Autor: kunstmalerdon Thema: Gibt es in Deinem Leben eine "Kraftquelle" oder sind es deren "Zwei"?  (Gelesen 976 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Gibt es in Deinem Leben eine "Kraftquelle" oder sind es deren "Zwei"?
« am: Januar 09, 2011, 15:00:11 Nachmittag »
Für mich steckt das Geheimnis meines Lebens im Augenblick in der Antwort auf eine Frage:
Gibt es für alles das, was in meinem Leben geschieht eine  einzige Quelle?
Oder sind es doch zwei Kräfte, die einander entgegengesetzt wirken: Gut und Böse. Das bedeutet eine mich unterstützende und eine gegen mich arbeitende Kraft.
Das ist eine sehr leicht zu beantwortende Frage. Ganz einfach zu beantworten. Und sie hat ganz ungeheure Konsequenzen. Und wenn ich darüber nachdenke und mir alles bewusst mache, was damit zusammenhängt, dann erkenne ich auch die Möglichkeiten, mit deren Hilfe ich mich selbst neu strukturieren kann.
Wenn ich selbst überzeugt bin, dass es immer zwei Polaritäten sind, die in mir so wie überall auf der Welt gegeneinander arbeiten, dann sehe ich die Welt auch immer durch diese „Brille“.
Ich werde Beispiele über Beispiele finden, die mich in dieser Sicht unterstützen. Ich werde diese Beispiele natürlich auch in meinem Körper und in meinen eigenen Vorstellungen wiederfinden. Denn dann gehe ich eben von dieser omnipotenten „Auseinandersetzung“ aus.
Dieser Kampf zwischen „Dem Licht und der Dunkelheit“ zwischen „Gut und Böse“ durchzieht alles und hinterlässt natürlich auch überall seine Spuren.
Das Licht ist in meiner Vorstellung meist  das Gute, das mich unterstützt während die Dunkelheit mich in selbst zerstörerische Verhaltensweisen zieht. Dadurch wird in meiner Überzeugung die gesamte Welt ein Schlachtfeld. Und wenn die ganze Welt ein Schlachtfeld ist, wird mein Leben zu einem Kampf. Das hinterlässt natürlich auch seine Spuren in meinem Körper.
Wir wissen längst, dass es für jede Art von Vorstellung, die uns im Wesentlichen beschäftigt im Körper entsprechende chemische Konsequenzen gibt. Wir kennen längst die wesentlichen Folgen einer „Liebes-Chemie“ und einer „Hass-Chemie“.
Es ist doch klar, wenn ich in meinem tiefsten Inneren davon ausgehe, dass das Leben ein kostbares Gut ist, das voller Abenteuer steckt, die individuell entdeckt werden wollen, dann wartet auf mich eine Welt voller Überraschungen, ja auch voller Gegensätze, die erkannt werden wollen. Dann werde ich weiße Eskimos ebenso entdecken, wie dunkle Aborigines oder andersfarbige Asiaten. Die Welt ist in der Tat voller Gegensätze. Aber meine moralische Qualifikation muss nicht diese Unterschiede und Gegensätze moralisch bewerten und zum Beispiel feststellen, die „Weißen Eskimos“ sind gut, die „Dunklen Aborigines“ sind böse.
Wir sind alle andersartig, aber es ist nicht nötig, unser So - sein  moralisch dem einen Lager oder dem anderen zuzuordnen.
Wenn ich davon ausgehe: Meine Welt ist gefährlich. Ich befinde mich mitten in der Auseinandersetzung zwischen „Gut“ und „Böse“, dann verwirklicht sich diese Vorstellung in allen meinen Lebensbereichen. Im Bereich Arbeit, im Bereich meiner menschlichen Beziehungen und natürlich auch im Bereich Gesundheit. Die daraus resultierende Unsicherheit lässt es mir schwer erscheinen, unbeschwert einfach das Leben zu genießen. Ich kann Chancen, die sich mir bieten, nicht einfach erkennen oder gar einfach ergreifen. Ich werde Angst haben, Risiken einzugehen bei der Partnerwahl. Natürlich sind die Auswirkungen bei jedem individuell verschieden, aber wenn wir das nur lange genug glauben und es immer mehr verfestigen, bis es zu einer machtvollen Überzeugung wird, dann wird sich das irgendwann natürlich auch in unseren Körperzellen wiederfinden. Dort wird meine Überzeugung bald als Anweisung ankommen und eine Art von Chemie herstellen lassen, die mich nicht frei macht in meinen Entscheidungen, sondern Risikobeschränkung erzeugt.
Mir fehlt dann bald etwas, was ich für mich sehr brauche: Meine Freude am Leben, meine Lebendigkeit.
Manchmal sind diese Überzeugungen in der körperlichen Erscheinungsweise noch sehr wenig ausgeprägt. Das ist dann sehr von Vorteil, weil ich dann eine Chance habe, mich noch rechtzeitig mit ihnen zu beschäftigen. Dann fällt es mir auch noch leichter korrigierend einzugreifen.
Noch einmal meine Frage: Gibt es für alles, was im Leben geschieht nur eine Kraft, oder sind es einander gegenüberstehende Kräfte?

P.S.
Wie definiere ich "Bose"?
Nun, da ich der Meinung bin, dass es es diese Qualifikation nur im Bereich von uns Menschen gibt komme ich mit meiner Meinung "Augustinus" am nächsten, der die Grundlage für das Böse im freien Willen des Menschen erkennt. "Bose" ist für mich das moralisch zu bewertende Verhalten eines Menschen, das mir schadet.
Böse ist nicht das Verhalten eines Krokodils, das sich auf die Lauer legt, um ein kleines Gnu zu beißen und zu verschlingen.
Und wenn nur ein Mensch "bose" sein kann, dann müsste ich ja wohl auch die besonderen Umstände eines jeden Menschen bzw. seine Fähigkeiten auch mit berücksichtigen.Ich kann ein Kind, das noch keine Erfahrung hat nicht mit den Maßstäben messen, die an mich angelegt werden können. Andrerseits entwickele ich mich heute auch noch täglich weiter und beurteile meine Fähigkeiten nicht nach den Erkenntnissen, die ich noch vor fünf Jahren hatte.
Ach ja, ich habe es weiter oben schon gesagt: Eine schwierige Antwort für mich!
Don
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kunstmalerdon

boogeyman

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Re: Gibt es in Deinem Leben eine "Kraftquelle" oder sind es deren "Zwei"?
« Antwort #1 am: Januar 10, 2011, 19:08:09 Nachmittag »
Yin und Yang auch unter Ying und Yang veröffentlicht hatten schon die Chinesen als Triebfeder unserer Handlungen symbolisiert. Die schwarze und die weisse Seite, das Böse und das Gute.
Wahrscheinlich hat jeder von uns schon erlebt, dass die Anwendung beider Seiten innerhalb seines Lebenslaufes eine Rolle gespielt hat. Und zwar sowohl als auch, im Spiegel der Reflektion verkehrt sich die linke und die rechte wird Böse zu Gut und umgekehrt. Ist immer eine Frage, auf welcher Seite des Spiegels wir uns augenblicklich befinden.
Die schwarze Seite grundsätzlich als schlecht und böse zu bezeichnen ist genauso falsch wie unter der weissen nur richtig und Gut zu erkennen.
Was sagen uns unsere Priester auf die Frage, weshalb Gott so viel schlechtes geschehen lässt - Gott hat uns den freien Willen der Entscheidung überlassen.
Und weil wir Menschen sind, irren wir das eine oder andere Mal. Gottseidank meistens nur mit Folgen für uns selbst, manchesmal aber irrt ein Grosser und dann tut es vielen weh.
Wir, Ihr, Du und ich ofrmen unser Leben selbst, lassen wir zu, dass andere einen grossen Anteil an unserer Bewegungsfreiheit einschränken war das auch unsere Entscheidung oder unsere Schwäche. Das, und hier schliesst sich der Kreis, ist für den Einen gut, für den Anderen schlacht

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Re: Gibt es in Deinem Leben eine "Kraftquelle" oder sind es deren "Zwei"?
« Antwort #2 am: Januar 10, 2011, 20:30:08 Nachmittag »
Gibt es für alles, was im Leben geschieht nur eine Kraft,
oder sind es einander gegenüberstehende Kräfte?


Diese Frage ist wirklich nicht leicht. Grundsätzlich sind wir ja so aufgewachsen und erzogen, das sich Himmel und Hölle unterscheidet so wie gut und Böse sich unterscheidet. Deshalb dürfte es in einer solchen Kultur gar keine Zweifel daran  geben, das es zwei gegensätzliche Kräfte sind, die uns in unserem Leben begegnen und uns beeinflussen.

Du selbst stellst ja eigentlich gar nicht diese Frage, denn Du beantwortest sie in deinem Text und widmest den zwei Kräften ausreichend Raum.

Du gehst dabei davon aus, dass:

- das Leben ein kostbares Gut ist.
- das aber erst durch die moralische Bewertung Gut und Böse, oder besser gut und schlecht, Bedeutung gewinnen.
- das die Vorstellung (anerzogene Denkgewohnheit) dieser Gegensätze zur selbst erfüllenden Prophezeiung werden.
- das Gut und Böse eine rein menschliche Gewichtung ist.
- das der "freie Wille" diese Gewichtung setzt.

schließlich resümierst Du:
Das "Böse" ist für mich das moralisch zu bewertende Verhalten eines Menschen, das mir schadet.

Dem würde ich so zustimmen wollen, wobei man sich allerdings die goldene Regel vergegenwärtigen muss, nämlich die Gegenseitigkeit im Handeln/Verhalten. Demnach gilt nicht nur, das Böse ist, was mir durch andere widerfährt, sondern auch das, was ich anderen mit Schaden zufüge.

Der Mensch aber strebt nach Lustgewinn, nach Nutzen und Vorteilen und setzt sich dabei leichtfertig über diese Regel hinweg, wenn er nur sein Ziel erreichen kann. Er fragt dabei nicht nach Gut und Böse. Ihm sind alle Mittel Recht wenn es darum geht, für sich selbst Gutes zu erreichen. die Frage was anderen dabei schadet stellt sich meistens nicht. Der Volksmund sagt bezeichnender Weise: Des einen Freud, des anderen Leid.

Wenn die Kirschen nur in Nachbars Garten wachsen, dann werden alle Regeln missachtet, um die Früchte der Begierde zu erlangen. Schmecken sie süß, wie die Sünde, dann war es für uns gut auch wenn der Nachbar noch so flucht und behauptet wir wären böse.

Dieser zentralen Eigenschaft der Menschen, die sich durchaus auch im Tierreich findet, steht eine andere menschliche Eigenschaft gegenüber, das Mitgefühl - und dieses macht aus dem Raubtier einen Menschen.
Die Einsicht zu teilen und mitzufühlen (Gemeinschaftssinn) ist das Erfolgsmodell menschlicher Herrschaft und Garant seines Überlebens - selbst wenn dabei die Übervorteilung zum Alltag gehört.

Ich verorte insofern tatsächlich zwei Krafte, die in gegensätzlicher Weise unser Leben bestimmen. Nur sind sie natürlicher als die abstrakten Begriffe Gut und Böse. Den Egoismus und die einsichtige Vernunft. Zwischen ihnen müssen wir uns entscheiden und uns dabei bemühen beide in einem Gleichgewicht zu halten, um einerseits nicht unter zu gehen und andererseits nicht geächtet zu werden.
Wird die selbstgefällige Selbstsucht übertrieben, ist der Friede jeder Gemeinschaft in Gefahr und es kommt zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, um das gestörte Gleichgewicht wieder herzustellen.

Die Weisen waren sich stets einig.
Sie predigten Bescheidenheit und Verzicht, um unbeschädigt ein Leben zu führen, das ihnen gestattete, konfliktlos und ohne Neider, von Drangsal und größerer Not entrückt, in ihrem kleinen, großen Glück friedlich zu Leben. Sie hielten das Leben für ein kostbareres Gut, als es mit Sein und Haben zu beschweren.

Die beiden Kräfte stehen aber nicht einfach so im Raum. Ihre Quelle ist unser Denken und Fühlen und somit wir selbst. Wir sind die Kraft, die die anderen Kräfte freisetzt und  das Notizbuch unserer Entscheidungen nennt man Gewissen, in dem unsere moralische Instanz zugegen ist, die wir durchaus zu betäuben wissen.

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Re: Gibt es in Deinem Leben eine "Kraftquelle" oder sind es deren "Zwei"?
« Antwort #3 am: Januar 11, 2011, 01:03:26 Vormittag »
"Dem würde ich so zustimmen wollen, wobei man sich allerdings die goldene Regel vergegenwärtigen muss, nämlich die Gegenseitigkeit im Handeln/Verhalten. Demnach gilt nicht nur, das Böse ist, was mir durch andere widerfährt, sondern auch das, was ich anderen mit Schaden zufüge."
Da gehen wir durchaus konform.
Und wenn ich diese von mir gestellte Frage auch zum Teil gleich beantworte, so doch so, dass ich meine: Es gibt beide Kräfte, wenn ich sie zulasse oder gar erfinde. Ich sehe meine Welt polar. Aber die Welt muss gar nicht polar sein. Vielleicht ist sie es , vielleicht auch nicht. Aber ich sehe alles mit seinen Gegensätzen. Nur, ob ich diese auch von mir wahrgenommenen Gegensätze auch noch moralisch qualifizieren muss - mit Gut und Böse - das ist meine Frage. Ich meine eigentlich: "Nein!". Aber weil ich da noch nicht bis zu Ende gedacht habe, stelle ich hier diese Frage.
Don
kunstmalerdon

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Re: Gibt es in Deinem Leben eine "Kraftquelle" oder sind es deren "Zwei"?
« Antwort #4 am: Januar 13, 2011, 20:52:59 Nachmittag »
Meine Ausführungen sind die Analyse deiner nicht einfachen Fragestellung und ich kann sie auch nur für mich beantworten und doch auch nicht ganz zutreffend. Das Problem ist, dass ja jeder seine Welt gedanklich selbst erschafft. Die Gewohnheit des bipolaren Denkens ist uns so vertraut und die Bewertung in schwarz und weiß folgt auf dem Fuße. Selbst wenn man sich selbst als Urheber seiner Gedankenwelt erkennt, so ist es dennoch fast unmöglich von dieser Gewohnheit abzuweichen, weil sie eben einen Automatismus hat.


Schau mal hier wie kurz und knapp eine meiner Fragen, die damit korrespondiert, beantwortbar ist: http://www.aliqs.de/index.php?topic=7183.msg255649#msg255649
Denken macht Mühe. Aber die Leute schinden sich nur für ihre körperliche Fitness.
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