Autor: kunstmalerdon Thema: Die Juristensprache  (Gelesen 838 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Die Juristensprache
« am: Januar 09, 2011, 14:25:48 Nachmittag »
  Verehrte Zuschauer,


es gibt Leute, die werfen den Juristen nach, sie sprachen nicht mehr die Spreche der Menschen. Man sagt uns vor, die Justierei habe das Mißtrauen ihrer Gläubiger verbraucht. Wir Juristen beispielsmal gebärdeten uns in Lehrung und Forsche als ewige Wesserbisser, die sich unverständliches Zeug aus den Haaren saugen und immer noch meinen, sie müßten von den sieben Tödsünden reden, damit die Menschen Gewissensgebisse bekommen und bei der Schlange bleiben.
Als mein Freund, ein Rechtsanwalt und Notar, mir neulich zum ersten Mal von diesen Vorwürfen erzählte, da haben mir vor heiligem Zorn die Zie geknittert. Da standen mir die Berge zu Haare. Da hab ich mir die Hände gerauft. Die Spreche der Juristen sei unverständlich, phrasenhaft und verwidere sich in Wickelsprüche?
Schon die Bezeichnung der einzelnen Gesetze zeigt es auf:
Wir haben die Körperschaftssteuerdurchführungsverordnung und das Verkehrswegeplanungsbeschleunigungsgesetz (mit je 41 Buchstaben) zeigten sie schon in der Verkürzungsform die Prägnanz, die des Juristen Glanz so Äugen lässt. Aber dann kam 2004 das Finanzkonglomeratrichtlinienenumsetzungsgesetz mit stolzen 44 Buchstaben als neuer Spitzenreiter. Danach wurde die Verbraucherschutzdurchsetzungsgesetzermächtigungsübertragungsverordnung (VSchDGErÜbV) mit insgesamt 73 Buchstaben in das Licht der Juristenwelt gerufen.
Das muß man sich mal auf dem Mund zergehen lassen. Das treibt einem doch die Schamröte in die Augen.
Versehrte Zuschauer! Ich will hier kein Brett vor den Mund nehmen: Bedenken Sie bitte, wer hier Morder und Zetio schreit, dann verlieren die Anwürfe schon etwas weniger an Gewicht. Im Grunde sind es doch bedauernswerte Menschen, die von Taten und Blusen keine Ahnung haben und in einem Abfall geistiger Anwesenheit einfach den springenden Grund übersehen.
Aber ich will hier auch nicht den Teufel mit dem Brezelbub austreiben. Lassen Sie mich selbstkritisch fragen: Haben wir uns als Juristen immer genügend bemüht, das gemeinste Kleinsame zu finden?
Ist es nicht auch ein Wink mit dem Faulzahn, wenn ein Mensch, dem vielleicht durch die Begegnung mit einem unfreundlichen Rechtsanwalt eine Wurst über die Leber gelaufen ist, nun seinerseits meint, den Rujisten ein Schnippchen spielen zu müssen? Müssen wir uns da nicht fragen lassen, wie wir vor Gericht miteinander untergehen?
Wie hormonisch ist unser Miteinander wirklich?
Läßt sich da nicht auch manch Negateiliges anführen?
Haben wir alles gehalten, was wir verbrochen haben?
Wir wollen dem Enttäuschten keinen Honig in die Augen schmieren, aber er soll wissen: Uns hängt viel an ihm, und er kann jederzeit wieder bei uns umkommen, wenn er nur will.
Den anderen längst weggetretenen Kritikern aber rufen wir zu: Bevor ihr redet, vergeßt nicht
Reden ist Schweigen, und Silber ist Gold!
Und wenn ihr das nicht beherzigen wollt oder könnt, so laßt doch bitte die Tatsachen im Dorf!
Tatsache ist, daß der Mönsch zum Bösen neigt. Und es ist lebensnotwichtig, daß alle Juristen klar und unständvermißlich davon reden. Ohne schames Falschgefühl! Munitiös vorbereitet werden wir weiter an die Zecken und Zäune, von Pontius zu Pilatius gehen und es verkündigen:
Gerechtigkeit ist mehr als ein Konzertbesuch der H-Meß-Molle von Johann Sebaldrian Bach. Gottes Wege sind geschlungen. Und man kann nicht zwei Fliegen auf einmal dienen. Das ist unsere Botschaft. Und sie leuchtet auch heute noch jedermann heim.
Guten Abend!
kunstmalerdon

Offline Petra

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Re: Die Juristensprache
« Antwort #1 am: Januar 09, 2011, 14:32:28 Nachmittag »
 :gb: Herrlich

Offline HeyJo

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Re: Die Juristensprache
« Antwort #2 am: Januar 09, 2011, 15:39:38 Nachmittag »
Hilfe    ich fall gleich vom Stuhl :Oskar: :Oskar: :Oskar: :Oskar: :Oskar: :Oskar: :Oskar: :Oskar:  Plumps
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