Autor: kunstmalerdon Thema: Warum feiern wir eigentlich Weihnachten?  (Gelesen 1627 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline kunstmalerdon

  • ALiQs Experte
  • *
  • Beiträge: 974
  • Geschlecht: Männlich
Warum feiern wir eigentlich Weihnachten?
« am: Januar 09, 2011, 14:22:08 Nachmittag »
Warum feiern wir eigentlich Weihnachten? (1)

Weihnachten naht und ich möchte eine Tradition von sehr viel früher wieder aufzugreifen versuchen.
Ich werde eine zusammenhängende Frage in mehrere  Einzelfragen mit  eigenen Überschriften stellen, die aber doch ein geschlossenes Ganzes ergeben.
Also, warum feiern wir heutzutage eigentlich Weihnachten?
Vielleicht wegen etwas Muße in der Geschäftigkeit von heute? Oder möchten wir vielleicht verloren geglaubte Kindheitserinnerungen wieder hervorholen?
Die Antwort von gläubigen Christen könnte lauten:  „Vor ca. 2000 Jahren wurde Jesus geboren!“
Das scheint richtig zu sein, und dann ist das Fest eine Art Erinnerungsfeier.  Aber es wurden auch andere bedeutende Menschen geboren, Sokrates, Galilei und  Goethe. Wir feiern deren Geburt nicht so. Als Entgegnung könnte es heißen, Jesus war nicht nur eine historische Person, sondern zugleich der Sohn Gottes.
Wenn ich christliche Themen so zur Diskussion stelle gibt es viele Arten von Antworten. Ich greife mal die zwei häufigsten heraus.
Die einen hinterfragen die christliche Lehre grundsätzlich nicht. Sie glauben in einfachem, direktem Glauben, was gelehrt wird.
Die zweite Gruppe verwirft  fast alles, was in der Bibel steht, weil sie meint, vieles, was in der Bibel steht stimmt mit anderen meist wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht überein. Sie verwirft grundsätzlich (christliche) Religion und ist stolz auf ihre Aufgeklärtheit über diesen mittelalterlichen Humbug.
Ich möchte einen dritten Standpunkt  aufzeigen.
Nicht alles muss geglaubt werden, was in der Bibel steht. Und wenn, dann bestimmt nicht im buchstäblichen Sinn. Aber vieles kann ich für „wahr“ nehmen, nur in einem anderen als in historischem Sinn.
Die christliche Theologie ist sowieso eine  seltsame „Zwitterfigur“. Sie befasst sich mit wissenschaftlichem Denken im Bereich der Historie und ist doch zugleich Metaphysik.
Was soll daran so gefährlich sein?
 Nun, wissenschaftliches Denken – und die Historiker bedienen sich dieser Denkweise –befasst
 sich immer mit Tatsachen, die sich ereignet haben.  Sie haben sich damit manifestiert in der Welt der Erscheinungsformen und sind damit an einem Endpunkt angekommen. Und die Schlussfolgerungen daraus werden dann in die Zukunft übersetzt. Noch einmal verdeutlicht. Die Beschäftigung mit solchen sozusagen „toten“ Manifesten ist zulässig, aber sie sind sehr wenig aussagekräftig.
Demgegenüber steht eine andere Sicht der Realität. Die eigentliche Wirklichkeit ist nämlich nicht in der Welt der Erscheinungsformen zu finden. Dort findet sich eben „Erwirktes“. Aber dahinter muss etwas „Wirkendes“ zu finden sein. Da müssen Energien sein, die einen Abdruck in der Realität veranlassen,  jenseits der Physik, eben in der Welt der Metaphysik.
Bei Plato ist es „die Welt der Ideen“. Vielleicht können wir etwas moderner sagen die „Welt der Archetypen“, jene Grundmuster, die überall in der Welt gleich sind und überall gleich verstanden werden. Diese „Wirklichkeit“ drückt sich in der realen Welt aus und hinterlässt dort ihre Abdrücke.
Goethe meint: Alles, was sichtbar ist, ist „Gleichnis“. Und so betrachtet ist die Welt der Formen durchaus wichtig. Sie ist nämlich Träger der Information.
Natürlich kommen wir nur in der Welt der Formen nicht weit, aber eine Verteufelung dieser Welt ist ebenso falsch. Weltflucht, um zu einer höheren Art  von Geistigkeit zu kommen ist meiner Ansicht nach nicht richtig. Wir erreichen nur durch die Welt der Formen den Kontakt zur Metaphysik.
Für diese Welt der Wirklichkeit gelten dann aber auch ganz andere Aussagen, als für die Welt der Formen. Diese haben Anfang und Ende, sind polar und für uns körperhafte Menschen „be-greifbar“.
Die andere, bewirkende  „Wirklichkeit“ ist einheitlich, ewig, ohne Grenzen, hat kein Raum-Zeit-Gefüge.
Ich will versuchen es anhand eines Beispiels näher zu erläutern.
Diese Wirklichkeit ist wie das Licht vor einem Prisma. In diesem Zustand ist es noch einheitlich weiß. Fällt es durch ein Prisma wird es aufgeschlossen in die Welt der unterscheidbaren Farben. Die Wirklichkeit – also das Licht vor dem Prisma- hat keine Vielfalt, sie ist Einheit. Aber sie umfasst   die gesamte Vielheit. Diese einheitliche Wirklichkeit hat auch keinen Anfang,  kein Ende, sie ist nicht alt oder jung, ganz einfach: sie ist. Punkt.
Die Welt der Formen dagegen ist dem Gesetz des Werdens und Vergehen unterworfen. Und wenn sich jemand nur mit diesen Formen abgibt kommt er aus dem Bereich des „Toten, des Fertigen, des Abgeschlossenen“ nicht heraus. Dann kommt es sehr häufig dazu, dass man sich durch „Hektik“ eine Scheinform von Leben vorgaukeln muss.
Wenn nun die moderne Theologie sehr großen Wert auf die Tatsache legt, dass es historisch genauso abgelaufen ist, wie sie es lehrt, dann vernichtet sie damit das Lebendige der kirchlichen Botschaft.
Die religiöse Botschaft muss vielmehr das Ziel haben die Wirklichkeit, die  hinter den materiellen Formen  steckt auszudrücken, sichtbar zu machen. Sie soll sie „Abbilden“. Und das ist mit Worten schwierig, weil unsere Sprache notwendigerweise polar ist. Die abzubildende Botschaft aber ist nicht polar. Deshalb ist es besser, Symbole, Bilder zu gebrauchen, archetypische Bilder, die überall auf der Welt verstanden werden. Aber diese Bilder müssen dann auch als B i l d e r  verstanden werden und nicht als geschichtliche Beschreibungen.
So gesehen ist es gar nicht verwunderlich, dass die Geburtsgeschichte Jesu sehr genau der Geburtsgeschichte von Krishna gleicht, oder der von Abraham, oder…
Das ist für mich ganz verständlich. Es ist das gleiche Ur-muster, was in kulturell bedingten Abwandlungen zum Ausdruck kommt. Dieses uralte Wissen, das überall auf der Welt gleich ist, man nennt es auch die „Philosophia per aennis“ wurde durch hervorragende Menschen, die den Weg der Erkenntnis gegangen waren immer und überall auf der Welt vermittelt.
Es ist das Ur-muster, das über den Mythos in vielzähligen Formen je nach Kultur, aber immer mit dem gleichen Ziel der Erlösung weitergegeben wurde. Dieses Wissen ist enthalten in allen Märchen, Helden-Sagen, Träumen und ist angelegt in jeder individuellen Seele, die auf diesem Weg auch einen Zugang hat. Deshalb sind auch die Grundmuster aller Märchen der Volker vergleichbar in allen Völkern, trotz aller kulturellen Unterschiede. Es sind Bilder, Gleichnisse des immer selben Urmusters.
Wer kennt weitere Beispiele, in denen diesem Grundmuster entsprechend derselbe Gedanke in Symbolen oder symbolhaften Beispielen aus alter Zeit überkommend weitergegeben wurde?
(Wird fortgesetzt in Frage 2 mit der Betrachtung der Weihnachtsgeschichte).
Frage 2: Was sagt uns die  Weihnachtsgeschichte als religiöse Erzählung?
Die Weihnachtsgeschichte möchte ich von drei Ebenen her untersuchen.
Entsprechend Körper, Seele und Geist gibt es
1.)   die historische Ebene (entsprechend dem Körper)
2.)   die mythologische Ebene (entsprechend der Seele)
3.)   die makro-kosmische Gestirnskonstellation   (entsprechend dem Geist).
Alle drei Ebenen sind miteinander in Verbindung zu sehen. Wie oben so unten, das bedeutet, wo immer ich mir Zugang zu der Botschaft verschaffe, ich erhalte immer dieselbe Botschaft.
Wir können diese dann in jede andere Ebene übertragen, „Wie im Himmel, also auch auf Erden“. Wir denken analog.
Nun ist die historische Ebene, die von vielen als so wichtig angesehen wird eine (von vielen) Manifestationen des ewigen Grundmusters. Sie zeigt den Weg des Menschen zu seiner Befreiung aus dem Materiellen. Das verdichtet sich so zu einer Geschichte im historischen Ablauf und wird so zu einer Geschichte, die verstanden werden kann. Das ist genauso wie im Theater. Goethe hatte die die Idee zu seinem “Faust“. Diese Idee hatte er verdichtet, zunächst über die Sprache, dann über die Textgestaltung für die Schauspieler, dann über die Schauspieler selbst, die Ausstattung, die Bühne, und durch diese Verdinglichung der Idee wurde diese erst übertragbar und erlebbar für jeden Menschen. Dasselbe geschieht mit dem sog. religiösen Weg. Die Idee nimmt körperliche Gestalt an, wird Mensch und stellt die Idee dar. Das Leben Jesu ist die dramatische Verdichtung des ewigen Heilsweges der Menschen. Bei dem Leben Krishnas ist es dasselbe. Die historische Ebene ist dabei auch wichtig, weil sie ja Abbild des ewigen Urmusters ist.  Aber „vorwiegend“ die Historie sehen zu wollen ist falsch, denn sie ist ja nur die Verdinglichung in Raum und Zeit.
Der kosmische Aspekt zeigt uns das Weihnachtsfest ist durch astronomische Gegebenheiten  vorgezeichnet. Schon immer wurde zu diesen Zeiten auf der Welt gefeiert. Im astronomischen Bereich geschieht nämlich etwas, das als Gleichnis erkannt wurde für den Ablauf innerer Prozesse.
Betrachten wir dazu mal die Wanderung der Sonne, denn diese war es, die immer in fast allen Hochkulturen mit der Welt der Gottessöhne identifiziert wurden. Warum? Weil sie das Licht und Leben spendende Gestirn für alles Leben ist. Das Symbol für Gottheit.
Auch wer sich nicht sehr für Astrologie interessiert, weiß, dass wir vier besondere Tage im Jahresablauf  haben. Die Tage an denen Tag und Nacht gleich lang sind (aequinox beim Frühlingsanfang, Herbstanfang und den längsten Tag und die längste Nacht, Sommer- und Winter solstitium).
Weihnachten wird gefeiert, wenn die Nacht am längsten ist. Die Sonne, das Licht, das Symbol für Gottheit ist stark eingeengt. Die dunklen Kräfte bedrohen das Licht. Das Dunkle, das „Böse“ wird jede Nacht mächtiger. In der Natur ist dieser Zeit ein Prozess des „Absterbens“ vorausgegangen. Das Materielle scheint zu verschwinden, Blätter fallen ab. Alles verliert seinen Glanz, seine Lebendigkeit. In diese Zeit fallen auch alle Todesfeste. Totensonntag, Allerheiligen,  Allerseelen usw. Dieser Absterbeprozess ist die Voraussetzung für das Weihnachtsfest. Und wenn dieser Prozess zu seinem Höhepunkt gekommen ist, dann ist gleichzeitig der Zeitpunkt der Wandlung gekommen.
Wieder wächst das Licht, Es hat der Dunkelheit widerstanden. Und wenn Im Kampf der Finsternis gegen das Licht, das Licht endlich siegte, da haben auch die Menschen überall gefeiert.
Mal hieß es“ die Sonne um Mitternacht schauen“ in den Mysterien-schulen; oder in Rom „Bromelia, die Geburt der unbesiegbaren Sonne“. In Alexandrien war es die Geburt der Osiris; in Skandinavien kommt „Baldur“ um Mitternacht; in Ägypten wurde der Sonnengott als „Horus“ wiedergeboren.
Weihnachten ist also die Wiedergeburt des Geistes, etwas, das jedes Jahr in jedem einzelnen von uns geschehen soll. Aber die Geburt des Geistes kann nur erfolgen, wenn es vorher dunkel um uns war.
Erst wenn die Außenwelt ihren Glanz verloren hat, wenn wir uns in unsere eigene Dunkelheit gewagt haben, erst wenn wir Zweifel an der Sinnhaftigkeit allein der äußeren Verwirklichung hatten, wenn wir der Welt der eigenen Depression begegnet sind, erst dann sind wir in der Lage das Licht wieder zu entdecken. Wir müssen diesen Prozess durchlaufen. Allein blitzschnell einen Schalter umzulegen ist nicht möglich. Denn das Licht wird nicht Glanz der Welt gefunden (in der glitzernden Sommersonne) sondern in der tiefsten Dunkelheit, wo es kein „vernünftiger“ Mensch es vermutet.
Auch die heiligen drei Könige suchten zuerst am falschen Ort.
Wird fortgesetzt in Frage 3 mit der Untersuchung der Weihnachtsgeschichte selbst.
Wer kennt andere Beispiele für z. B.  den Sieg des Lichts über die Finsternis als „die Sonne um Mitternacht schauen“ oder andere die ich genannt habe in weiteren Kulturen, die mir nicht bekannt sind?

Was erzählt die christliche Weihnachtsgeschichte selbst?

 Wenn wir die Grundsymbole der Weihnachtsgeschichte näher ansehen, da haben wir zuerst mal die Gestalt von Maria. Sie ist die jungfräuliche Mutter, die mit dem Gottessohn schwanger wird. Also an dieser Figur hatte ich als junger Mann meine größten Schwierigkeiten etwas zu verstehen oder gar zu glauben. Heute sind meine Schwierigkeiten mit der rein religiösen Sicht etwas anderer Art.
Dabei ist diese Figur in dieser Ausgestaltung  gang und gäbe. Die meisten Gottessöhne haben eine Jungfrauengeburt.  Bacchus: seine Mutter Myrha, Hermes: Maya, Adam: Myra, Buddha: Maya,  Jesus: Maria.  Zum  Jungfrauenaspekt komme ich später. Hier möchte ich erst einmal auf die Namensähnlichkeit hinweisen. Maria ist sprachgeschichtlich verwandt mit mare, das Meer, mit mater die Mutter und die Materie. Die schwangere Maria wird ein Sinnbild für die sichtbare Materie, die die unsichtbare Information in sich trägt. Die Materie ist zu sehen, Jesus noch nicht. Das Sichtbare ist Kontaktebene mit dem Unsichtbaren. Genau wie in Ägypten wird Maria häufig auf einer Mondsichel dargestellt. Durch die Phasen des ab- und zunehmenden Mondes symbolisiert sie zugleich die ständige Erneuerung, also die Unsterblichkeit.
Das mythische Vorbild für die jungfräuliche Empfängnis war  in der vorchristlichen Zeit schon fest verankert. Hera, Artemis, Aphrodite, Astarte, Kybele, und viele mehr waren jungfräuliche Gottesgebärerinnen. Auch Demeter, Isis, Attagartis gebaren einen Gott in Menschengestalt.
Der Jungfrauenaspekt hat dabei die Bedeutung von Zeitlosigkeit. Die unbefleckte Empfängnis soll darauf hinweisen, dass Frau ganz Gegenwart sein kann, „unbeflekt“ von der Vergangenheit.
Das heißt jungfräuliche Göttinnen müssen gar nicht „virgo intacta“ sein, sie müssen frei, unverheiratet sein, gelöst von Vergangenem. Meine Vergangenheit ist immer eine Spur.
Wenn ich „Ich“ sage, dann kann ich das immer nur mit meiner Spur in der Vergangenheit dokumentieren. „Ich“, das ist der, der 1933 geboren wurde, dann studierte, dann in Hamburg Anwalt wurde, der sich gestern noch auf heute vorbereitet hatte und heute bin ich hier. Diese Kontinuität in der Erinnerung, das bin ich. Aber genau diese „Ichbezogenheit“ erschwert uns den Zugang zum ewigen Hier und Jetzt in der Zeitlosigkeit der Wirklichkeit. Marias Jungfräulichkeit kann uns zeigen, dass sie sich von der Illusion der Zeit befreit hat. Und erst dann kann sie das „Gefäß“ für den neuen Gottessohn werden.
Marias großer Symbolgehalt ist sicherlich nicht zu erklären aus einer häufigen Erwähnung in der Bibel. Da taucht sie nicht so sehr auf. Da ist sie auch zurechtgestutzt auf die Mutterrolle.
Sie stammt ja wohl auch mehr aus der keltischen (Modron-mahon  Mutter und Jugend Motiv) und der mediterranen Verehrung. Die katholische Kirche konnte dann auch nicht anders als widerstrebend erst 1854 sie mit dem Dogma der unbefleckten Empfängnis etwas aufzuwerten. Erst 1954 wurde sie offiziell zu „Himmelskönigin“ erhoben. Aber bitte, nur zur „Huldigung“ nicht zur Anbetung geeignet.
Ihr zur Seite steht Joseph, das männliche Prinzip. Joseph, der welcher hinzufügen soll. Er ist Zimmer- mann und führt die Axt. Bei den Griechen das Werkzeug des Zeus, auch für die Hindus, bei denen  bei Agni und Vishnu ebenfalls eine Axt eine Rolle spielt. Der Baum Samsara wird damit gefällt, der Baum der Erkenntnis.
Und dann haben wir natürlich das „Christkind“ selbst. Es ist das Symbol für den göttlichen Funken in der menschlichen Seele, der jedes Jahr wiedergeboren werden will. Und das ist ja so schwierig. Eigentlich wollte Joseph seine Familie ja in einer menschlichen Behausung unterbringen. Aber: „Es war kein Platz in den Herbergen der Welt“. Ein Bild passend für heute. Es ist kein Platz in uns für das Licht. Wie haben zu  viele Gäste (weltliche Interessen), sodass für das Wichtigste kein Platz bleibt. Es ist das „Selbst“ unterdrückt vom „Ego“, sodass vor vielen „fremden“ Interessen kein Platz da ist.
Wer erkennt seine Rolle schon in der bisherigen Darstellung  und der mythischen  Deutung der Weihnachtsgeschichte?
Der letzte Teil wird in Frage 4 behandelt.
Welche Symbole sind für die weiteren Beteiligten, die 3 Könige, die Hirten und für die Krippe zu erkennen?
Nun die Geburt fand in einem „Stall“ statt. Das war damals eine Höhle. Alle sterblichen Götter werden in Höhlen geboren. Die Höhle ist der Ort der Bestattung und der Wiedergeburt. Eine Fortsetzung des Mutterschosses.
Der Stall ist immer als verfallene Behausung gezeigt. Zumindest im Dachbereich ist er immer offen, die Sterne scheinen hindurch, er bietet keinen Schutz gegen Kälte und Dunkelheit. Er steht im Gegensatz zum „Intakten Haus“. Dieses ist ein Symbol für „Ich“. In meinem Haus bestimme ich, was gilt. Ich kann es abschließen und habe die Trennung vom Außen symbolisiert. Diese Grenze vom „Ich“ zum „Nicht-Ich“ muss erst zerfallen. Ich muss durchlässig werden, um aufnahmebereit zu sein für die Geburt des Logos. Im Tarot haben wir die Karte vom  einstürzenden Turm mit derselben Symbolik.
Und dann sind da noch die „Heiligen drei Könige“. Besonders in den alten Krippendarstellungen finden wir die Könige mit unterschiedlichem Alter dargestellt. Ein Junger, ein mittelalter und ein alter König ergeben mit einem Kind in der Krippe die vier Jahreszeiten. Auch die Geschenke passen da hinein. Myrrhe, ein Todessymbol (zum Einbalsamieren der Leichen) Weihrauch, die zum Himmel aufsteigende Auferstehung und Gold, das Symbol der Einheit, das auch in der Alchemie die Gegensätze vereint. Die Könige sind Heiden. Sie sind Vertreter von Weisheit Würde und Wissen.
Bei der Anbetung behalten sie auch ihre Kronen auf dem Kopf, sie sind Zeichen der Würde.
Im Gegensatz dazu  knien die Hirten vor der Krippe. Eine polare Gruppe von Menschen, die nicht leitende, sondern schützende und bewahrende Berufe ausüben. Sie sind einfache Menschen, die die Herzenskräfte der Menschheit symbolisieren. Die Könige als Verstandemenschen verstehen „Abstracta“. Sie haben ein Sternzeichen als Leitsy,bol für ihre Reise erhalten.
Die Hirten dagegen erfahren von einem Engel eine Verkündung erfahren. Die Augen mit einem Arm geschützt nehmen sie auf dem Boden liegend die Weisung: „Und dies habt zum Zeichen; ihr werdet finden, ein Kind in der Krippe in Windeln gebettet“. Das kann man begreifen, anfassen. Und ihre Geschenke sind auch so: Wolle, Butter Lamm. Und ihre Kopfbedeckung haben sie bei der Anbetung abgenommen. So kann man entweder die ganze Menschheit bei der Anbetung in der Krippe vertreten sehen, oder – und diese Deutung gefällt mir viel mehr- es ist der Kopf und das Herz eines jeden Menschen.
Da gibt es nämlich noch eine schöne Geschichte. Erinnert euch, dass ich vorher erzählte, dass die Könige sich zunächst verlaufen hatten. Ihr Stern war verschwunden. Erst mit den Hirten fanden sie den letzten Teil des Weges. Für mich heißt das übersetzt: Du kannst mit den Verstandeskräften allein sehr, sehr weit kommen. Aber um das Ziel selbst zu erreichen, brauchst Du unbedingt die Kräfte des Herzens dazu.
Vielleicht konnte ich manchem von euch deutlich machen, dass für mich Weihnachten mehr ist, als eine Erinnerungsfeier mit dem Thema: Damals vor mehr als 2000 Jahren…..
Für mich ist Weihnachten die direkte und konkrete Aufforderung an jeden einzelnen, das Licht in seinem Herzen anzuzünden.
Die abstrakteste Weihnachtsgeschichte findet sich bei Johannes, wenn er sagt: „ Die Finsternis hat das Licht geboren.“ Und er  fährt fort: „Und die Finsternis hat es nicht verstanden!“
Weihnachten ist die Aufforderung   e s  z u   v e r s t e h e n! Und zwar „Heute“ In der Weihnachtsmesse wird auch gesungen: „Heute ist euch der Heiland geboren“ Nicht damals vor 2000 Jahren! (Freie Bearbeitung von mir nach Thorwald Detleffsen).

Es stimmt, die Frage scheint etwas verspätet zu kommen, aber ich denke den einen oder anderen wird es dennoch interessieren.
Don
kunstmalerdon

kimberley

  • Gast
Re: Warum feiern wir eigentlich Weihnachten?
« Antwort #1 am: Februar 02, 2011, 15:22:33 Nachmittag »
manche feiern weihnachten nur weil sie so geil auf die geschenke sind die sie an weihnachten bekommen aber dass was an weihnachten wirklich zählt ist die liebe und dass man zusammenhockt und etwas gemeinsam unternimmt weihnachten wird auch dass fest der liebe genannt es ist der tag wo festgelegt wurde das an dem tag jesus geburt war.der brauch mit dem tannenbaum kam von den germanen sie hatten zu dieser zeit auch einen nadel ähnlichen baum aber keinen tannenbaum.der andere brauch mit dem adventskranz nahm seinen ursprung in einem heim dort kam man auf die idee jeden abend sich in den stuhlkreis zu setzten und eine kerze an zu machen .für montags -freitags gab es immer eine weiße kerze pro tag und jeden sonntag eine rote.damals konnte sich aber nicht jeder so etwas leisten und heute  legen manche noch nicht einmal wert auf kerzen und sich zusammen hinzuhocken.ich sag dazu nur weihnachten ist ein fest der liebe und das dürft ihr niehmals vergessen :angel:

Offline Filou

  • ALiQs Inventar
  • *
  • Beiträge: 1156
  • Geschlecht: Männlich
Re: Warum feiern wir eigentlich Weihnachten?
« Antwort #2 am: Dezember 04, 2011, 16:03:08 Nachmittag »
Wisst ihr was, Leute?

Ich feiere Weihnachten dieses Jahr nicht, weil ich - gläubiger Christ übrigens - Weihnachten hasse.
Alles ein einziges Gerenne, um den beruflichen wie privaten Ansprüchen gerecht zu werden.

Seit drei Jahren überschattet vom Tod meines Vaters, der sich vor drei Jahren kurz nach Weihnachten das Leben nahm.
Dieses Jahr überschattet davon, dass es meinem Schwiegervater immer schlechter geht.
Er mag nicht mehr und redet von seinem Sterben.

Ich mag keine Weihnachtsbäume, keine Lichterketten und Weihnachtsgebäck, weil mich das Einrichten unter Druck setzt und mir die Zeit nimmt, die ich momentan sowieso nicht habe.

Da bleibt noch meine Frau, der ein traditionelles Weihnachtsfest wichtig ist, und mein kleiner Sohn, der mit Weihnachten kindlich positive Erinnerungen verknüpfen soll. Ihnen zuliebe mache ich den ganzen Weihnachtsplunder so ein bisschen mit, aber auch nur gezwungenermassen. Aber das ist für mich kein"Feiern". Feiern ist etwas, das ich gerne tue, freiwillig und mit Spass daran, weil ich dahinter stehe.

Wenn ich könnte, dann fiele Weihnachten dieses Jahr aus, dann setzte ich mich auf mein Fahrrad und führe dahin, wo mich keiner unter Termindruck setzt.

Sorry, dass das jetzt so negativ klingt. Es musste mal raus. Morgen sieht die Welt dann wieder anders, vielleicht weihnachtlicher, aus.  

Boettcher2

  • Gast
Re: Warum feiern wir eigentlich Weihnachten?
« Antwort #3 am: Dezember 04, 2011, 16:46:12 Nachmittag »
und ich bin einer derjenigen, die Weihnachten toll finden.

Ok, ich verbinde Weihnachten nicht mit persönlichen Schicksalsschlägen. Vielleicht würde ich dann anders darüber denken.
Für mich ist schon die Adventszeit etwas Besonderes. Vorfreude auf das Beschenken, beschenkt werden, auf das gemeinsame Weihnachtsessen, die Plätzchen, den Glühwein, das Schmücken des Weihnachtsbaumes (ich werde wieder diese 100-Lichter-Kette verfluchen) usw. All das zusammen mit der Familie, einen Teil davon zusätzlich mit lieben Freunden. Es werden auch immer wieder Erinnerungen wach aus der Kindheit, als ich regelrechte Angst vorm Weihnachtsmann hatte, wer die Weihnachtsmannmasken aus der DDR kennt, weiss, wovon die Rede ist.
Am zweiten Feiertag fahre ich traditionell mit meinen Eltern in den Thüringer Wald - das wird nicht mehr so oft vorkommen. Aber auch darauf freue ich mich.
Also ich stehe dem Weihnachtsfest durchaus positiv gegenüber.

yabadu

  • Gast
Re: Warum feiern wir eigentlich Weihnachten?
« Antwort #4 am: Dezember 07, 2011, 01:17:46 Vormittag »
 :advent01:
Ich feiere "Weihnachten" deswegen:

"Da ab 21./22. Dezember die Tage wieder länger werden, war die Wintersonnenwende in vielen antiken und frühmittelalterlichen Kulturen ein wichtiges Fest, das oft ein paar Tage vor bzw. nach dem Datum der tatsächlichen Sonnenwende gefeiert wurde. Schon steinzeitliche Kultstätten wie Stonehenge erfassten diesen Zeitpunkt mittels der relativ leicht feststellbaren Auf- und Untergangspunkte der Sonne, die zu Winterbeginn etwa im Südosten bzw. Südwesten liegen. Zur Zeit der Einführung des Julianischen Kalenders lagen die Sonnenwenden auf dem 25. Dezember und dem 24. Juni."


http://de.wikipedia.org/wiki/Wintersonnwende

Nicht im "neuheidnischem" Sinne, sondern weil ich mich jedes Jahr ab der Sommersonnenwende  darauf freue, daß ab Weihnachten die Tage wieder länger werden - "das Licht" kehrt zurück und mit ihm das Leben in der Natur.
Ich bin manchmal mehr, manchmal weniger von Winterdepression geplagt (heuer zum erstenmal wieder arg, weil es hier seit Wochen nur Nebelt - alles grau in grau...) und als passionierte Gärtnerin mit Hang zum "Draußen rumwurschteln" freu ich mich, wenn es wieder grün wird draußen.

Deshalb gibt es bei uns auch einen sehr traditionellen Weihnachtsbaum (Bis vor 4 Jahren noch mit echten Bienenwachskerzen). Ich mag das Grün im Raum, den Duft und das "Versprechen" auf zukünftige Ernten....(welches durch Äpfel, Nüsse und Tannenzapfen ausgedrückt wird)

Die Familie kommt zusammen und manchmal gibt es für den Ein oder Anderen auch eine kleine Aufmerksamkeit - etwas, von dem  man weiß, daß es dem Beschenkten Freude macht.

Offline HeyJo

  • "ALIQs-Feuerwehr"
  • ALiQs Zampano
  • *
  • Beiträge: 41261
  • Geschlecht: Männlich
Re: Warum feiern wir eigentlich Weihnachten?
« Antwort #5 am: Dezember 07, 2011, 01:50:49 Vormittag »
Ich feiere das Fest der Wintersonnenwende zu Weihnachten. Ich bin ev/lt erzogen worden und lebe an sich ein Christliches Leben, da dieses unserer weltlichen, westlichen Denkweise entspricht. Im Konfirmandenunterricht habe ich aber festgestellt, dass das nicht meine Kirche und meine Religion ist. für mich gibt es etwas Größeres, aber das als Gott bezeichnen? Die Natur, das Leben, das ist für mich etwas Großes. Und somit freue ich mich zu Weihnachten auf das beginnende neue Leben. Ich achte aber jedem sein Bedürfnis seine Religion so auszuüben wie er / sie auszuleben gedenkt, solange die Religion keinem anderen schadet (der Islam in seiner gewaltbereiten Form, aber auch die blutigen Kreuzüge, und andere Taten der Kirche sind mir da ein Dorn im Auge).
Modellbau    -    reine Freude   


 

Bilderhoster

PicR.de postimage.org