehr als beim Baumkänguru bei den Affen:

Manche anderen Affenarten haben den Schwanz gut ausgebildet und er dient als wichtiges Kletterutensil mit Papillarleistenhaut  daran, wie bei den Koboldmakis.

Als Antriebsorgan im Wasser ist ein Schwanz oft unentbehrlich. Seitwärts bewegen ihn Fische, auf und ab die Wale und Robben, allerdings mag es Ausnahmen geben, danach habe ich nicht gesucht.

Besondere Funktion hat der Schwanz bei Ratten:
Zitat
Der Rattenschwanz - widerlich und nackt - Er hat ein schlechtes Image und trägt wesentlich zum Ekeleffekt bei, den die Ratte bei vielen Menschen auslöst. Zu Unrecht, denn der Rattenschwanz ist alles andere als nackt.
Er ist von zahlreichen Schuppenreihen umgeben, dazwischen wachsen Haare, die als feine Antennen bei der Orientierung helfen. Der Schwanz dient der Ratte dazu, beim Klettern die Balance zu halten.
So werden hochseilakrobatisch anmutende Kletteraktionen möglich und die Taue am Hafen ein bequemer Steg zu den Lagerräumen der Frachter.
Zusätzlich hilft der Ratte beim Klettern ein hochentwickeltes Gleichgewichtsorgan im Innenohr.
Aber nicht nur zum Klettern braucht die Ratte ihren Rattenschwanz. Über ihn wird auch die Körpertemperatur geregelt.

Als Dekor wichtig ist der Schwanz bei Vögeln wie Fasanen oder Pfauen und gewisse Arten sind wegen der menschlichen Gier nach allem was hübsch ist und sich gut verkaufen lässt vom Aussterben bedroht.
Aber beim Fliegen ist der Schwanz zwar nicht unentbehrlich, die die Fledertiere beweisen, hingegen für alle Greifvögel ist er lebensnotwendig. allerdings muss man zugeben, dass der fleischliche Anteil dieses Flugorgans  reduziert st, so ein Schwanz besteht hauptsächlich aus Federn, hingegen lassen die sich abspreizen und anlegen und man kann in der Luft damit steuern, wovon das Mensch die Klappen an den Flugzeugen abgeguckt hat.

Obwohl das Mensch seinen Schwanz reduziert hat auf die besagten wenigen verwachsenen Wirbel am Steiß, schwänzelt doch so manches Mensch gar auffällig um seiner Lüste Ziel, und dass der Po wackelt statt der Schwanz wedelt ist nur zum Zeichen, dass es sich bei diesem Po nicht um den Fluss handelt, zuzüglich ist dann auch noch die entsprechende Poebene vorzugsweise viel gewölbter als jene oft neblige Landschaft in Norditalien.

Aber ich bin sicher, dass diese Liste unvollständig ist und vermutlich wichtige Details fehlen, möge sie nachtragen wer sie findet, vielleicht fällt mir ja später noch was ein. Im Augenblick habe ich gerade genug von Schwänzen.
Einst glaubte ich zu wissen, heut weiss ich, dass auch dies ein Glaube war.

 

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