Autor: Gast Thema: Müssen sich ehemalige DDR - Bürger hierfür schämen?  (Gelesen 2698 mal)

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Offline Petra

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Re: Müssen sich ehemalige DDR - Bürger hierfür schämen?
« Antwort #30 am: Mai 01, 2018, 11:49:19 Vormittag »
Nun ja, so eine Grenze kannte ich gewiss nicht. Der ganze Papieraufwand und die mehrfache Kontrolle waren schon eindrucksvoll.
Ja sogar ein wenig erschreckend, wenn man da die Grenzposten auf ihren Wachtürmen sah, die mit geschultertem Gewehr
und Ferngläsern nach dem potntiellen Feind Ausschau hielten. Der barsche, befehlshafte Ton als Empfang war ebenso gewöhnungsbedürftig...

Ich habe damals (88) fast identische Erfahrungen gemacht, als wir die Verwandtschaft meines Ex das erste Mal besuchten. Sie durften uns nicht im Westen besuchen, da sie Lehrer waren. Die Grenzer waren widerlich und die sollten sich schämen, denn sie haben uns wie Dreck behandelt und das alles mit ner Maschinenpistole in der Hand.  :bad: Diesen Befehlston werde ich im Leben nicht vergessen, ich hatte wahnsinnige Angst...

Zitat
Das alles stand aber im Gegensatz zu den Menschen im Osten, die ich tatsächlich als hilfbereit und freundlich erleben konnte.

Das kann ich ebenfalls bestätigen, wobei Ausnahmen immer die Regel sind. Ich habe auch großkotzige Wessis dort erlebt.... :diablo:



Offline Emirades

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Re: Müssen sich ehemalige DDR - Bürger hierfür schämen?
« Antwort #31 am: Mai 01, 2018, 12:57:35 Nachmittag »
"großkotzige Wessis"

Kleingeister mit D-Mark konnten da gewiss einmal zeigen, wie großartig man doch ist.
Leider ist die Großkotzigkeit eine Tugend, die man durchaus in der ganzen Welt antreffen kann.
Sie scheint manchen Zeitgenosen in den Genen zu liegen. Dabei habe ich noch nie einen Möbelwagen
oder Geldtransporter auf dem Friedhof gesehen.
Auch wenn man da Klein- und Großkotze noch zu unterscheiden vermag, die schönste Marmorplatte
verdeckt auch nur kümmerliche Reste eines vergangenen Lebens. Man ist sich da doch ähnlicher,
als man es vielleicht gerne hätte.

Wer Glück sucht
muß sich zuerst selbst finden.

Offline krabbi

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Re: Müssen sich ehemalige DDR - Bürger hierfür schämen?
« Antwort #32 am: Mai 01, 2018, 17:50:30 Nachmittag »
Zitat
Ich habe damals (88) fast identische Erfahrungen gemacht, [......]
ich auch, als wir 1980 dort waren.
das begann schon auf der west-seite zur grenze, als wir in einer ewiglangen warteschlange standen, ich bloß mal eine rauchen wollte und aus dem auto stieg..... als ich den ersten zug meiner zigarette machte, verspürte ich so ein merkwürdiges gefühl im nacken. ich schaute mich um und sah lauter ferngläser von den wachtürmen auf mich gerichtet :scare:..... so kurz hatte ich noch eine zigarette geraucht, denn ich traute mich gar nicht mehr, sie zuende zu rauchen.

unsere städtereise war kulturell sehr schön und interessant und wir hatten (im vorfeld offiziell angemeldete)begegnungen mit ganz reizenden menschen, die uns mit ihren erzählungen mal ein wenig 'hinter die kulissen' blicken ließen.
zufrieden waren sie, aber ob auch glücklich? das vermag ich nicht zu beurteilen. 
einige empfingen 'west-fernsehen' und träumten gelegentlich schon von dem ein oder anderen.

die wohnung einer jungen familie war verwanzt, weil ein bruder viele jahre vorher geflohen war und sie ein paar jahre danach einen ausreiseantrag gestellt hatten. --das erschreckte mich schon sehr.

abgesehen von ein paar nickeligkeiten (die ja überall mal vokommen) und dass wir uns irgendwie ständig beobachtet fühlten, möchte ich tatsächlich diese reiseerfahrung auf keinen fall missen.
wir erlebten, sahen sehr viel schönes und so nebenbei zeigte sie auch, wie hoch doch 'unsere freiheit' zu schätzen ist.
bis dato hatten wir schon viele länder auf verschiedenen kontinenten mit dem auto bereist, doch solch ein beklemmendes gefühl hatte ich noch nie - verbunden mit einer gewissen traurigkeit.
umso mehr freute ich mich, als endlich die mauer fiel.
heute bin ich sogar ein wenig stolz, einmal in der 'ddr' gewesen zu sein und einen einblick in die damalige zeit bekommen zu haben.

   Und schon da vorne küsst das Salzwasser den Sand

Offline Petra

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Re: Müssen sich ehemalige DDR - Bürger hierfür schämen?
« Antwort #33 am: Mai 01, 2018, 18:28:40 Nachmittag »
...und dass wir uns irgendwie ständig beobachtet fühlten, möchte ich tatsächlich diese reiseerfahrung auf keinen fall missen.
wir erlebten, sahen sehr viel schönes und so nebenbei zeigte sie auch, wie hoch doch 'unsere freiheit' zu schätzen ist.
bis dato hatten wir schon viele länder auf verschiedenen kontinenten mit dem auto bereist, doch solch ein beklemmendes gefühl hatte ich noch nie - verbunden mit einer gewissen traurigkeit.
umso mehr freute ich mich, als endlich die mauer fiel.
heute bin ich sogar ein wenig stolz, einmal in der 'ddr' gewesen zu sein und einen einblick in die damalige zeit bekommen zu haben.

 :yes: Erging mir genauso



 

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