Autor: kunstmalerdon Thema: Eine ehrliche Frage, eine ehrliche Antwort und was daraus wurde  (Gelesen 647 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Eine ehrliche Frage, eine ehrliche Antwort und was daraus wurde
« am: Mai 21, 2015, 07:51:41 Vormittag »
Eine ehrliche Frage, eine ehrliche Antwort und was daraus wurde!

Im Hintergrund  meldete ein Sprecher im Radio gerade, dass  Schiffe mit 8.000 Menschen an Bord wieder auf das Meer zurückgeschleppt wurden.

Ich wollte das nicht wahr haben, aber es wird alle halbe Stunde wiederholt.

Und endlich konnte ich es nicht mehr aushalten und wandte mich an meinen persönlichen Gott.:
" Sag mal, ich hab da mal eine ehrliche Frage was ist denn nun Sache! Im täglichen Gebet wiederholen wir immer wieder "---denn Dein ist das Reich, die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen."
Wie kommt es denn dann dazu, dass diese Grausamkeiten überall vermehrt auf der ganzen Welt geschehen. Wie kannst Du zulassen, dass Deine Geschöpfe, die sich selbst Menschen nennen, so unmenschlich behandelt werden. Hier werden Kinder vor den Augen der Eltern getötet. Dort werden im Namen einer Religion Frauen massenweise verstümmelt. Wie kannst Du denn so etwas zulassen?"
Und mir kam es so vor, als musste Gott selbst tief Luft holen, aber dann kam schon die überraschende Antwort:
"Don, gerade wollte ich Dich dasselbe fragen!"

Damit hatte ich nicht gerechnet.
Jetzt musste Ich schon einige Male tief Luft holen, aber ich konnte nichts anderes tun als zustimmend nicken. Natürlich, es war gleich klar, wenn ich davon ausging, dass ich meine Realität selbst gestalte, dann hatte auch ich die Möglichkeit meine selbst geschaffene Realität zu andern.
Ich ließ die Bilder, die mich so empört hatten, noch einmal vor meinen Augen entstehen. Ein ziemlich kleines Holz-Boot für eine dreimonatige Tour auf dem Meer, eng gedrängt voller halbnackter, ausgehungerter Menschen auch viele Kinder dabei. Daneben ein stählernes Schiff, im Vergleich dazu riesig. Und die Flüchtlinge schrieen um Hilfe, hofften auf Gnade oder sogar Menschlichkeit. Sie zeigten ihre Toten, die sie menschenwürdig begraben wollten, aber ihnen wurde bedeutet, die könnten sie ja über Bord werfen. Und dann wurde ihnen noch gezeigt zu welcher Art von Menschenwürde die Soldaten fähig waren. Verpackte Lebensmittel wurden ihnen in das Meer geworfen und die halbwüchsigen Kinder und einige Erwachsene sprangen über Bord, weil sie erkannten, dass sie das Verhungern ihrer Familien wenigstens für einige Tage hinausschieben könnten.
Und während ich das jetzt schreibe muss ich unterbrechen, weil mir die Tränen selbst jetzt in der Erinnerung das Schreiben schwer machen.
Wer sind wir denn, dass wir so etwas zulassen? Kann jemand das Wort "Menschenwürde" noch dafür benutzen?
Aber da höre ich doch schon die Argumente einiger Mitbürger: "Das ist wirklich schlimm, aber was kann ich kleiner Mensch denn dagegen tun?"
Jammern und erklären, dass die Politiker, die Regierung, die Banken und Mächtigen sich ja doch nicht ändern ließen, ist das wirklich alles, was mir zur Verfügung steht?

Nein! Garantiert nicht! Es gibt Menschen, die uns allen vorgemacht haben, was sie zu tun in der Lage waren, als sie erkannten, was für Leid entsteht.
Da haben wir zunächst einmal das Ehepaar  Rüdiger Nehberg und Frau. Der kleine jetzt schon achtzigjährige Zuckerbäcker wurde vor kurzer Zeit für sein Lebenswerk in der Berliner Urania geehrt. Kein mächtiger Industrie-Magnat, sondern ein Mensch wie Du und ich.
Er hatte gehört, welche Grausamkeiten die Frauen zu erleiden hatten die aus "angeblich" religiösen Vorschriften eine Genitalverstümmelung über sich ergehen lassen mussten. In ganz deutlichen Worten und Bildern zeigte er auf, was da schon seit Jahrhunderten eine junge Frau in dieser Religionsgemeinschaft  erwartete, wenn ihre erste Periode erfolgte. Das junge Mädchen wurde schön angezogen und durfte sich satt essen, denn – so wurde ihm erklärt – heute sei ihr schönster Tag im Leben.
Dann musste sie sich auf den Rücken legen und die vier schwersten Männer der Verwandtschaft legten sich auf Arme und Beine. Danach kam der "Beschneider" manchmal mit einer kleinen Rasierklinge und einem Küchenmesser und "beschnitt" diese arme Wesen ohne jegliche Betäubung trotz grausamster Schreie wurde dann die Wunde zugenäht und der Austritt für Flüssigkeit manchmal bis auf Reiskorngröße verkleinert. Und so bleibt sie dann für den Rest ihres Lebens.
Du, der Du das jetzt liest stell Dir das wenigstens ganz genau vor.
Die Männer beriefen sich dabei auf Vorschriften von Mohammed und auf den Koran.
Ja, Rüdiger Nehberg fand das genau so wie Du (hoffentlich) zum Kotzen.
Aber er jammerte nicht herum, sondern er unternahm etwas. Und nach jahrelangem Arbeiten brachte er es fertig die 10 wichtigsten Religionsführer zusammenzubringen und auf seine Hinweise beschlossen diese tatsächlich festzustellen, dass dieses Vorgehen nicht nur nicht durch den Koran gedeckt sei, sondern ein feierlicher Erlass erging: Diese Menschenverstümmelung steht im Widerspruch zu den Vorschriften des Korans.
Das war etwas so nahezu Unmögliches gewesen, wie wenn er den Pabst veranlasst hätte zu erklären, dass die "Katholischen Geistlichen" verheiratet sein müssten. Rüdiger Nehberg ist jetzt noch dabei zu erreichen, dass die neue Glaubensvorschrift in Mekka vor Millionen Gläubigen verkündet wird.

Ein weiterer Beweis für die ganz allgemeine Fähigkeit etwas zu erreichen ging im November 2014 durch die Presse, als gemeldet wurde,
dass ein Brandenburger Geschäftsmann, Familienvater und Landratte, mit Freunden und Familie den Plan verwirklichte, mit einem eigenen Schiff zwischen Libyen und Malta Bootsflüchtlinge zu retten. Im Dezember kaufte Harald Höppner  den hundert Jahre alten Kutter, suchte Mitstreiter. Mit 21 Metern Länge ist der Stahlkutter zu klein, um Flüchtlinge an Bord zu nehmen. Für den Notfall sind Rettungsinseln für 500 Menschen an Bord, Lebensmittel und ein Arzt.
.
Aber es muss gar nicht so großartig sein, es genügt auch, wenn berichtet wird, dass ein anderer Deutscher das Haus seiner verstorbenen Eltern zum halben Marktpreis an eine Asylantenfamilie vermietete auch gegen den heimlichen und offenen Widerstand einiger "guter Deutscher"!
Und so kann jeder, der lesen und schreiben und selbst nachdenken kann auch für sich herausfinden wo und was er tun kann um das Elend von Flüchtlingen zu vermindern.
Zumindest kann er auch überall dort den Besserwissern entgegentreten, die von "Asylantenpack" reden. Ich weiß wie das schmerzt, denn ich bin selbst auch einer vom "Asylantenpack", der zu Fuß aus der schlesischen Heimat im Riesengebirge ein Jahr mit seiner ganzen Familie brauchte, um dann nach dem Kriegsende Helmstedt zu erreichen. Der Hunger den ich da mitgemacht habe war echt.
Und "mein" Fahrrad war ganz schnell verschwunden. Ein Pole schrie "Maschien, gib her!" als wir mit unserer letzten Habe aus der Wohnung rausgeworfen wurden. Wir  versuchten zu Fuß irgendwohin zu kommen. Zu der Zeit war ein Fahrrad für einen zwölfjährigen Bengel etwa das, was ein Mercedes für einen heutigen Autofahrer ist. Und aus diesem Asylanten ist dann ein Rechtsanwalt geworden mit 14 Mitarbeitern.

Ja, aber der Chor der Jammerlappen, die immer nur "schlimm, schlimm" weinen können ist so unendlich groß.



Es ist ja so einfach sich aus der Verantwortung zu stehlen, wenn "das Schicksal oder Kismet" die Verantwortung zu übernehmen haben und wir die "Schicksalsschläge" eben aushalten müssen.
Es sind weltweit mindestens 25 Millionen Menschen nach Ende des Zweiten Weltkrieges durch Kriege gestorben. Im 20. Jahrhundert starben circa 100–185 Millionen Menschen durch Kriege.
Ich habe aber für mich erkannt, dass heutzutage nicht die "Kampfdrohnen" Feinde erschießen, sondern wir Menschen selbst verantwortlich sind. Wäre es anders, dann würden auch "die Farben" meine Bilder malen "der Computer" meine Berichte schreiben und " die Bratpfanne" mich dick machen!
Ich muss mich meiner Verantwortung für meine selbst geschaffene Realität stellen.
Für mich gibt es nicht mehr die Möglichkeit "den Umständen" oder sonst wem die Schuld aufzubürden.
Und wir haben das auch gar nicht nötig, denn wir haben so vieles auf das wir stolz sein können. Wozu jeder einzelne in der Lage sein kann, habe ich schon angedeutet, aber auch als Menschheit insgesamt können wir auf vieles stolz sein.
Unsere Sonden fliegen heute weit hinaus in das Weltall. Wie weit, nun etwa 10 mal die Entfernung von der Erde bis zur Sonne (149 600 000 km). Und mein Großvater meinte früher nur: "Das Fliegen müssen wir wohl den Vögeln überlassen!"
Und dann soll es für uns als Menschheit unmöglich sein das Problem sterbender Flüchtlinge anders zu lösen, als sie wieder auf das Meer hinaus zu schleppen?
Nein,  NEIN,   N E I N !!!! E s muss auch anders gehen, aber nur wenn jeder einzelne das dazu beiträgt, wozu er im Stande ist.
 
Ich wünsche mir so sehr, dass meine Gedanken hier dich auch berühren und du auch eine Reaktion zeigst.  Aber bitte, nicht jetzt den Kopf schütteln und "Ja, ja schlimme Zeiten…" murmeln.
Ich meine wirklich D I C H, der du das jetzt liest.
Du kannst lesen,     Du kannst nachdenken und
DU KANNST HANDELN, TU WAS !!     JETZT!!

Don Mai 2015
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kunstmalerdon

Offline Petra

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Re: Eine ehrliche Frage, eine ehrliche Antwort und was daraus wurde
« Antwort #1 am: Mai 21, 2015, 09:12:57 Vormittag »
 :gb: :danke:

Vielen Dank lieber Don, für diesen hervorragenden Beitrag und danke auch, dass du meinem Aufruf gefolgt bist, das hier einzustellen.

Ja, jeder Mensch sollte sich wenigsten mal Gedanken darüber machen. Und alle, die auf Asylanten und Flüchtlinge schimpfen, sollten sich schämen. Es ist traurig, dass Europa nicht in der Lage ist, diesen armen Menschen zu helfen. Statt dessen wird hier auf hohem Niveau gejammert.
Hauptsache die Banken werden gerettet!

Offline kunstmalerdon

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Re: Eine ehrliche Frage, eine ehrliche Antwort und was daraus wurde
« Antwort #2 am: Mai 21, 2015, 10:51:49 Vormittag »
Ja, die meisten Politiker und Bankmanager sind eine Menschengruppe, die - sowie es jetzt gerade wieder geschieht- ausgewechselt werden müssen wie Kinderwindeln.
Und zwar aus denselben Gründen.
Wie viel von dem Geld, das sie von den Sparern kassiert haben, haben denn grad die Banken zur Zeit als S T R A F E
zu zahlen? Milliarden!! Und wenn wir normalen Menschen anderen helfen, dann wird in den meisten Fällen "Gotteslohn" als ausreichend erachtet. Wenn ich im Flüchtlingsheim den Kindern eine Einführung in das Malen nahe bringen will, müssen Freunde von mir und ich auch noch die Farben und das Papier aus eigener Tasche zahlen!
Das ist unsere Realität, die es zu ändern gilt!
Don
kunstmalerdon

Offline Ugge

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Re: Eine ehrliche Frage, eine ehrliche Antwort und was daraus wurde
« Antwort #3 am: Mai 21, 2015, 12:47:42 Nachmittag »

Vielen Dank für deinen ergreifenden Beitrag, Don...

... *heimlich ein Tränlein zerdrück*


Offline kunstmalerdon

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Re: Eine ehrliche Frage, eine ehrliche Antwort und was daraus wurde
« Antwort #4 am: Mai 21, 2015, 14:34:55 Nachmittag »
Eine notwendige Korrektur möchte ich noch anbringen.
Bei dem Beschneidungsritual selbst sind nur Frauen zugegen. So können die  Männer in diesem "Bereich unwissend" bleiben.
Don
kunstmalerdon

Offline Petra

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Re: Eine ehrliche Frage, eine ehrliche Antwort und was daraus wurde
« Antwort #5 am: Mai 21, 2015, 14:49:01 Nachmittag »
Dazu fällt mir auch noch ein Zitat von Mark Twain ein:
"Der Mensch ist ein religiöses Tier. Er ist das einzige Tier, das seinen Nächsten wie sich selber liebt und, wenn dessen Theologie nicht stimmt, ihm die Kehle durchschneidet."


@Ugge, auch mir kamen ein paar Tränen beim lesen...  :cray:

Offline Teufelchen

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Re: Eine ehrliche Frage, eine ehrliche Antwort und was daraus wurde
« Antwort #6 am: Juni 05, 2015, 12:03:47 Nachmittag »
 :danke:
De gustibus non est disputandum!

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