Autor: kunstmalerdon Thema: Wieviele Bibeln gibt es eigentlich?  (Gelesen 489 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Wieviele Bibeln gibt es eigentlich?
« am: Februar 20, 2016, 15:35:27 Nachmittag »
Wie viele Bibeln gibt es denn alleine in deutscher Übersetzung?
Es gibt allein in Deutscher Fassung unendlich viele Bücher, die behaupten die allein selig machende  Ausgabe "DER BIBEL" zu sein.
Das liegt daran, daß "die Bibel" kein aus einer Hand geschriebenes Buch ist, sondern eine Sammlung von Schriften verschiedener Autoren, die in mehreren alten Sprachen verfaßt wurden. Die in den Bibeln enthaltenen Schriften sind sehr häufig die gleichen, mit der Ausnahme der so genannten "Apokryphen", das sind einige Spätschriften des Alten Testamentes (des älteren Teils der Bibel), die für die evangelischen Christen  "weniger wichtig"  sind als für die katholischen Christen.
(Aber wer hat das Recht das zu entscheiden?) In ihnen finden sich Schriftbelege, die ganz speziell katholischen Traditionen zugrunde liegen. Dazu gehört die Ansicht über das Fegefeuer als Reinigungsort und die Gebete für Tote - nur mal als Beispiel.
Auch die im evangelischen Bereich gebrauchten Bibeln enthalten manchmal diese Texte der Vollständigkeit halber. Martin Luther, der für die evangelischen Christen mit seiner Bibelübersetzung maßgeblich war und noch immer ist, hat auch diese Schriften übersetzt. In einer Lutherbibel mit Apokryphen steht es dann auf dem Einband, daß diese Schriften enthalten sind.
Das bedeutet aber eben auch, dass Luthers private Ansichten z. B. über das von ihm gehasste "Judentum" Grundlage seiner "Bibel" ist. Solange er die Juden noch als Verbündete in seinem Kampf gegen die noch intensiver gehassten "Katholiken" umworben hatte würde die "Luther-Bibel" ganz anders geschrieben worden sein.
Alle Bibeln sind Übersetzungen oder Übertragungen der gleichen hebräischen, griechischen, aramäischen und lateinischen Texte, die dafür immer herangezogen werden. Nun weißt Du sicher, daß man kein Wort genau eins zu eins in eine andere Sprache übersetzen kann. Man muß also verstehen, was der Sinn eines Begriffes ist, um eine richtige Übersetzung zu schaffen. Es gibt daher Übersetzungen, die sich möglichst streng an die ursprünglich vorliegenden Texte halten und als "wortgetreu" gelten. Dazu gehört etwa die "Elberfelder Bibel". Und es gibt Übersetzungen, denen es vor allem darum geht, denn Sinn des Geschriebenen verständlich zu machen. Diese Übersetzungen sind gleichzeitig Übertragungen, dazu gehört z. B. die "Gute Nachricht". Und es gibt christliche und nichtchristliche Sekten, die die Bibel benutzen, aber dabei so übersetzen, daß es möglichst ihrer speziellen Lehre entgegenkommt oder kurzerhand eine vorhandene Übersetzung neu übertragen. Das gilt z. B. für die gut wie nichts zu tun hat.
Bibelübersetzungen gibt es sehr viele. Im Link von "DerZornGottes" findest Du schon eine ganze Menge davon. An den Bibelübersetzungen, die es schon gibt, wird auch fortwährend gearbeitet und verbessert, weil der Stand von Bibel- und Sprachwissenschaften sich ja weiterentwickelt. Deshalb werden Übersetzungen wie die Luther- oder die Elberfelder Übersetzungen immer wieder angepasst an den neuesten Stand und die Sprache der Gegenwart. Dabei gibt es auch extremere Versuche wie z. B. die "Bibel in gerechter Sprache" oder Neue-Welt-Bibel der Zeugen Jehovas. Die Mormonen hingegen fügen der Bibel gleich noch ein ganzes Buch an, nämlich das "Buch Mormon", das mit der Bibel so die "Volx-Bibel", die meines Wissens nur für das Neue Testament fertig gestellt ist.
Diese Zusammenstellung zeigt, dass jeder das Recht hat, sich seine eigene Bibel zu schreiben.
Don
kunstmalerdon

 

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