Autor: kunstmalerdon Thema: Ist es wirklich unmoralisch Fleisch zu essen?  (Gelesen 1947 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Ist es wirklich unmoralisch Fleisch zu essen?
« am: Mai 22, 2014, 22:35:06 Nachmittag »



Tierschutz ist in unserer deutschen Verfassung noch nicht als eigenständiges Ziel genannt.
Soweit ich in Erfahrung gebracht habe, ist immer noch die Schweiz das einzige Land in dem dieses Ziel in der Verfassung verankert wurde.
Ich bin aber der Meinung, dass Tierschutz ein hehres Ziel ist, aber noch nicht genügt. Wir müssten den Begriff erweitern und die Mitlebewesen auch aus anderen Bereichen schützen. Pflanzen sind zumindest ebenfalls Lebewesen, die Schutz benötigen.
Vielleicht können wir uns gemeinsam gedanklich mit diesem Problem beschäftigen, um zu einer,  wie ich finde, notwendigen neuen Einstellung zu kommen.
Wenn ich dafür eintrete, dass  wir unsere Verfassung sogar ändern sollten, dann genügt es nicht, auf ein Problem aufmerksam zu machen, es sollte auch eine Lösung mit angeboten werden.
Die Zeit hat das Thema gerade beim Tierschutz aufgegriffen und sehr wichtige Hinweise in ihrer letzten Ausgabe veröffentlicht. Aber ich finde die Veröffentlichung von diversen natürlich nicht duldbaren Skandalen im Bereich Tierschutz, Tierhaltung, Tierversuch ist nicht so hilfreich, wie es nötig ist. So erreicht man zwar  eine „das ist ja ein Skandal – Stimmung“  aber keine Aufnahme dieses Ziels in unserer Verfassung. Deshalb möchte ich einen weiteren Gedanken dazu einbringen.
Auch die Würde der Kreatur genießt seit 1992 den Schutz der Schweizer Bundesverfassung. Art. 120 Abs. 2 lautet: „Der Bund erlässt Vorschriften über den Umgang mit Keim- und Erbgut von Tieren, Pflanzen und anderen Organismen. Er trägt dabei der Würde der Kreatur sowie der Sicherheit von Mensch, Tier und Umwelt Rechnung und schützt die genetische Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten.“
Um die Beschäftigung mit  „der Würde der Kreatur“ also der gesamten anderen Mitlebewesen kommen wir meiner Ansicht nach aus verschiedenen Gründen nicht herum. Wenn ich – wie bisher – mit Genuss schon zum Frühstück eine Scheibe meines selbstgebackenen Brotes mit Leberwurst genieße, dann unterstütze ich damit schon irgendwelche Firmen, die um mehr Geld einzusacken, Tieren immense Gewalt zufügen. Um diese Feststellung komme ich nicht herum, sosehr mir selbst das missfällt. Ich könnte meinen Hunger auch auf eine Weise stillen, die ohne Tiertötungen, ohne Stallzuchten, ohne Gewalt auskommt. Das ist tatsächlich leicht möglich. Ich könnte mein leckeres Brot auch mit vegetarischem Belag verspeisen.
Aber was tue ich damit? Ich erkläre die Pflanzen aller Arten damit zu minder wichtigen Lebewesen, die ohne Skrupel in meinem Garten angebaut werden können, und von denen ich mir mein „Grünzeug“ täglich abschneiden kann. Und auch mein Brot backe ich ohne lang nachzudenken mit Getreide, dass ich in „Massenhaltung“ von Bauern anbauen lasse.
Andrerseits rede ich mit den vielen blühenden Pflanzen in meinem Garten, besonders jetzt während  des Frühlings, wo ich meine „Pflanzenfreunde“ schon solange vermisst habe. Ich bin auch der festen Überzeugung, dass „meine Freunde“ meine Zuwendung mit zärtlichem Streicheln und mit netten Worten auch wahrnehmen und entsprechend reagieren.
(Folgt Einfügung von Buch)

Aber auch, wenn ich nur mit meinen jetzt schon 90 Kilo Lebendgewicht nur  in der Natur herumlaufe übe ich „Gewalt aus“ gegenüber den Lebewesen im Boden.
Ich bedenke nicht bei jedem Schritt, dass ich gleichzeitig Bodenlebewesen zerstöre oder zumindest verletze.
Und ich habe auch noch nicht festgestellt, dass unsere Katze ein schlechtes Gewissen hat – ganz im Gegenteil, sie ist stolz – wenn sie mit lautem Miau zeigt, was für ein geschickter Mäusefänger sie ist.
Daraus kann ich doch schließen, dass die meisten mir bekannten Lebewesen selber anderes Leben zerstören, um sich selbst zu entfalten und ihre Art zu vervollkommnen. Dieser Selbsterhaltungstrieb ohne Rücksicht auf andere Arten scheint mir ein Grundmuster aller Lebewesen unserer gesamten Erde zu sein.
Und um hier eine Rechtfertigung für dieses Verhalten zu „erfinden“ genügt es nicht auf die Bibel zu verweisen, nach der wir Menschen „die Krone der Schöpfung sein sollen“. (Wenn schon, dann wohl nur eine Dornenkrone!“)
Jede Einteilung in höhere und niedere Lebewesenarten geht immer nur von uns Menschen aus und ist für alle anderen, denen wir schaden von sich aus schon fragwürdig.
In der Diskussion um dieses Thema wird auch häufig der Hinweis benutzt, dass die höhere Intelligenz des „Menschen“ sei ein Nachweis  für die Berechtigung sich so zu verhalten, wie wir uns jetzt verhalten. Danach könnte ich meine Leberwurst ohne Bedenken verspeisen. Da viel mir aber rechtzeitig ein, dass ich in meinem Alter eine höhere Intelligenz habe, als mein kleiner Neffe. Und mir kam es bisher nie in den Sinn, deshalb kleine Neffen……
Solange wir Menschen mit Tieren und Pflanzen zusammenleben gab es schon immer und wird es wohl auch immer  Interessenkonflikte geben. Ich erkenne nicht, wie das zu ändern sein sollte. Aber ich versuche dennoch diese Konflikte zumindest aufzuspüren, sie aufzuzeigen und da wo es geht zu verringern.
Eine bekannte Havard Philosophin Christine Korsgaard hat in dieser Debatte den Vorschlag gemacht, wir sollten uns so verhalten wie wir plausibel annehmen können, dass die Tiere unserem Verhalten zustimmen würden.
Aber mit seinem Urteil vom 16. Februar 1954[4] verbietet der Bundesgerichtshof sogar schon den Einsatz von Lügendetektoren sowohl im Strafverfahren als auch bei den Vorermittlungen, selbst wenn der Angeklagte dem Einsatz zustimme
Aber auch aus anderen Gründen erscheint mir das wenig erfolgreich zu sein, denn welches junge Schweinchen würde wohl zustimmen erst einmal ohne Betäubung und dann überhaupt entmannt zu werden, aber das gleiche gilt auch für meine Kräuter im Garten.
Nein, ich habe noch keine endgültige Lösung für mein Problem gefunden.
Von den auch von mir mal gewählten Politikern habe ich keine Hilfe zu erwarten. Wenn ich deren Diskussionen zuhöre, glaube ich immer, dass alle Beteiligten in Moralin ertrinken müssten. Aber auch nur Ansätze zu praktischen Lösungen in der Grundsatzfrage erkenne ich nirgends.
Deswegen wende ich mich ja auch an alle, die meinen Gedanken bis hierher gefolgt sind und frage:
„Und was meinst Du dazu?“

kunstmalerdon

Florida

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Re: Ist es wirklich unmoralisch Fleisch zu essen?
« Antwort #1 am: Mai 23, 2014, 01:04:53 Vormittag »
Unmoralisch fände ich es einzig und allein, Menschenfleisch zu essen.
Weil die Fragen zur Moral nur unter Menschen, das Menschsein betreffend, gestellt werden können.

Aber unter den Veganern gibt es noch eine Gruppe: alles was die Pflanze abwirft, um der Pflanze selbst nicht zu schaden bzw. sie zu zerstören wird nur gegessen: http://www.lebensmittellexikon.de/f0002240.php#0
Das wäre vielleicht eine Antwort auf Deine Überlegungen.

Offline Petra

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Re: Ist es wirklich unmoralisch Fleisch zu essen?
« Antwort #2 am: Mai 23, 2014, 07:46:42 Vormittag »
Wer bestimmt moralische Aspekte? Der Mensch.
Hindus essen kein Rind, Juden und Moslems kein Schwein. In China isst man Hund, für uns undenkbar.
Wir Menschen bestimmen, was für uns moralisch vertretbar ist. Ich finde es nicht unmoralisch Fleisch zu essen, Tiere fressen auch Fleisch. Ich finde die industrialisierte Massentierhaltung unmoralisch. Ich frage mich aber auch, ob Tiere vom Biohof glücklicher sind.  :scratch_ones_head:

Offline Ugge

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Re: Ist es wirklich unmoralisch Fleisch zu essen?
« Antwort #3 am: Mai 23, 2014, 09:40:26 Vormittag »

Nein, ich finde es nicht unmoralisch Fleisch zu essen. Ich bin nur nicht glücklich über die Lebensbedingungen "unseres Essens" in seinem kurzen, oft sehr freudlosen Leben. Ich bin für mich selber auch schon zu der Überzeugung gelangt, dass auch Pflanzen Lebewesen sind und wir Menschen ihnen -  meist gedankenlos - "das Leben nehmen", um sie zu essen. Aber um selber zu leben, müssen wir nun mal essen und somit anderes Leben "zerstören". Dass ich mit meinen Gedanken allerdings nicht ganz richtig lag, da auch das vermieden werden kann, zeigt broilerins Beitrag. Interessant.

In sehr viel früheren Zeiten war der Mensch noch ein "Tier" unter vielen anderen. Er ging auf die Jagd und hat seine Beute in ihrem natürlichen Lebensraum erlegt. Für andere Tiere war wiederum er ein "Beutetier". Alles eine ganz natürliche Sache. Fressen und gefressen werden. Heute ist der Mensch nur noch selten die Jagdbeute, weil er es gelernt hat sich zu schützen. Heute werden die Tiere (meist) nicht mehr für den Eigenbedarf gejagt. Wie und wo denn auch - in unseren großen Städten, in denen viele Menschen leben und satt werden wollen. Wo viele Leute gar keine Jäger mehr sind. Heute werden sie gezüchtet - und für bessere Rendite werden sie leider unter sehr menschentierunwürdigen Bedingungen gehalten.

Warum nun macht sich der Mensch keine Gedanken darüber, dass auch Pflanzen Lebewesen sind? Weil sie von ihrer Art her uns so sehr von uns Menschen und den Tieren unterscheiden. Tiere haben einen Kopf, Augen, Ohren, Beine, innere Organe wie wir, die meisten haben eine Stimme und verständigen sich mit Lauten. Sie nehmen Nahrung mit dem "Mund" auf und scheiden auf der Gegenseite die Verdauungsprodukte aus. Sie bewegen sich. Pflanzen tun das nicht. Sie haben weder Kopf noch Augen, Herz, Niere, Leber, keine Beine. Sie bewegen sich nicht, sondern stehen fest, sind an ihrem Standort. Der Stoffwechsel läuft ganz anders ab. Manche kommunizieren, aber auf eine völlig andere Art und Weise. Sie sind eine so andere Art von Lebensform, dass sie von den meisten Menschen gar nicht bewusst als Leben wahrgenommen wird. Und wenn, dann ist man sich nicht gleichermaßen bewusst, dass man auch solch ein Leben zerstört. Ich auch nicht. Wenn ich einen Salat ernte, dann denke ich nicht: Oh je, jetzt bringe ich eine Pflanze um. Ich fange an mich zu schämen, wie barbarisch ich doch bin. ;)

Man könnte hierzu stundenlang weiter philosophieren. Was mache ich, was tut ihr, wenn ihr einen schön gebundenen Blumenstrauß seht? Gestern abend stand ich vor einem und dachte mir: Oh - das ist ein richtiges Kunstwerk. Ich dachte nicht: Oh weh - lauter tote Pflanzen. (Nein, ich habe ihn trotzdem nicht gekauft. Blumen sehe ich lieber in ihrer natürlichen Umgebung.)

So viel von mir zum Thema.


Florida

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Re: Ist es wirklich unmoralisch Fleisch zu essen?
« Antwort #4 am: Mai 23, 2014, 12:53:49 Nachmittag »
Moral kennzeichnet die Wertvorstellungen einer menschlichen Gemeinschaft und spiegelt sich im Recht, den Gesetzen, dem Grundgesetz wieder.
Diese Wertevorstellungen sind wandelbar, deshalb entstand das Tierschutzgesetz zum Schutz der Kreatur.
Sagst du zu deinen Pflanzen im Garten auch "Kreatur"?
Ich kann dich in gewisser Hinsicht verstehen, Pflanzen dem Tierschutz gleichzusetzen, denn ich liebe auch Bäume, Blumen, Pflanzen...
Vorsicht nur vor Hineininterpretation, denn sie empfinden weder geistigen noch körperlichen Schmerz. Sie sind zu vielem fähig, ua. zur Kommunikation untereinander (so senden kranke Bäume über die Luft Botenstoffe an die Nachbarn, die sich dann besonders schützen) aber eine Kreatur sind sie nicht.
So würde ich keinen Baum essen, wohl aber kein Gewissen meinem Brot gegenüber haben, weil der Weizen eh nur eine Einjahrespflanze ist.

Offline Ugge

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Re: Ist es wirklich unmoralisch Fleisch zu essen?
« Antwort #5 am: Mai 23, 2014, 13:58:20 Nachmittag »
Sagst du zu deinen Pflanzen im Garten auch "Kreatur"?

Ich nehme an, du richtest diese Frage an mich? Ich benutze das Wort Kreatur eigentlich gar nicht, es ist für mich irgendwie negativ belegt. Liegt wohl daran, dass mein Umfeld in meiner Kindheit das Wort Kreatur eher in abwertendem Sinne gebraucht hat. Aber egal, das ist mein persönliches Problem. Ich bevorzuge das Wort Lebewesen. Und das gilt für tierische und pflanzliche Geschöpfe.


Zitat
Vorsicht nur vor Hineininterpretation, denn sie empfinden weder geistigen noch körperlichen Schmerz.

Weiß man's mit Sicherheit? Ich hab auch schon Gegenteiliges gehört. (Nein, Quellen kann ich dir nicht nennen. Das habe ich einmal irgendwo in einem gedruckten Medium gelesen, lange vor Zeiten des Internets. Und nein, es war keine Schlagzeile in der Bild). Ich möchte es gern als Tatsache hinnehmen, dass eine Pflanze keinen Schmerz empfindet. Das ist besser für mich und mein Gewissen. Aber wer weiß, welche Erkenntnisse sich in Zukunft noch ergeben werden.

Zitat
So würde ich keinen Baum essen, wohl aber kein Gewissen meinem Brot gegenüber haben, weil der Weizen eh nur eine Einjahrespflanze ist.

Ein Baum lebt Jahrzehnte oder länger, Weizen nur ein Jahr. Aber das ist für mich kein Argument für "schlechtes Gewissen oder nicht". Was ist schon Zeit? Ein Tag - ein Jahr - ein Jahrzehnt - ein Jahrhundert - was ist ein langer Zeitraum, was ein kurzer? Das ist immer relativ zu sehen.

Übrigens, ich habe ebenfalls kein schlechtes Gewissen, weil ich Brot esse, das aus Weizen besteht usw. Aber ich hab auch kein schlechtes Gewissen, nur weil ich das Fleisch eines Tieres esse. Ein schlechtes Gewissen habe ich höchstens, wenn ich dran denke, wie dieses Tier vielleicht zu seinen Lebzeiten gehalten wurde.


Offline kunstmalerdon

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Re: Ist es wirklich unmoralisch Fleisch zu essen?
« Antwort #6 am: Mai 23, 2014, 20:58:51 Nachmittag »
In meinem Beitrag heißt es an einer Stelle "Einfügung aus meinem Buch. Da fehlt ein Teil. Ich trage nur kurz das wichtigste nach.Die beiden Auroren berichten von ihren Untersuchungen der Pflanzen mit u.a. einem LügendetektorSie verbanden ihn mit mit einem Philodendron zudem der eine ein ganz besonderes Verhältnis hatte. Nach einiger Zeit schlug der Lügendetektor immer dann aus, wenn sein Besitzer (freund) an ihn dachte. Am Ende der Versuchsreihe konnte er mithilfe des Philodendron seine Garagentür öffnen, während er noch im Bett lag.
Insgesamt kamen so neue Verhaltensweisen zutage, dass sie auf der ganzen Welt über ihre Versuche berichteten.
Ergebnis /(u.a.) Natürlich verspüren Pflanzen etwas entsprechendes für das, was wir Menschen Schmerz nennen.  Eier konnen  "in Ohnmacht fallen", wenn das erste Ei in kochendes Wasser  geworfen wird. Bitte im Zweifel selbst im Original nachlesen: "Das geheime Leben der Pflanzen."
DAs war schon vor vielen Jahren bekannt. Jetzt haben Forschen Pflanzen das Zählen beigebracht. Sie beherrschen unser menschliches Dezimalsystem.
Soviel nur kurz zu der Frage ob Pflanzen auch "Mitlebewesen " genannt werden können.
Don
kunstmalerdon

Offline Ugge

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Re: Ist es wirklich unmoralisch Fleisch zu essen?
« Antwort #7 am: Mai 23, 2014, 23:53:46 Nachmittag »
Ah, dankeschön, Don. :good: Ich habe zwei Bücher mit diesem Titel gefunden. Ist es das von C.Bird/P.Tompkins oder das von D.Attenborough?  Vielleicht war das, was ich damals gelesen habe, ein Auszug aus diesem Buch.

Was du da in Kurzform beschreibst, klingt verblüffend. Dass Pflanzen Schmerzen empfinden können oder eine Art Gefühle haben, kann ich mir noch gut vorstellen. Dass sie zählen können oder dass Eier in eine Art Ohnmacht fallen, das klingt für mich nach Fantasy....  :blink:


Offline hony

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Re: Ist es wirklich unmoralisch Fleisch zu essen?
« Antwort #8 am: Mai 24, 2014, 05:57:47 Vormittag »
Tief im Inneren - denke ich: ja, es ist höchst unmoralisch, andere Lebewesen zu töten, damit ich überleben kann.

Allerdings würden Leute, die in der Landwirtschaft groß wurden oder aber "auf dem Dorf" - über so eine Frage lachen. Viele Ernährungswissenschaftler sind sich darüber einig, dass der Mensch erst so groß und kräftig (körperlich) werden konnte, weil er tierisches Eiweiß zu sich nahm - als Vergleich die Pygmäen, die heute noch unwahrscheinlich kurz sind, in der Länge ihres Körpers.

Vegane Ernährung ist absolut nicht zu empfehlen, da sind sich fast alle Ernährungswissenschaftler drüber einig - und vegetarisch nur dann, wenn der Mensch nicht im Wachstum ist - und kerngesund.

Ich verdränge immer den Gedanken des Schlachtens, des Schlachthofes und Fische tun mir auch leid - deshalb finde ich dieses "Sportangeln" furchtbar. Keiner verschwendet einen Gedanken an Fische, weil diese keine lauten Schmerzensschreie ausstoßen können.
Und Hummer: da wirds mir auch übel, wenn ich dran denke, wie die "zubereitet" werden.

Manchmal hab ich Phasen, da futter ich keine Wurst, kein Fleich - aber, das "geht vorbei" - dann landet wieder das Schnitzel auf meinem Teller oder ich verzehre mein heißgeliebtes Gulasch - und ich futtere meine Knackwurst zum Kartoffelsalat oder wir grillen mal wieder.

Es gab ja auch Theorien, dass Fleischesser aggressiver seien, im Leben - das ist aber lange widerlegt und gehört in die Sparte: Mythen und Märchen der Menschheit.


Offline Emirades

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Re: Ist es wirklich unmoralisch Fleisch zu essen?
« Antwort #9 am: Mai 31, 2014, 19:51:45 Nachmittag »
Die Notwendigkeit des Fressens und des Gefressenwerdens, scheint ein Grundgesetz der Natur zu sein.
Die gesamte Schöpfung basiert auf diesem System - und selbst im Tierpark verschmäht der Löwe ein ihm dargebotenes Grasragout.
Wobei man ja auch das Gras als "Kreatur" bezeichnen kann und man den Appetit schlechthin abschaffen müsste, um eine praktikable Lösung zu finden.
Nicht einmal meine Stielmus-Suppe dürfte ich anrühren und mit Würde verspeisen.

Die Speisung an sich scheint das Grundübel des Lebendigen zu sein. So wundert es nicht, dass zuerst das Fressen kommt und erst dann sie Moral.
Moral ist also von einem wohl gefüllten Magen abhängig und von der Frage, ob man sich so eine Füllung denn auch leisten kann.
Der satte Mensch ist anders gestrickt und nur er, der Satte, hat Zeit für Moralfragen. Die Hungernden, und derer findet man bei unserem reichlichen
Bevölkerungswachstum jede Minute mehr, interessiert wenig, woher das Schnitzel auf den Teller kommt, auch wenn es nur aus ein paar Reiskörnern besteht.

Schon jetzt kündigt sich eine neue Zukunftsszenerie an. China kauf in großem Stil Land im bitterarmen Afrika, um mit den Anbauerträgen die eigenen hungrigen Mäuler stopfen zu können - und auch uns wird alsbald offeriert, andere Nahrungsquellen nicht zu verschmähen, weil woanders reichere Leute die Nachfrage nach Fleisch bestimmen und für die weniger Betuchten bei uns dann Ameisencocktail, oder ein paar leckere Kellerasseln übrig bleiben.

Siehe auch hier bei Aliqs: Der Kampf ums Essen

... hier noch einige Links zum Thema:
Stammzellenburger
Ernaehrung-der-Zukunft



« Letzte Änderung: Mai 31, 2014, 19:58:32 Nachmittag von Emirades »
Wer Glück sucht
muß sich zuerst selbst finden.

Offline mimPutz

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Re: Ist es wirklich unmoralisch Fleisch zu essen?
« Antwort #10 am: November 10, 2014, 04:00:46 Vormittag »
Fleischkonsum beeinträchtigt den Regenwald
http://www.pro-regenwald.de/hg_fleisch
Zitat
und die ist irgendeinem Ökosystem irgendwo auf diesem Planeten mit Gewalt entrissen und mit großem Verlust in das Rind, das Schwein oder das Hähnchen gestopft worden,“
hätte die CMA ehrlichkeitshalber dazusagen müssen *)



*) Mit dem Slogan „Fleisch ist ein Stück Lebenskraft!“ erzog die Centrale Marketing-Gesellschaft der deutschen Agrarwirtschaft (CMA) im Auftrag der Bundesregierung ab 1967 die westdeutschen Bürger zum täglichen Verzehr von Fleisch und Wurst. Er symbolisierte die neue Wertigkeit des Fleischkonsums in den Jahren des Wirtschaftswunders – einen Zusammenhang zu Umweltzerstörung und Resourcenverschwendung durch diese Fleischproduktion wollte man nicht herstellen. Die CMA ist mittlerweile abgewickelt – mit diesem Infoblatt dokumentieren nun wir diesen Zusammenhang.

Die Fleischproduktion ist in Konflikt mit...
... der Artenvielfalt

Regenwälder sind neben den Weltmeeren die artenreichsten Ökosyteme überhaupt. Ihre Abholzung hat lebensbedrohende Konsequenzen für viele der Millionen dort beheimateten Tierund Pflanzenarten.

Die industrielle Landwirtschaft ist durch Entwaldung, Verschmutzung, Überfischung, die Einführung fremder Arten und ihrer Verantwortung am Klimawandel eine der treibenden Kräfte des Verlustes an Artenvielfalt.

Laut der FAO macht Nutzvieh mittlerweile 20 Prozent der an Land lebenden Biomasse aus und besetzt 30 Prozent der globalen Landfläche, wobei – schlimmer noch – 33 Prozent der fruchtbaren Böden überhaupt zur Futterproduktion für die Tierzucht in Anspruch genommen werden. Die meisten der auf der Roten Liste stehenden bedrohten Arten sind dadurch in Gefahr, dass ihr Lebensraum der Landwirtschaft zum Opfer fällt.


... dem Klima

Die industrielle Landwirtschaft ist für eine enorm hohe Klimabelastung verantwortlich. In Kohlendioxidäquivalente umgerechnet, sind es rund 18 Prozent der weltweiten Emissionen - mehr als etwa der gesamte Transportsektor verantwortet. 9 Prozent sind reine Kohlendioxidemissionen, der Rest errechnet sich aus der Freisetzung der klimawirksamen Stickoxide und von Methan. Die Kohlendioxidfreisetzung geschieht im wesentlichen bei der Umwandlung von Land – insbesondere Wald – in landwirtschaftliche Nutzflächen.

Außerdem emittiert die industrielle Landwirtschaft über die Verdauung der Wiederkäuer 37 Prozent des anthropogenen Methans. Methanmoleküle sind 23-mal so klimaschädlich wie Kohlendioxid. Hinzu kommt, dass die industrielle Landwirtschaft 65 Prozent des anthropogenen Distickstoffoxid (Lachgas) ausstößt und mit all diesen Emissionen maßgeblich den Klimawandel vorantreibt.

[img width= height=]http://www.pro-regenwald.de/pics/in45_b4.jpg[/img]

... einer sparsamen Ressourcennutzung

Mit wachsenden Bevölkerungszahlen und steigenden materiellen Ansprüchen insbesondere in bisher ‚unterentwickelten‘ Regionen, wird eine sparsame Nutzung der Rohstoffe immer wichtiger. Fleisch ist genau das Gegenteil von sparsamer Rohstoffnutzung. Um 1 kg Fleisch zu erzeugen, benötigt man 7-16 kg Getreide oder Sojabohnen. Viele kritisieren das als effektive Form der Nahrungsmittelvernichtung. 

In den USA fressen die Schlachttiere 80 Prozent der Getreideernte, rund 90 Prozent der global produzierten Sojabohnen dienen als Futtermittel und etwa ein Drittel der weltweiten Getreideproduktion wird an Tiere verfüttert, die es mit einem schlechten Wirkungsgrad unter großem Verlust in, an der pflanzlichen Ausgangsmenge gemessen, wenig Fleisch umwandeln.

Oder andersherum betrachtet: Auf der Fläche, die man benötigt, um 50 kg Rindfleisch zu produzieren (ca 16.500 m2), könnte man 4.000 kg Apfel oder 6.000 kg Karotten erzeugen.


... dem Wasserhaushalt

Die industrielle Landwirtschaft ist einer der größten Wasserverbraucher der Erde. Sie ist verantwortlich für über 8 Prozent des globalen Wasserverbrauchs – das Wasser wird überwiegend zur Bewässerung von Futterpflanzen verwendet.

Verschärft wird die Problematik – die Vereinten Nationen rechnen damit, dass 2025 zwei Drittel der Weltbevölkerung von Wasserknappheit bedroht sind – durch den Handel mit “virtuellem Wasser”. Virtuelles Wasser ist die Menge an Wasser, die benötigt wird, um ein bestimmtes Produkt herzustellen. Für ein Kilogramm Sojabohnen werden 1.800 Liter Wasser benötigt und in einem Kilogramm Rindfleisch ‘stecken‘ gar über 15.000 Liter Wasser.

Viele Länder exportieren mit ihren Nahrungsmitteln oder anderen Produkten nicht sichtbares Wasser, das sie eigentlich selbst dringend benötigen. Während Länder wie Deutschland deutlich mehr Wasser importieren als sie exportieren, ist es in wasserarmen Ländern wie Kasachstan und Indien gerade anders herum.

Durch den Einsatz von Düngemitteln, Herbiziden und Pestiziden ist die Landwirtschaft eine der größten Quellen der Wasserverschmutzung. Alleine in den USA werden 37 Prozent der verwendeten Pestizide in der Landwirtschaft eingesetzt. Weitere Verschmutzungsquellen aus der Landwirtschaft sind tierische Abfälle, Antibiotika und Hormone sowie die Sedimente erodierter Flächen.


... den Menschen

Die industrielle Landwirtschaft geht auch mit Menschen nicht immer zimperlich um. Die Vertreibung indigener und lokaler, kleinbäuerlicher Bevölkerung von ihrem angestammten Land zugunsten riesiger Weide- und Sojaflächen wird auch heute noch häufig praktiziert. In einigen Fällen geschieht die illegale Landnahme mit gewaltsamer Unterstützung der Polizei oder Paramilitärs. Alleine in Paraguay sind seit 1990 über 100.000 Kleinbauern von Sojafarmern von ihrem Land vertrieben worden. Die Vertreibung bedeutet für diese Menschen den Entzug ihrer Lebensgrundlagen und zwingt sie entweder in die Städte oder zu einem Dasein am Rande der Sojamonokulturen – das Ergebnis ist in jedem Fall ihre Verarmung und Hunger. Am Rande der großen Sojabetriebe sind die Kleinbauern und Indigenen durch Umweltverschmutzung und den Einsatz von Pestiziden bedroht. Die Sojafarmer Paraguays versprühen auf ihren Feldern jährlich rund 23 Mio. Liter Pestizide, die von der WHO (Weltge sundheits organisation) als “extrem gesundheitsgefährdend” eingestuft sind.

Wie in Nordamerika verbreitet sich auch in Südamerika der Anbau gentechnisch veränderten, d.h. herbizidtoleranten, Sojas immer mehr. In Argentinien wird auf rund 100 Prozent der Sojafläche gentechnisch verändertes Soja angebaut, in Paraguay auf über 90 Prozent und in Brasilien auf rund zwei Dritteln der Anbaufläche.

In der EU ist der Anbau gentechnisch veränderten Sojas noch nicht erlaubt, allerdings stammt das in der Viehzucht verwendete Futtermittel überwiegend aus Südamerika.

Fleisch
eine delikate Angelegenheit

Der durchschnittliche Fleischverbrauch in Deutschland liegt bei 88,5 Kilogramm pro Kopf im Jahr. Über ein Menschenleben isst der Deutsche im Durchschnitt 6,6 Tonnen Fleisch – aufgeschlüsselt können das sein: 4 Rinder bzw. Kälber, 4 Schafe oder Ziegen, 12 Gänse, 37 Enten, 46 Truthähne, 46 Schweine und gut 850 Hühner. Die meisten dieser Tiere stammen nicht aus kleinbäuerlichen Betrieben oder der freien Wildbahn, sondern aus ‚industrieller‘ Fleischproduktion.

Die globale Fleischproduktion nimmt zu. Während 1950 ‚nur‘ 44 Millionen Tonnen produziert wurden, waren es 1990 schon 170 Mio. Tonnen und 2005 knapp über 265 Mio. Tonnen – Tendenz weiter steigend.

Es gibt viele Gründe, diesen wachsenden Fleischhunger zu bekämpfen – denn sowohl die Produktion als auch der Konsum von Fleisch haben enorme Nebenwirkungen. Viele Menschen verschmähen Fleisch aus Mitleid mit den Tieren - sei es wegen der Missstände schon während ihrer Mastzeit und den Transporten zum Schlachthof oder dafür, dass sie für unser Schnitzel ihr Leben lassen müssen. Fleisch ist zudem ein Genussmittel und für den Großteil der heutigen Zivilisationskrankheiten wie Krebs, Gicht, Osteoporose, für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes mitverantwortlich. Die intensive Fleischproduktion in Deutschland schädigt Grund- und Oberflächenwasser, beeinträchtigt Böden und die Ausdünstungen von Gülle und Mist sind verantwortlich für die Freisetzung von Stickstoffverbindungen, die das Waldsterben fördern. Die Fleischproduktion ist verschwenderisch: es braucht sehr viel pflanzlichen Input für relativ wenig fleischliches Endprodukt. Dafür werden große Flächen benötigt – die bevorzugt in tropischen Regionen vorhanden sind und genutzt werden.

Während billiges Fleisch und billige Milchprodukte in Europa und Amerika mittlerweile auf den täglichen Speiseplan gehören, wird in Südamerika der wahre Preis dafür gezahlt. Viele dieser billigen Produkte bei uns sind das Ergebnis grober Menschenrechtsverletzungen und der Zerstörung der Umwelt anderswo.

Die Zerstörung des Regenwaldes für die
Fleischproduktion (Rinder)

Die Hauptursache für die Zerstörung des Regenwaldes in Brasilien ist die Rinderzucht. Alleine in den letzten zehn Jahren (2000-2009) wurde eine Fläche von über 160.000 km² abgeholzt. Zu über 70 Prozent geht diese Zerstörung auf die Schaffung neuer Weideflächen zurück. Entgegen aller Erklärungen, den Wald retten zu wollen, fördert der Staat diese Entwicklung.

Während es früher direkt Subventionen für die Umwandlung gab, treiben heutzutage neue Infrastrukturprojekte und Straßenbau die Zerstörung voran. Der Regenwald wird für Farmer und Rinderzüchter zugänglich gemacht, die so immer leichter in die Waldgebiete vordringen und sich im Amazonasgebiet ansiedeln. Das Land ist einfach und billig anzueignen – oftmals geschieht dies auch illegal.

Auf diese Weise wurde Brasilien im Laufe der Jahre zum mittlerweile größten Rindfleischexporteur der Welt und hält mit rund 200 Millionen Rindern die zweitgrößte Population nach Indien. Der überwiegende Teil des in Brasilien produzierten Fleisches wird nach Nordamerika exportiert, aber auch nach Deutschland gelangen rund 200.000 t Fleischwaren jährlich

Die Zerstörung des Regenwaldes für die
Futtermittelproduktion (Soja)

Die zweitwichtigste Ursache der Waldzerstörung in Brasilien ist der großflächige Anbau von Soja als Futtermittel. Seit der BSEKrise und dem folgenden Verbot der Fütterung von Tiermehl ist Soja die erste Wahl als eiweißreiches Futtermittel in der landwirtschaftlichen Tierhaltung Europas. Über 90 Prozent des weltweit angebauten Sojas werden inzwischen als Futtermittel verwendet.

Zwar ist die USA nach wie vor der größte Sojaproduzent der Welt, aber Brasilien ist auf dem Weg, der größte Sojaexporteur zu werden. Die Staaten Südamerikas – allen voran Brasilien, Argentinien und Paraguay – produzieren über 50 Prozent des Sojas der Welt. In Paraguay wird auf 2,6 Mio. Hektar Soja angebaut, in Brasilien gar auf weit über 20 Mio. Hektar.

Für die Entwaldung in Brasilien kann man Soja allerdings nur indirekt verantwortlich machen. Oft werden für neue Anbauflächen nicht eigens Wälder abgeholzt, sondern Savannen und bereits gerodete Flächen genutzt. Allerdings werden die Kleinbauern, die diese Flächen bis dahin bewirtschafteten, von ihrem Land vertrieben und auf der Suche nach neuem Land in den Wald abgedrängt, den sie dann roden.

Die Sojaproduktion zerstört Wald nicht nur durch die benötigte Anbaufläche. Ohne den gewaltigen Ausbau der Verkehrsinfrastruktur kann das Soja nicht zu den Exporthäfen transportiert werden. Es werden massiv Straßen gebaut, Flüsse schiffbar gemacht und Häfen angelegt. Diese Eingriffe belasten einerseits die Umwelt direkt und öffnen die Regionen zudem noch für Neusiedler und Holzdiebe, etc.

Einst glaubte ich zu wissen, heut weiss ich, dass auch dies ein Glaube war.

Offline mikado5034

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Re: Ist es wirklich unmoralisch Fleisch zu essen?
« Antwort #11 am: November 13, 2014, 13:41:34 Nachmittag »
Der Mensch hat seit je her Fleisch gegessen: Als er noch in Höhlen lebte und Mamut jagte oder durch die afrikanische Steppe zog und Antilopen erlegte. Selbst in vorchristlichen Zeiten wurden zum Feste junge Ziegen und Schafe geschlachtet.
Unser gesamter Stoffwechsel ist darauf ausgerichtet, Fleisch (in erträglicher Menge) zu verstoffwechseln und das darin enthaltene Eiweiss dem Körper zuzuführen. Wir wären *nicht* mit einem Gehirn dieser Grösse ausgestattet, wenn wir nicht seinerzeit begonnen hätten, tierisches Eiweiss zu uns zu nehmen und darüber hinaus es über dem Feuer zu garen. Dies führte dazu, dass die Eiweisszufuhr stark anstieg. Man nimmt an, dass dies in der Grössenordnung 40 - 60 % Zuwachs liegt. Sowie die zur Umsetzung erforderliche Energie in Verdauung und Stoffwechsel wegen des Kochens andererseits um ca. 30 - 40 % gesenkt werden konnte.
Noch vor wenigen Jahrzehnten wurden Tiere auf dem Hof geschlachtet und *restlos* verwertet. Daraus Fleischprodukt hergestellt, die heute keiner mehr essen will, weil man sie im Supermarkt nicht kaufen kann und demnach auch nicht kennen lernt. Aber die Tiere werden heute herdenweise im Schlachthof industriell geschlachtet und verwertet. Was für ein Unsinn!
Der Versuch verschiedener Gruppierungen, aus dem Fleischverzehr eine moralische Sache abzuleiten, finde ich komplett daneben. Was moralisch stark in Frage zu stellen ist, ist die industrielle Verwertung der ganzen Nahrungskette. Zur Nahrungskette zähle ich auch die hochindustrialisierte Zucht und die draus entstehenden, abartigen und unethischen Umgang mit den Lebenwesen punkto Haltung, Transport, Schlachtung und Verwertung. In diesen Punkten bin ich selber im höchsten Mass dagegen.
Aber der Fleischverzehr an sich zu kritisieren befürworte ich keinesfalls! Denn die Nahrungsaufnahme an sich zähle ich noch zu den persönlichen Vorgängen, bei welchen wir niemanden dreinreden dürfen. Ich würde es auch sehr begrüssen, wenn einige unter meinen geschätzten Vorrednern ihre Aussagen dahingegen präzisierten und die in ihren Statements enthaltenen Positionen überdenken und Aussagen ggf. präzisieren.

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Offline Teufelchen

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Re: Ist es wirklich unmoralisch Fleisch zu essen?
« Antwort #12 am: November 13, 2014, 16:43:09 Nachmittag »
Zu diesem Thema passt die Cosmiq-Frage auch sehr gut:


http://www.cosmiq.de/qa/show/3796177/?

 Wie sehr hast Du Deinen Fleischkonsum reduziert, seit Du weisst, was Fleischproduktion zerstört?
De gustibus non est disputandum!

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