Autor: kunstmalerdon Thema: Gedanken zur Selbsterkenntnis  (Gelesen 2539 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Gedanken zur Selbsterkenntnis
« am: Juli 18, 2009, 00:21:57 Vormittag »
Demokrit war ein sehr kluger Mensch seiner Zeit. Seine Annahme, dass das Atom die kleinste unteilbare Einheit sei, haben wir inzwischen als nicht mehr haltbar  erkannt, aber seine Ansicht, dass  die Welt nur aus Materie besteht, eben aus den kleinsten Bausteinen, und das zwischen ihnen nur eine unendliche Leere herrscht, ist zum Teil heute noch Grundlage für das Gedankengebäude von vielen Menschen. Das was physisch wahrnehmbar ist bildet die Grundlage für das gesamte Universum. Bewegung entsteht, wenn zumindest die kleinsten Teile aneinander anstoßen, sonst gibt es nichts in der Leere des Raumes.

Sokrates  dagegen nahm an, dass es getrennt von der Materie eine formende Kraft gab, die unabhängig von der Materie ist und schon lange vor ihr existiert habe. Diese „Idee“ ist ideal, perfekt und unabänderlich.
Die physische Welt ist demnach ein „korrupter Schatten“ des Ideals.
Die sogenannten Spiritualisten aufbauend auf Sokrates gehen davon aus, dass die Kontrolle für die Materie von außen durch die formende Kraft erfolgt, die auf Demokrit aufbauenden Materialisten dagegen sehen die Kontrolle von der allein existierenden Materie ausgehen.

Isaak Newton (1643 – 1727) hatte die Vorstellung, dass aufbauend auf den Gedanken von Demokrit der Kosmos eine riesige Maschine sei. Mithilfe der von ihm entwickelten Differential- und der Integralrechnung konnte er unter Einschluss von Masse, Schwerkraft und Beschleunigung Mond- und Sternenumläufe berechnen und richtig voraussagen. So etwas wie „Gott“ ist in seinen Formeln nicht vorgesehen und auch nicht nötig. Die genaue Betrachtung der Materie bringt die notwendige Erkenntnis und damit die Kontrolle und die Herrschaft über die Welt.
 
 James Watson und Francis Crick entschlüsseln 1953 die menschliche DNS. Die einfache und die doppelte Helix sind für sie die Muster des menschlichen Lebens. Jeder Strang hat sein individuelles Muster aus den Basen A, T, C und G.
Die jeweilige individuelle Anordnung dieser Basen bestimmt die Entwicklung jeder einzelnen Zelle. Jeder Mensch hat etwa 150 000 verschiedene Eiweißkörper, die die physische Struktur und die Funktion bestimmen. Sie postulieren aus ihrer Erkenntnis das zentrale Dogma, das Primat der DNS. Da unser gesamtes Verhalten von der unterschiedlichen  Ausgestaltung der DNS herrührt gehen sie davon aus, dass jeder ein Opfer dessen ist, was er ererbt hat und sie sprechen von einem genetischen Determinismus.
Wenn die Wissenschaft  sagt, dass der einzelne Mensch machtlos sei gegenüber seinen Genen führt das zur Verantwortungslosigkeit.

Aber noch heute geht die konventionelle Medizin von dem Menschen als einer biochemischen Maschine aus, die kontrolliert wird durch die Gene. Im Krankheitsfall werden unendlich viele einzelne „Werte“ ermittelt, die mit vorwiegend medikamentöser Behandlung wieder auf die „Durchschnittswerte“ gebracht werden sollen. Das bedeutet, dass die Mediziner noch heute von der alten Newtonschen Forderung ausgehen: Beschäftige Dich mit der jeweiligen Materie. Alles andere ist überflüssig. Und in der Tat haben die Mediziner ganz tolle Fortschritte gemacht und bemerkenswerte Erfolge zustande gebracht, wenn es sich um den Bereich der Traumatologie handelt. Im Ausschneiden von kranken Körperteilen und Ersetzen durch künstliche Ersatzteile wurden vielen Menschen tatsächlich lebensverbessernde Operationen zuteil. Ich selbst bin einer der vielen, die davon profitieren. Aber im Bereich der Beeinflussung von Fehlentwicklungen im menschlichen Körper durch andere Maßnahmen z. B. durch autogenes Training, durch mentale Einflussnahme sieht es ganz anders aus. Im besten Fall habe ich im Krankenhaus von den behandelnden Ärzten gehört, wenn ich danach gefragt hatte: Ja, machen Sie mal. Damit können sie unsere Erfolge der Operation nicht schädigen.

Gehen wir noch einmal zurück auf die ca.150.000 verschiedenen Proteine im menschlichen Körper. Innerhalb jeder Zelle gibt es so etwas wie ein Rückgrat. Die einzelnen Rückgrat-Teile bestehen aus Aminosäuren. Es gibt etwa 20 verschieden geformte  Aminosäuren. Die Unterschiede ergeben sich aus der unterschiedlichen Reihenfolge und der Länge der jeweiligen Kette. Die Verbindung der Aminosäuren wird gebildet durch  Peptide. Bewegt sich so ein Modell, dann bewegt sich immer alles zusammen. So entsteht etwas, das wir unterschiedliche Pfade nennen.  So hat jede einzelne Zelle einen Verdauungspfad, einen Einatmungspfad, einen Muskelbewegungspfad, einen Abwehrpfad, uns so weiter. Jede Zelle hat – so wissen wir es heute – auch alle Informationen über den gesamten Organismus und sie hat ein Bewusstsein.
Das heißt, wenn ich mich im Spiegel sehe und sagen möchte: Ja, das bin ich, dann ist das mehr als ungenau. Dieses „Ich“ ist keine Einzelperson sondern eine Kooperation von ca. 50 Billionen verschiedener Zellen. Eine jede davon geeignet um als Ausgangsprodukt zu dienen für ein mögliches Klon-Programm.

Aus alledem ergibt sich für mich die Frage:
„Wer bin ich?“
Für meine mögliche Antwort möchte ich mich etwas mit den Erkenntnissen der moderneren Forschung beschäftigen.
 Wissenschaftler  (Einstein, Boris Podolsky, Nathan Rosen)  entdeckten, dass durch die bloße Beobachtung unserer Welt an einem Ort irgendetwas verändert wird, das woanders geschieht. Einstein nannte es eine „spukhafte Fernwirkung, die eine vernünftige Definition der Realität nicht zulässt.“ Wenn  der Einfluss lediglich eines Beobachters auf den Ausgang eines Experiments solche Folgen hat, dann frage ich mich, was für Möglichkeiten stehen mir zur Verfügung, die ich bisher noch nicht genügend ausgenutzt habe? Offensichtlich werde ich alleine aufgrund meines Beobachtens zum Teil des Beobachteten. Das würde ja bedeuten, dass zumindest auf der energetischen Ebene alles miteinander in Verbindung steht. Ich verändere meine Welt innerhalb dieser interaktiven Wirklichkeit, indem ich die Welt um mich herum beobachte und dadurch auch in mir etwas verändere: meine Gedanken, Gefühle und Überzeugungen.
Das bedeutet genau genommen mein ganzes Leben, meine Gesundheit, meine Krankheit, meine Ehe, meine Lebensdauer steht in direkter Verbindung mit meiner Überzeugung. Dann muss ich aber auch alle Teile meiner Welt, die mir nicht zusagen, ändern können durch eine Veränderung meiner Überzeugung.
Das aber hat zur Folge, dass ich mich selbst als möglicher „Erschaffer“ meiner Welt betrachten kann, dass ich am Steuer meines Lebens sitze und nicht nur passiver Passagier bin, dem alles grundlos widerfährt.
Für mich wäre das eine Revolution meines bisherigen Selbstverständnisses.

Cirka dreihundert Jahre haben wir auf angeblichen Fakten die Erklärung des Universums und meiner eigenen Rolle darin aufgebaut und stellen jetzt fest, dass diese Fakten nicht zuverlässig sind.
Die Gesetze der klassischen Physik gelten eben nicht überall, nicht universell. Newton ist 1687  mit seiner „Philosophiae Principa Mathematica“ davon ausgegangen, dass die einzelnen Menschen im Gesamtzusammenhang der Dinge nahezu keine Rolle spielen. Jedenfalls keine aktive.
Jetzt zeigen bahnbrechende Experimente, dass der angeblich leere Raum um uns ein Feld intelligenter Energie ist, der auf unsere Vorstellungen reagiert. Er ordnet sich neu, um dem zu entsprechen, wovon wir überzeugt sind. Wir suchen uns aus, was wir von uns selber denken und auch, was wir in der uns umgebenden Welt für wahr halten. Genau diese Ergebnisse umgeben uns ständig in unserer tatsächlichen Realität.
Unsere Körper und unsere Welt sind verbunden durch ein gemeinsames Energiefeld das sogenannte Quanten-Hologramm. In diesem Feld verhalten sich z. B. Dinge, die physisch miteinander verbunden waren und dann getrennt wurden so, als wären sie immer noch miteinander verbunden (die sog. Verschränkung).
Unsere menschliche DNS hat direkten Einfluss auf das, was in diesem Quanten-Hologramm geschieht. Das geschieht in einer Art und Weise die den bekannten Gesetzen von Zeit und Raum zu widersprechen scheint (der sogenannte DNA Phantom-Effekt).
Meine  Überzeugungen haben direkten Einfluss aufn die DNS. Das bedeutet meine Veränderung in der Überzeugung bezüglich meines Körpers und meiner Welt haben direkten Einfluss auf die Wirklichkeit meines Lebens.
Die Entdeckung der Spiegelneuronen hat uns ganz neue Einsichten gebracht in die Entstehung unseres Bewusstseins und inwieweit wir das Verhalten anderer beeinflussen können lediglich durch das eigene Verhalten.
Auf die nur angerissenen Themen werde ich später noch genauer eingehen.

Noch für Newton war es klar, dass in seinem Weltbild eine formende Kraft nur gestört hätte. Für ihn war entscheidend, dass die kleinste Einheit, aus der unser Universum besteht ein „Ding“ ist und nicht mehr.
Aus der Sicht der heutigen Quanten-Physik stellt es sich aber wie schon angedeutet ganz anders dar.
Quantenenergie kann in mindestens zwei unterschiedlichen Erscheinungsformen auftauchen. Entweder als unsichtbare Welle oder aber als sichtbares Teilchen. Die Energie selbst ist dabei gleich. Ein Quantenteilchen kann auch an verschiedenen Orten gleichzeitig auftauchen. Dabei spielt die Entfernung keine Rolle, aber immer ist das Verhalten so, als ob alle miteinander verbunden wären. Und noch interessanter ist es, dass es für ein Quantenteilchen keine Zeit gibt. Es kann mit sich selbst kommunizieren ohne Zeiteinteilung in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Wenn wir nun wissen, dass wir aus demselben „Material“ bestehen, wie die Quantenteilchen, dann muss in uns selbst auch die Möglichkeit vorhanden sein, alle die gerade genannten Möglichkeiten zu nutzen.
Dazu sagt Max Plank in seinem Vortrag: „Das Wesen der Materie“ folgendes:
„Als Physiker, der sein ganzes Leben der nüchternen Wissenschaft, der Erforschung der Materie widmete bin ich sicher von dem Verdacht frei  für einen Schwarmgeist gehalten zu werden. Und so sage ich nach meinen Erforschungen des Atoms dieses: Es gibt keine Materie an sich. Alle Materie entsteht und besteht nur durch eine Kraft, welche die Atomteilchen in Schwingung bringt und sie zum winzigsten  Sonnensystem des Alls zusammenhält. Da es im ganzen Weltall aber weder eine intelligente Kraft noch eine ewige Kraft gibt – es ist der Menschheit nicht gelungen das heiß ersehnte perpetuum mobile zu erfinden – so müssen wir hinter dieser Kraft einen bewussten intelligenten Geist annehmen. Dieser Geist ist der Urgrund a l l e r Materie.“
Auch John Wheeler  Princeton-Physiker und Kollege Einsteins sagt:
„Wir leben in einem Universum, in dem das Bewusstsein schöpferisch wirkt. Wir sind demnach aktive Teilnehmer des Universums. Nach ihm “können wir uns gar kein Universum vorstellen, in dem es nicht für gewisse Zeit Beobachter gibt, denn der Akt der teilnehmenden Beobachtung ist der Grundbaustein des Universums.“
Und so stelle ich erneut die Frage:
„Lebe ich in einer    Welt, die unabhängig von uns Menschen existiert, und wie ein großes, ewiges  Rätsel vor uns steht, welches unserem Einblick und unserem Denken nur in Teilen zugänglich ist“ (Einstein), oder „ leben wir in einer Welt, in der das Bewusstsein nicht nur wichtig ist, sondern sogar schöpferisch wirkt – dass wir also aktive „Teilnehmer“ dieses Universums sind?“ (Wheeler).
Solltest Du zu der zweiten Alternative neigen, dann frage ich, ob Du schon Beispiele nennen kannst, wo eine Änderung Deiner Überzeugung zu einer Veränderung in der Umwelt geführt hat.
Ich möchte in Ergänzung dieser Gedanken versuchen herauszufinden, wo es in unserer Geschichte bereits Berichte solcher Fähigkeiten gegeben hat und ob und wie sie auf uns heute wirken.
„Glaube nichts auf bloßes Hörensagen hin;
glaube nichts aufgrund von Gerüchten oder weil die Leute viel davon reden;
glaube nichts aufgrund der bloßen Autorität deiner Lehrer und Geistlichen.
Was nach eigener Erfahrung und Untersuchung mit Deiner Vernunft übereinstimmt und Deinem Wohl und Heil wie dem aller anderen Wesen dient, das nimm als Wahrheit an und lebe danach.“
(Buddha 563 –483 v.d.Z)

kunstmalerdon

Offline kunstmalerdon

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Re: Gedanken zur Selbsterkenntnis
« Antwort #1 am: Februar 06, 2013, 04:51:20 Vormittag »
Einerseits - andrerseits.
Ich habe hier im Forum schon viele freudige Leserantworten zu Kenntnis nehmen dürfen. Das hat mich wirklich sehr erfreut. Wirklich!
Dass auf meine Gedanken zu diesem Thema nicht eine einzige Reaktion erfolgte......
Ach schade!
Aber ich kann wohl nicht alles haben.
Sagt doch bitte wenigstens: Was müsste ich anders machen, damit auch bei solchen Fragen eine Reaktion zustande kommen kann?
kunstmalerdon

Offline Petra

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Re: Gedanken zur Selbsterkenntnis
« Antwort #2 am: Februar 06, 2013, 06:40:06 Vormittag »
Ein sehr tiefgründiges Thema und hoch interessant. Aber nicht jeder kennt sich in der Wissenschaft aus, oder macht sich solche Gedanken.

Ich lese deine Texte immer sehr aufmerksam.

Offline Waldorf

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Re: Gedanken zur Selbsterkenntnis
« Antwort #3 am: Februar 06, 2013, 10:40:38 Vormittag »
Ich bin Naturwissenschaftler und tendenziell eher "trocken". Auf dem Gebiet der Philosophie bin ich ziemlich unbeleckt und speziell in der Wissenschaftsphilosophie, die häufig zu einer Begründung religiösen Denkens der Wissenschaftler führt, fühle ich mich unsicher.

Du bist eindeutig eher ein Beispiel eines humanistisch gebildeten Menschen, der den Anspruch auf eine breit angelegte Bildung erheben kann, schon fast in der Richtung eines Universalgelehrten. Das geht wohl zwangsläufig zu Lasten der Tiefe und so ist es kein Wunder, wenn ich in manchen Deiner Beiträge sehe, dass Du im rein wissenschaftlichen Bereich Verständnis- oder wenigstens Verständigungsprobleme hast. Trotzdem möchte ich Dich in solchen Dingen ungern korrigieren weil die Breite Deiner Interessen und Kenntnisse meinen Horizont sprengt. Insbesondere kann ich Dir auf einen Text wie diesen wohl kaum ein Feedback geben das Dich weiterführt.
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Offline kunstmalerdon

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Re: Gedanken zur Selbsterkenntnis
« Antwort #4 am: Februar 08, 2013, 11:36:38 Vormittag »
Danke ihr beide, die ihr eine Reaktion gezeigt habt.
Ich bin trotz meiner 80 Jahre noch längst nicht fertig und bin mir auch meiner Unvollkommenheit durchaus bewusst. Aber gerade deswegen erhoffe ich mir irgendwelche weiterführende Hinweise. Selber zu denken macht doch eindeutig Vergnügen. Aber ganz offensichtlich sind die Menschen heutzutage nicht so sehr vergnügungssüchtig.
Gemeinsam lasst uns die wirklich guten Möglichkeiten  weiterhin nutzen, die so eine Basis wie diese hier bietet, einverstanden?

kunstmalerdon

Offline Waldorf

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Re: Gedanken zur Selbsterkenntnis
« Antwort #5 am: Februar 08, 2013, 11:45:14 Vormittag »
Gut, halten wir es mit James aus "Dinner for one": "I'll do my very best."
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Offline Teufelchen

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Re: Gedanken zur Selbsterkenntnis
« Antwort #6 am: April 07, 2013, 17:41:05 Nachmittag »
Ein sehr wissenschaftlicher Beitrag, den nur Gelehrte diskutieren können.
Otto Normalverbraucher stellt sich selten die Frage: wer bin ich?

Auch ich stelle mir diese Frage nie - meine katholische Erziehung (Kloster etc.) verbot mir das.
Auch ohne die Katholen käme mir der Gedanke nicht - dazu bin ich zu pragmatisch.
Ich nehm's, wie's ist. Und mache und machte mir wenig Gedanken.
Denn die führen mich zu nichts.

Früher, in meiner Studentenzeit, da diskutierten wir nächtelang über den 'Sinn des Lebens'
herausgekommen ist nie was dabei.

Vielleicht könnte man den hochspannenden Artikel etwas kürzen und in leichter verdauliche Worte kleiden......   :angel:
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Offline mimPutz

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Re: Gedanken zur Selbsterkenntnis
« Antwort #7 am: April 20, 2013, 22:11:02 Nachmittag »
Vielleicht scheint es Euch off Topic, aber überlegt mal:

Könnte man einem Computer ein Ichgefühl programmieren?
Nicht meinem, bitte, aber wäre es nicht interessant zu sehen, was der damit anfängt?
Einst glaubte ich zu wissen, heut weiss ich, dass auch dies ein Glaube war.

Offline Emirades

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Re: Gedanken zur Selbsterkenntnis
« Antwort #8 am: April 21, 2013, 12:47:10 Nachmittag »
Lieber Don, diese Fragestellung von dir ist mir leider bisher entgangen.
Ich glaube auch, den meisten Leuten ist es einfach zu mühselig, so einen ausführlichen Text zu lesen.
Das merke ich auch, wenn ich selbst etwas längeres schreibe.

Ich kann deine Ausführungen gut nachvollziehen und komme selbst genau zu solchen Fragen, wie Du sie stellst.
Wie aber soll ich dir darauf antworten, wo ich doch selbst keine Antworten habe?

Eines der größten Rätsel ist die Quantenmechanik, auf die sich deine abschließenden Ausführungen beziehen und je mehr man darüber weiß, desto mehr Fragen entstehen. Die Physiker behaupten immer, dass nur noch ein kleines Quäntchen fehlt, um ihre Theorien vollständig und umfassend zu machen und in ihren Formeln, die der Beweisführung dienen tauchen immer neue Unbekannte auf, die  unbewiesene Annahmen darstellen.

Vielleicht besteht alles ja nur aus so etwas lächerlichem, wie energetische Intelligenz, die winzig klein sein kann und sich gleichwohl gewaltig auszudehnen versteht. Energie, die sich wahrnimmt, die kommuniziert, Gestalt annimmt, Verbindungen herstellen kann, mit sich selbst experimentiert und sich selbst zu lenken versteht. Der Mensch allerdings, den sehe ich dabei als unbedeutenden Faktor an. Wieviel Mensch findet man denn im Universum und ist das Universum, nur ein Teilchen im großen Ganzen, so wie wir aus Zellen bestehen und die Zelle keinesfalls das Ganze darstellt?

Übrigens gibt es Experimente, wobei durch gemeinsames Denken eine Veränderung bewirkt werden sollte. Auf die Schnelle weiß ich nicht, wo ich davon gelesen habe. Aber eine Eingabe bei Google zeitigt sofort jede Menge an Ergebnissen, wie diesem: http://www.epochtimes.de/koennen-gedanken-die-realitaet-aendern--526868.html oder: http://www.zeno.org/Philosophie/M/Mach,+Ernst/Erkenntnis+und+Irrtum/%C3%9Cber+Gedankenexperimente.

Was ich davon halten soll?
Ich weiß es nicht. Da gibt es für mich durchaus auch Fragezeichen.
Dem Glaubenden allein gehört eine Kraft, die scheinbar unzerstörbar ist und dennoch sind Erfahrungen noch lange kein Wissen, welches man als wahrhaftig annehmen kann. Glaube ist mir suspekt. Was hat man uns nicht alles erzählt in den Bibelstunden. Aber ganz ohne Glauben geht es auch nicht.

Mein Beitrag hier, dürfte dich nicht besonders weiter gebracht haben, aber ich freue mich, wenn Du zu deinem Thema hier noch ein paar konkrete Fragen stellst, auf die ich (vorausgesetzt sie sind für mich auch auffindbar) gern antworte.
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Offline Emirades

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Re: Gedanken zur Selbsterkenntnis
« Antwort #9 am: April 21, 2013, 12:51:36 Nachmittag »
Könnte man einem Computer ein Ichgefühl programmieren?
Nicht meinem, bitte, aber wäre es nicht interessant zu sehen, was der damit anfängt?

Also ich glaube nicht, das es jemals dazu kommt, das eine Maschine ein ICH entwickelt, das mit unserem ICH vergleichbar wäre.
Die Fähigkeit zu träumen und Gefühle zu entwickeln, Vorahnungen zu haben und ein Wollen, das nicht rein rationaler Erwägungen entspricht,
das alles gehört für mich zu einem echten ICH und selbst uns fällt es schwer den Ursprung unserer Gedanken zu erkennen. 
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Offline mimPutz

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Re: Gedanken zur Selbsterkenntnis
« Antwort #10 am: April 21, 2013, 13:49:51 Nachmittag »
Welche Iche sind schon vergleichbar?
Wenn ich mein Ich hier am Computer vergleiche mit meinem identischen Ich im Moment da ich mich auf der Strasse gefährdet sehe, weil einer mich offenbar mit seinem Laster nicht sehen kann, dann sind das schon zwei ganz verschiedene Ich.
Aber in beiden Fällen ist meinem Bewusstsein das Ich bewusst.

Wie sich dieses Ich installiert hat, wohl im Alter von 3-4 Jahren vermag ich auch nicht zu sagen. Es gab eine zeit davor, da ich noch von mir selbst in der 3.Person redete: Der mimPutz will jetzt aufs Klo gehen, der mimPutz möchte was essen....
Natürlich war mir meine Persönlichkeit vorher schon ein Begriff.

Wie das ganz genau ablief weiss ich nicht mehr.
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Offline Teufelchen

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Re: Gedanken zur Selbsterkenntnis
« Antwort #11 am: April 21, 2013, 13:58:58 Nachmittag »
Grübel:   :scratch_ones_head:

mein Computer bin ich
Ich bin mein Computer
Mein Computer denkt und handelt für mich

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Offline mimPutz

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Re: Gedanken zur Selbsterkenntnis
« Antwort #12 am: April 21, 2013, 14:17:14 Nachmittag »
Oh je
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Offline hony

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Re: Gedanken zur Selbsterkenntnis
« Antwort #13 am: April 21, 2013, 14:19:57 Nachmittag »
Ach nee - das wird nicht klappen, einem PC ein "Ich-Gefühl" einzuprogrammieren.

Der PC sucht sich (errechnet) nur anhand dem ihm zur Verfügung stehend Infos die "beste" Lösung aus.
Dabei gibt es Computer, die ein sogenanntes "Gedächtnis" haben, die Vorgänge und deren Antworten oder Aktionen, speichern und auch so auf "neu gelerntes" zurückgreifen können (etwa Schach-Computer) - aber es gibt keinen Computer, der alle Gedankengänge oder Lösungen parat hätte.

Mein PC ist DER und das, was ihm sein "Vater - seine Mutter" (ProgrammiererIn) mit auf den Weg gab.
Mein PC ist auch keinesfalls "ich" - er ist bereits "ES"

Offline mimPutz

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Re: Gedanken zur Selbsterkenntnis
« Antwort #14 am: April 21, 2013, 14:24:41 Nachmittag »
Es müsste doch möglich sein, ein Gerät so zu programmieren, dass es sich selbst wahrnehmen kann.
Man kann ja heute bereits sehen, dass der Computer sich selbst diagnostizieren kann, wenn oder ob was kaputt sei.
Wenn er sich selbst wahrnimmt, kann er auch ein Selbstbewusstsein entwickeln.
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