Autor: kunstmalerdon Thema: Unsere Sprache  (Gelesen 1691 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Unsere Sprache
« am: Januar 09, 2011, 14:42:30 Nachmittag »
Unserer Sprache
Ist vermutlich eine der wesentlichsten „Erfindungen“ der Menschheit. Wir haben damit eine Möglichkeit geschaffen um uns miteinander mitzuteilen. Das hat für die Entwicklung des Menschen entscheidend beigetragen, uns so zu organisieren, dass wir  mit dem was wir an „Umwelt „ vorfanden  uns besser, erfolgreicher verhalten konnten.  Na klar, wenn ein Vorfahre von mir seinem Kumpel mitteilen konnte: “Vorsicht, da wo Du hinwillst ist eine Horde von wütenden Wildschweinen“, das hat schon was! Aber den wenigsten von uns ist klar, um welchen Preis wir diese Mitteilungsfähigkeit entwickelt haben.
Ich möchte das etwas Genauer darstellen, weil wir durch den Gebrauch unserer Sprache unsere gesamte Wahrnehmungsfähigkeit geprägt haben.
Lasst uns mal einen Blick in meinen Garten tun. Er ist etwas anders als bei manchen anderen, aber genau deshalb mag ich ihn. Er ist nämlich etwas „verwildert“. Du siehst eine große grüne Fläche mit einem Durcheinander von Sträuchern, Gräsern und Blumen, das insgesamt erfasst, eine ganz bestimmte Wirkung hat. Da kommt so ein vages Gefühl von „Natur“ daher, das mich manches Mal direkt überwältigt.
Wenn ich länger hinschaue erkenne ich hier einen Farn, dort ein Veilchen, daneben dann einen Frauenmantel  usw. Aber genau dann, wenn ich die einzelnen Teile des Gesamtbildes Garten analysiere, zerstöre ich das wunderhafte Gesamtbild und beschäftige mich mit einzelnen Teilen davon. Das, was ich im Augenblick bestaune, nehme ich heraus und mache es zu einem eigenständigen „Ding“. Ich separiere etwas, das es so gar nicht gibt, denn der Frauenmantel ist nur deswegen da, weil die Nachbarn ihm so gut gefallen, so dass er sich dort wohlfühlt. Ich, genauer mein Gehirn, vereinfache damit die Umwelt und zerlege sie in einzelne voneinander unterscheidbare Dinge.
Warum nur? Weil mein Gehirn sich an seine einzige wesentliche Aufgabe gehalten hat, das Überleben von mir (und meiner Art) zu sichern. Bitte lasst uns diese Einsicht nicht so schnell vergessen: „ Mein Gehirn findet mich so toll, dass es sich nun schon 77 Jahre erfolgreich dieser Aufgabe unterzogen hat. Und ich finde das prima.“
Was braucht den so ein Mitglied von homo sapiens unbedingt zum Überleben?
Naja, Wasser, Nahrung, Wärme und die Anwesenheit von „Kumpels“. Und was er nicht braucht ist auch schnell klar. Gefährdendes Feuer, Schluchten, Giftpflanzen oder Raubtiere usw.
Nun nehmen wir eine Unzahl von Informationen pro Sekunde mit unserem Körper wahr, unglaubliche 600 000  Bits (ich hab sie nicht selbst gezählt, aber es stimmt wohl). Aber in unserem Gehirn können wir höchsten 40 Einheiten von Information pro Sekunde verarbeiten. Das bedeutet, wir müssen für unser langsames Gehirn die  Welt um uns vereinheitlichen, vereinfachen wir müssen aus der Vielzahl von Eindrücken einige wichtige Dinge verselbständigen, um sie zu verarbeiten. Und so entwickeln wir den Eindruck von einzelnen „Dingen“, selbst dort, wo gar keine sind. (Beispiel: Vase und zwei Gesichter. Wir sehen die beiden einander zugewandten Profile aber eben auch die Vase dazwischen, obwohl da nur Leere ist).
Wir erfassen die Welt um uns vorwiegend durch eine (biologisch gesehen) Ausstülpung unseres Gehirns in unserem Gesicht: Die Augen. Schon hier findet eine Filterung des Wahrgenommenen statt. Unsere Augen haben nur einen bestimmten Wahrnehmungsbereich, aber z. B. Farben gibt es weit mehr, als unsere Augen weitergeben können. Und im Gehirn setzt sich diese notwendige Vereinfachung fort.
Wie ich die Welt um mich wahrnehme, wird also weitestgehend von meinem eigenen Überlebensmechanismus bestimmt. Und der greift immer auf die Erfahrungen von früher  zurück und er interpretiert alles gemäß seinen eigenen Erfahrungen.
So kommt es zu der zentralen Aussage der Wahrnehmungspsychologie: Alles, was wir wahrnehmen können, haben wir vorher schon erlebt (oder ist in unseren Instinkten verankert, wie der Saugreflex des Neugeborenen an der Mutterbrust).
M e i n e   Sinnesorgane,  m e i n e   Erfahrungen und  m e i n e   Instinkte sind also verantwortlich für  m e i n   Bild von der Welt. Damit gibt es für mich keinerlei direkte Wahrnehmung der Welt. Diese Aussage gilt wohl für alle Lebewesen auf der Welt.
Der Mensch ist darüber hinausgegangen  und hat etwas „Zusätzliches“ erschaffen. Er hat die verschiedenen „Dinge“ mit Namen versehen, so dass er sie weitergeben konnte. Jedes Ding hatte nun seinen Namen. Ohne den ist es heute schon gar nicht mehr denkbar. Aber was bedeutet das für meine Umwelt? Sie ist verwandelt worden in eine weitere Vereinfachung.
Theo, mein vierjähriger Enkel zeigt mir, dass das für ihn sehr nützlich ist. Ein Ball ist ein Ball und ein Klotz ein Klotz.  Aber nur solange, bis der Klotz plötzlich einen Berg darstellt, den der Zwerg erklimmen muss. Seine Vorstellung verwandelt seine bisherige Realität erfolgreich in eine andere, und das mindestens 100 Mal am Tag. Das finden wir ganz selbstverständlich, aber wir sollten beachten, dass es bei uns Erwachsenen gar nicht anders ist. Auch wir passen unsere Umgebung erfolgreich unseren Vorstellungen an. Nur merken wir gar nicht mehr, was für eine Gestaltungskraft unsere Einstellungen, Vorstellungen, unsere Annahmen haben. Daraus ergibt sich, dass die individuelle Sprache für jeden Menschen ein unverwechselbarer „Hirnabdruck“ ist. Und noch eines, wir nehmen gar nicht mehr wahr, welche immense Kraft in unserer „Sprache“ steckt.  Die richtige Mischung von einzelnen Buchstaben ergibt richtige  Sprengsätze.
Der für jeden einsehbare Erfolg der Sprache für eine erfolgreiche Übermittlung von Mitteilungen führte allerdings zu der nicht in Frage gestellten Annahme, dass wir mit der Sprache „alles“ ausdrücken können. Dabei übersehen wir noch heute, dass unsere Sprache nie dafür gedacht war, abstrakte Gegebenheiten zu benennen. Wir benennen heute noch „Schicksal, Raum, Gott“, mit Namen und erzeugen damit eine dinghafte Vorstellung dieser Begriffe. Wir haben nur noch nicht genau genug nachgedacht, um zu erkennen, dass wir nicht alles Wesentliche mit der Sprache ausdrücken können, ohne es zu verfälschen.
Das aber geht nicht nur bei unserer Sprache so. Auch bei anderen Entwicklungen haben wir nicht vorausgesehen, was da mal an unerwünschten Nebenwirkungen so auftauchen kann. Historiker (also unsere rückwärts schauenden Propheten) meinen, wir haben am aufrechten Gang so ca. 3 Millionen Jahre oder mehr  geackert. Drei Millionen Jahre an Vorbereitung für die perfekte Gestaltanpassung, bloß, damit wir dann einen sauberen Hexenschuss hinkriegen.
Zurück zum Sprachgebrauch. Die Zeit ist ein gutes Beispiel. Wir gebrauchen viele Redewendungen wie: „Ich nehme mir eben mehr Zeit“ oder der sprachlich sinnlose Ausdruck:  „Du, ich habe gar keine Zeit!“ „Die Zeit verrinnt mir zwischen den Fingern“, oder  “Meine Zeit ist knapp“. Jeder der so spricht, sieht die Zeit als ein „Ding“ an, so etwas wie     H-Milch oder ein Gas, das zwischen den Fingern verrinnen kann. Dabei ist die Zeit etwas dingloses, etwas, das wahrscheinlich außer uns Menschen niemand sonst hat, ebenso wenig wie den Raum. Beim besten Willen kann ich mir den Raum an sich nicht vorstellen. Ich benötige dazu immer irgendwelche Dinge,  die ich darin verteilen kann, und dann, mit einem Mal, geht es. Mein Raum wird greifbar.
Nehmen wir noch ein Beispiel mit dem Begriff „Gott“.  Die Benennung von einer solchen Institution wie Gott verführt konsequent zu einer Vorstellung, wir haben es hier mit „etwas“ zu tun, das von dem Rest der erfahrbaren Welt und natürlich vom Menschen getrennt ist. Und außerdem ist bei den meisten von uns noch Gott ein männliches Wesen. Jeder der täglich das „Vater unser“ betet, verfestigt täglich diese Vorstellung: „Vater unser, der Du bist im Himmel….“Gott ist etwas Männliches und weit weg von uns Menschen.
Oh Gott, was hat das lange Kämpfe gedauert, bis ich erkannt habe, dass das für mich nicht stimmt, bis mir klar wurde, dass ich ein Teil von Gott bin. Aber mehr dazu später.
Und noch einmal, das ist lediglich die Darstellung meiner Gedanken und Erkenntnisse.  Jeder andere kann andere haben. Und meine sind nicht besser als seine oder umgekehrt.
Aber je mehr und je länger wir auf der Ebene von unterscheidbaren Dingen denken (und handeln) umso deutlicher wird der Preis, den wir für unsere „Dingwelt“ bezahlen. Wir sind nicht mehr in der Lage uns einfach über etwas zu unterhalten, das von „Dingen“ losgelöst ist, (Abstrakta),  weil da die Erfahrung oder Prägung (durch die Eltern) ganz bestimmte Voraussetzungen geschaffen hat. Wer mir auf die Frage: „Glaubst Du an Gott?“  mit „Ja“ antwortet, hat damit praktisch nichts ausgesagt außer, dass in den Wörterbücher von uns beiden das Wort Gott vorkommt. In den unterschiedlichen Sprachen unserer Erde gibt es ähnliche Begriffe aber sie sind häufig so unterschiedlich wie notwendig, denn „jede Sprache ist gleichsam ein Behältnis der ureigensten Begriffe eines Volkes“ so hat es schon Klopstock formuliert. Und Georg Skrypzak sagt uns:  „Jede Sprache lässt uns scheitern“. Glücklicherweise konnte ich mich mit sämtlichen Weltsprachen auf einen fairen Kompromiss einigen: Ich beherrsche sie nicht – sie beherrschen mich nicht.
Damit lässt sich erkennen, unsere Sprache sowie unsere Wahrnehmung sind gute Hilfsmittel  zur Erschaffung einer sinnvollen Modellwelt. Es lässt sich aber damit nur eine Annäherung an die „wirkliche“ Welt erschaffen, nicht mehr. All meine individuellen Wahrheiten sind dann eben auch nur für mich gültig. Keiner sollte seine Wahrheiten für allgemeingültig halten und ihre Durchsetzung mit der Drohung von Schuld und Sühne erzwingen. Wer das dennoch tut, zeigt damit dass es mit seiner Intelligenz nicht weit her ist;  und nichts behindert die Entwicklung der Intelligenz mehr, als ihre totale Abwesenheit.
Don
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Offline Ugge

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Re: Unsere Sprache
« Antwort #1 am: Januar 10, 2011, 19:07:48 Nachmittag »
:gb:
 
Zum Thema Sprache an sich möchte ich mal anknüpfen, da du deinen vierjährigen Enkel erwähnst:

Kinder und Sprache… gerade kleine Kinder tendieren dazu, sich ihre eigene Sprache zu erschaffen. Nur sie selber verstehen, was gemeint ist, und ihre nächsten Anverwandten. Werden sie größer, verliert sich das. … allerdings haben auch Erwachsene manchmal ihre "Spezialwörter".

Die Jugendlichen wiederum haben wieder eine eigene „Sprache.“ Is doch eigentlich voll krass, oda?  ;)

Es gibt regionale Unterschiede, manchmal schon Unterschiede bei den Dialekten von Nachbargemeinden, heutzutage nicht mehr so ausgeprägt wie früher.

Wie facettenreich ist doch die Sprache!

 
Zitat
Und noch eines, wir nehmen gar nicht mehr wahr, welche immense Kraft in unserer „Sprache“ steckt.  Die richtige Mischung von einzelnen Buchstaben ergibt richtige  Sprengsätze.
Wie heißt es doch so schön: Worte können verletzend  wie Pfeile sein … :blink:


Zitat
Historiker (also unsere rückwärts schauenden Propheten) meinen, wir haben am aufrechten Gang so ca. 3 Millionen Jahre oder mehr  geackert. Drei Millionen Jahre an Vorbereitung für die perfekte Gestaltanpassung, bloß, damit wir dann einen sauberen Hexenschuss hinkriegen.
*schmunzel* :laugh:  Sag bloß – hat da die Evolution etwas falsch gemacht? :biggrin:
 
Zitat
…. ist lediglich die Darstellung meiner Gedanken und Erkenntnisse.  Jeder andere kann andere haben. Und meine sind nicht besser als seine oder umgekehrt.
Ganz deiner Meinung: Es gibt viele Wahrheiten. Es kommt immer auf den Standpunkt des Einzelnen an… :im_so_happy:
Toleranz und Verständnis sind die Zauberworte.  :yes: 


Offline Emirades

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Re: Unsere Sprache
« Antwort #2 am: Januar 10, 2011, 20:48:43 Nachmittag »
 :gb:
Der Lesefaule wird wohl müde werden, ob der Wörterfülle *g*
Aber mir hat es großes Vergnügen bereitet, mehr über die menschliche Dummheit zu erfahren, die man mit der Sprache herrlich transportieren kann.

Das Wesentliche war schon immer für die Augen unsichtbar
und was die Ohren verstehen ist meistens nur einfältige Vermutung.
Das Wort cool und geil ersetzt ja heute schon die meisten positiven Gefühle. 
Wer Glück sucht
muß sich zuerst selbst finden.

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Re: Unsere Sprache
« Antwort #3 am: Januar 11, 2011, 09:52:32 Vormittag »
:gb:
Der Lesefaule wird wohl müde werden, ob der Wörterfülle *g*
Aber mir hat es großes Vergnügen bereitet, mehr über die menschliche Dummheit zu erfahren, die man mit der Sprache herrlich transportieren kann.

Das Wesentliche war schon immer für die Augen unsichtbar
und was die Ohren verstehen ist meistens nur einfältige Vermutung.
Das Wort cool und geil ersetzt ja heute schon die meisten positiven Gefühle. 

Die Gleichung "kühl" = "gut" verwundert mich immer wieder.
"Warm" würde ich besser verstehen.

==> "Hey, der Song ist echt warm".
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Re: Unsere Sprache
« Antwort #4 am: Januar 11, 2011, 13:51:39 Nachmittag »
@Don,  :gb: sehr interessante Sicht der Dinge.
Ich meine, wir können die Welt immer nur so weit wahrnehmen, wie es unsere Sinnesorgane hergeben, und uns nichts wirklich vorstellen, was mit unseren Sinnesorganen nicht erfassbar ist. Die Sprache findet dann Lösungen für die von uns erfassten Angelegenheiten. Je nach dem, wie wichtig oder unwichtig uns bzw. einer Sprachgemeinschaft bestimmte Angelegenheiten sind. Denn viele Sprachen kennen Ausdrücke für Angelegenheiten, die in anderen Sprachen gar nicht ausgedrückt werden können. Prioritätenverteilung halt. Paßt das nicht mit den persönlichen Prioritäten zusammen, wird man gezwungen, kreative zu werden mit dem Problem, daß andere einen nicht verstehen, oder mit vielen Worten zu versuchen zu erklären, was man eigentlich sagen will (so wie ich hier). (Aber meistens will einem eh keiner zuhören, wenn man versuchen will, abstrakt zu denken).
@eep: wundert Dich das mit dem "cool" wirklich? Emotionen offen zu zeigen ist heutzutage doch verpönt. Naja, Börsenmakler machen da eine Ausnahme. Aber wo sieht man schon mal eine "Person des öffentlichen Lebens" weinen oder gar vor Freude Tränen vergießen? Die machen sich damit höchstens zum Gespött. Emotion ist mittlerweile etwas Privates, nach Außen muß man cool sein.

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Re: Unsere Sprache
« Antwort #5 am: Januar 11, 2011, 14:09:13 Nachmittag »

@eep: wundert Dich das mit dem "cool" wirklich? Emotionen offen zu zeigen ist heutzutage doch verpönt. Naja, Börsenmakler machen da eine Ausnahme. Aber wo sieht man schon mal eine "Person des öffentlichen Lebens" weinen oder gar vor Freude Tränen vergießen? Die machen sich damit höchstens zum Gespött. Emotion ist mittlerweile etwas Privates, nach Außen muß man cool sein.

Ja, das wundert mich sogar zutiefst. Kühlheit / keine Regungen zeigen ist für mich etwas Negatives.
Empathie, Hingabe, Begeisterung, Widerspruch, Zuspruch, innere Bewegung sind für mich positiv.

Die unsympathischsten Figuren der Gegenwart sind meines Erachtens Photomodelle, die Mode vorführen.
Sie gehen affektiert und eckig, lachen oder lächeln nicht, gucken ernst, gar finster, mitunter sogar depressiv, ja psychotisch, wenn sie nicht sogar im Dunkeln eine Sonnenbrille tragen.

Alles in allem: un-menschlich. Cool ist unmenschlich.
« Letzte Änderung: Januar 11, 2011, 14:42:04 Nachmittag von esse-est-percipi »
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Offline Sternenfee

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Re: Unsere Sprache
« Antwort #6 am: Januar 11, 2011, 14:23:02 Nachmittag »
Ja, warum Models mit gar so trübsinnigem Gesicht über den Laufsteg laufen, verstehe ich auch nicht. Spricht ja auch nicht für die Produkte, die sie vorführen. Sie scheinen sich ja drin unwohl zu fühlen. :biggrin:
Aber mir ist bekannt, daß es tatsächlich so von ihnen gefordert wird, weil eine Kollegin von mir gelegentlich modelt.

Offline esse-est-percipi

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Re: Unsere Sprache
« Antwort #7 am: Januar 11, 2011, 14:44:29 Nachmittag »
Die Jugend => die muss direkt wieder Ideologien und vor allem Gruppenbildung daraus betreiben. Coole vs. Emos. Und dann braucht man natürlich die gruppenspezifische Kleidung dafür.
Das Menschsein ist so viel facettenreicher als das.

Cool ist ein Bier, das lange genug im Kühlschrank war.
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Florida

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Re: Unsere Sprache
« Antwort #8 am: Juni 26, 2013, 18:37:13 Nachmittag »
Ein schöner Komplex zu "Sprache ist Denken".
In der Wahrnehmung kann jeder Sinn, mein Auge zum Beispiel, von Diesem, zu Jenem, zum Übernächsten gehen. Wer unter Höhenschwindel leidet, dem empfiehlt der Neurologe: Mit dem Auge etwas neben dir suchen und immer weiter nach unten Punkte fixieren, sich sozusagen in die Tiefe vortasten. Dann kapiert das Gehirn schneller den Raum und hat nicht das Gefühl zu fallen.
Andere Menschen haben wieder damit überhaupt kein Problem.
Und dann gibt es die Menschen, die von Diesem ins Nächste und Übernächste denken, man nennt dies "einfach".
Die anderen lassen Zwischenschritte aus, können sich nebenher gedanklich auf Seitenwegen bewegen oder können gar in zwei, drei, gar mehr Ebenen denken.
Diese nennt man intelligent.
Würden sie so reden, hielte sie die Allgemeinheit für psychotisch, sie werden nicht verstanden, sind auf Gleichgesinnte angewiesen, um sich selbst nicht für einmalige Erscheinungen zu halten.

Beim Wandern in den Bergen suche ich mir gerne den am höchsten gelegenen Baum aus und wünsche mir: Mit dir möchte ich mal ein Jahr tauschen!
Wasser, Luft, Liebe und inmitten der Welt um einen drumherum. Wozu denken? Wozu reden? Wozu Zeit und Raum? Wozu wichtig genommen werden zu wollen? Einfach nur im Sein sein!
PS: Ich frage mich gerade, ob der Baum überhaupt mit mir oder dein Frauenmantel mit dir tauschen wöllten?

Offline kunstmalerdon

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Re: Unsere Sprache
« Antwort #9 am: Juni 26, 2013, 19:21:59 Nachmittag »
Ja, was Du schreibst habe ich schon gemacht. Auf meiner 5-jährigen Europareise mit meinem Reisemobil hatte ich ganz allmählich den Status eines Sekunden - Millionärs erworben und konnte tatsächlich mich mit anderen Lebewesen in deren Sprache "austauschen". Etwas von dem ich heute noch zehre. Im Augenblick schreibe ich grad noch die letzten Abenteuer dieser Reise auf, damit mein "Vorläufiger Reisebericht" der schon als Buch vorliegt vollendet wird. Und da bin ich gerade bei meiner Freundin "Chica" (meine kleine Katzenfreundin) und erzähle, wie sie mir die Katzensprache beigebracht hat. Sehr interessant ( ja sogar das Lesen im Nachhinein).
Don
kunstmalerdon

Florida

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Re: Unsere Sprache
« Antwort #10 am: Juni 26, 2013, 21:46:03 Nachmittag »
Eine Schwanzmeise hat mir ihre Sprache beigebracht: als Baby befiedert beim ersten Flugversuch gejagt und abgestürzt, konnte nie mehr fliegen wegen gebrochenem Flügel.
Ich habe fünf bis sieben verschiedene Rufe bzw Äußerungen herausgehört und sie versucht, zu deuten. Gleichzeitig hatte ich "Antworten" mit Zungeschnalzen oder sanftem "Bsch-bsch!" parat.
Und so konnte ich mich mit ihr quer durch die Wohnung "unterhalten". Sie: (typisch hoher mehrfacher Rufintervall) "Hallo! Jemand da? Langeweile! Bin so alleine!" Ich: (dreimal Zungeschnalzen):
"Hier bin ich! Du bist nicht alleine!" -Dies wiederholte sich mehrmals, anscheinend mußte sie sich erst vergewissern. Dann (ein kurzes rhythmisches: Tschppp!) "Freude!", heißt auch: Futter gefunden!
Sah sie keine Bewegung um sich, ging das Rufen wieder los und mein Antworten. Bis ich (bsch-bsch!) "Ruhe! Halt die Klappe! Alles ist gut!" zischte. Ein kurzer Freude-zschipp und Ruhe war.
Dies erwies sich besonders vorteilhaft auf Autoreisen, wenn sie abgedeckt war ansonsten hätte einem der hohe Ruf irgendwann den Verstand geraubt!
Aber dies nur als Beispiel. Daß dies überhaupt möglich war, machte mich als Mensch aber auch sowas von stolz, weil ein wildgeborener Vogel mit mir kommunizieren wollte und konnte.

Das mit deiner Katze würde mich interessieren. Klar, daß wir Situation, Verhalten und Äußerung im Zusammenhang sehen müssen um eine "Sprache" ähnlich den Hiroglyphen "entziffern" zu können.
« Letzte Änderung: Juni 26, 2013, 21:47:40 Nachmittag von broilerin »

Offline Ugge

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Re: Unsere Sprache
« Antwort #11 am: Juni 26, 2013, 23:05:53 Nachmittag »

Zu diesem Thema wurde bereits vor einiger Zeit eine Diskussion begonnen, und ich habe nun alles zusammengeführt.  ;)


Offline HeyJo

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Re: Unsere Sprache
« Antwort #12 am: Juni 27, 2013, 00:04:54 Vormittag »
Du (das bin ich), du, ich hab hunger - heh, häh, jäoul, woau, WAU, wioau, häh häh, - ich hab hunger, du mein Herrchen.
heh, eeeeeeh, WAU, eeeeeeh, eeeeeeh, ich muss mal! heh, eeeeeeh, Wau Wau, eeeeeh, eeeeeeh, nun komm, Herrchen,  ich muss mal!
braaaooo, braaaooo - durst!
die Sprache meines jetzigen Mitbewohners
und ich springe für die Dame.  ;)
da kommt noch mehr, bestimmt :yes:

um so mehr ich diese Sprache verstehe, füllt sich mein Herz mit Traurigkeit :cray:
« Letzte Änderung: Juni 27, 2013, 00:15:33 Vormittag von HeyJo »
Modellbau    -    reine Freude   


 

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