Autor: kunstmalerdon Thema: Politik: Stolz auf den Weltmeister der Kriegswaffen- Exporte u. Flüchtingsfragen  (Gelesen 593 mal)

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Ich schäme mich!

Ja, ich bin im Augenblick ziemlich traurig, denn ich schäme mich.
Und dabei hätte ich doch so viele Gründe richtig stolz auf mich zu sein; das sagen die Politiker in vielen Presseerzeugnissen und in Radio und Fernsehen.
Wirklich, wir sind wieder einmal WELTMEISTER (oder etwas entsprechendes).!
Und darauf muss man doch stolz sein. Ja, ich habe es eben richtig verstanden:
Überall auf der Welt werden Menschen mit den von uns gefertigten deutschen  Qualitätserzeugnissen umgebracht! Wir sind Waffen – Export- Weltmeister!
Nun, ja, ich sollte vielleicht nicht zu sehr angeben, denn nicht in allen Fällen beim Schießen gibt es Tote, manchmal sind sie ja nur verletzt, aber dann können wir ja mit Arzneimitteln auch noch ein Geschäft machen!

Ja, einige unsere Politiker, diese manchmal echt bescheuerten größenwahnsinnigen Schauspieler haben es den entsprechenden Unternehmern leicht gemacht mit der Erlaubnis für diese Waffenexporte. Aber sie zeigen ja auch auf, dass viele der Meinung sind, es gibt zu viele Menschen auf der Welt. Und deswegen erklären sie auch den Menschen, die nicht selber nachdenken wollen oder können, dass diese "Flüchtlinge" bei uns nichts zu suchen haben.
Und dann sehe ich so wie gestern im TV, dass Menschen in meiner Heimat, in Deutschland, genauer in Sachsen den so genannten "AFDlern" glauben folgen zu müssen und meinen sie könnten sich so verhalten, wie sie es dann auch getan haben. Und diese Politiker und die Menschen, die ihnen glauben folgen zu müssen gehen am Sonntag in die Kirchen und dann praktizieren sie ein Verhalten,  mit dem sie denken sie können damit zeigen, was sie unter "Nächstenliebe" verstehen.

Es gibt Parteien, die nennen sich "christlich" oder auch "sozial". Aber zu viele der in ihnen tätigen Politiker denken nahezu nur an ihre Wiederwahl. Ich bin der Meinung sie haben keinen Anspruch mehr auf diese beiden Worte, bei dem, was sie tun.
Auf diese Art der Nächstenliebe können wir verzichten. Diese "Vorbilder" haben keine Ahnung, wie Menschen sich fühlen, die aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen werden; so von einem Moment zum nächsten alles verlieren, was sie sich im bisherigen Leben aufgebaut haben.
Ich kann das beurteilen, denn ich bin selbst einer dieser "Flüchtlinge" und habe 1946 erlebt, wie es ist, innerhalb einer Stunde die Heimat verlassen zu müssen. Und dann hieß es 10 Monate als 14.jähriger mit der ganzen Familie durch das vom Krieg zerstörte Heimatland zu marschieren. Die Zeit damals war schlimm, denn ich habe dabei gelernt Gras zu "fressen", nur um am Leben zu bleiben. Und wenn wir dann damals schon eine ähnliche Ablehnung erfahren hatten wie diese Flüchtlinge, dann
weiß ich auch, was bedeutet praktizierte "Nächstenliebe", wenn ich das erste Mal wieder satt essen konnte in einem kleinen Dorf bei Helmstedt.
Damals hat das restliche Deutschland mit sehr viel schlechterer Ausgangslage geschafft alle Flüchtlinge aufzunehmen und zu integrieren.
Heute sollte das ebenso zu schaffen sein.
Und deshalb schäme ich mich für mich selber. Denn ich habe ich habe es versäumt während meines bisherigen Lebens trotz der gemachten Erfahrungen entsprechend aufzutreten, wenn es erforderlich war. Diese Politiker von heute habe ich mit zugelassen. Und deshalb kann ich mich auch nicht über den neuen Titel als Waffen-Export-Weltmeister freuen, denn das damit verdiente "Blutgeld" erfreut mich nicht sondern beschämt mich einfach.
Jetzt in meinem hohen Alter (83 Jahre) kann ich nur noch in Kleinigkeiten helfen. Aber das tun wir beide, denn meine Frau und ich, wir gehen regelmäßig in das nächste Flüchtlingslager und helfen ehrenhalber ganz konkret den Menschen.


Don, 21. 02. 2016
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