Autor: kunstmalerdon Thema: Don auf der Reise zu sich selbst!  (Gelesen 955 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Don auf der Reise zu sich selbst!
« am: Januar 06, 2014, 15:39:40 Nachmittag »
Don auf der Reise zu sich selbst Es war ein Sommertag wie aus einem Märchen. Ich lag im Garten und der Kirschbaum ließ weiße Blüten zart in mein Gesicht gleiten. Neben meinem Kopf schnurrte ein schwarzes Fellknäuel mit vier weißen Pfoten die 86 Strophe eines gesunden Katzenschlafes. Und wo Paula war, da fehlte Joe unser Hund bestimmt nicht. Wie man sieht eine herrliche Idylle, um die eigenen Gedanken mit den weißen Wolken am Himmel auf Reisen zu schicken. Ganz ohne Ziel, vielleicht nach Fantasien oder ins Anderland oder überhaupt oder so. Und da war mir so, als sei ich nur ein paar Schritte bis zur Havel gegangen und zwar auf die Bank am Ufer zu, gleich an der Anlegestelle der Fähre. Und wie selbstverständlich kam unsere Fähre, die ODIN, und ich ging an Bord.Außer dem alten Fährmann, den ich bis jetzt noch nicht kannte war niemand an Bord. „Ein herrlicher Tag,“ sagte ich, denn irgendwie musste ich ja mit einem Gespräch anfangen. „Ja, wirklich einmalig“ antwortete der Alte. „Ja, fast so wie gestern“ ergänzte ich noch ohne viel Hintersinn. „Ja, gestern, das war auch einmalig“. Und auf einmal war mir so, als hätte der simple alte Fährmann eine tiefe Weisheit von sich gegeben. Ist nicht jeder Tag einmalig? Das würde das ganze Leben wirklich sehr bereichern, aber andrerseits wäre es auch schade, weil dann ja auch alles Schöne sehr vergänglich wäre, müsste das einmalige „Heute“ ja verschwinden, um dem ebenso einmaligen „Morgen“ Platz zu machen.Und wohin verschwindet das Heute dann? „Und wieso glaubst Du, dass es überhaupt verschwindet, und wer lässt es auch verschwinden?“ schaltete sich der Fährmann ein, als ob er meine Gedanken lesen könnte. „Nun ja, alles, was ist, ist vergänglich. Das hat schon mein Großvater gesagt, und der war Schuster, aber ein sehr weiser, alter Schuster, der Herr Rosenberger. Und wer es verschwinden lässt, weiß ich auch nicht, aber ich bin es nicht“, sagte ich mit einem unsicheren Lächeln. „Ach, bist Du da so sicher?“ „Aber natürlich, sonst wüsste ich es doch, und mich selber kann ich da nicht belügen!“ „Dann lass uns mal ein kleines Experiment machen, sagte der Fährmann. Wenn ich „jetzt“ sage, dann schließt Du Deine Augen hältst Dir die Ohren zu, sodass Du den Motor des Schiffes nicht mehr hörst, und Du riechst auch nicht mehr den Wind mit seinem leichten Duft nach Ferne. Einverstanden?“ „Moment, bitte, wo soll das hinführen? Was soll das bewirken?“ „Was meinst Du denn, wird sein, wenn Du die Augen wieder aufmachst und wieder hörst und alles wahrnimmst? Ist dann alles so wie vorher?“ „Ja, natürlich, wie soll es anders sein!“ „Ja, Du hast recht, es wird genauso sein wie vorher, weil Du es so willst.“ „Weil ich es so will? Was haben meine Wünsche, meine Sehnsüchte mit der Wirklichkeit um mich herum zu tun?“ Und dann kam ich doch ins Grübeln. Ja, wer sieht denn diese Wirklichkeit? Das bin ich! Aber Paula, die Katze und Joe unser Hund sehen zur selben Zeit dieselbe Wirklichkeit und sie haben mir schon oft gesagt, wie unterschiedlich unsere Welten doch sind. Und sogar der alte Fährmann sieht die ODIN von einem ganz anderen Blickwinkel, als ich. Ja, es kann schon so sein, die Welt ist in mir und sie entsteht in jedem Augenblick des Lebens neu. „Natürlich, bestätigte der Alte mich, Du bist der Himmel, der Wind und das Wasser, Du bist die Fähre und Du bist auch der alte Fährmann, Du bist der Kirschbaum unter dem Du liegst und bist Paula und Joe, einfach alles, denn außer Dir gibt es nichts anderes.“ Ein wenig benommen ließ ich das alles auf mich einwirken, alles um mich herum verwischte sich immer mehr zu etwas Großartigem aber Unfassbaren. Ein großartiger Traum war meine Vorstellung: Ich bin die Welt!!! „Nun ist es geschafft, sagte der Fährmann, natürlich ist das alles nur ein Traum, denn Du liegst doch in Deinem Garten unter dem Kirschbaum mit Paula und Joe; und du hörst doch wie Paula die 87 Strophe eines Katzentraumes schnurrt. Und alles ist gut. Und es bleibt auch gut, solange ihr Träumer nicht wisst, dass ihr träumt. Aber solltet ihr einmal aufwachen, dann wird die individuelle Realität eurer Wirklichkeit zur Wahrheit!“ (Don 15.05.08
kunstmalerdon

Offline krabbi

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Re: Don auf der Reise zu sich selbst!
« Antwort #1 am: Januar 06, 2014, 19:42:20 Nachmittag »
 :friends: ein wunderbarer traum, don  :give_rose:.
es ist doch herrlich, träumen zu können und somit die "realität unserer wirklichkeit" beiseite zu schieben...
damit erhalten wir uns doch ein stück kindheit, aus der -manchmal unerträglichen- wahrheit zu entfliehen.
auch wenn träume die welt nicht verbessern können, verleihen sie uns ein lächeln ins gesicht und glückliche momente. die phantasie lässt uns durch unsere eigene traumwelt fliegen.... in der die zeit einfach stehenbleiben kann und die "einmaligkeit" einfach erhält, immer und immer wieder....
ich bin gerne auch ein träumer  :blume: 
             
 

(wenns auch kitschig klingt, meine träume erhalten mich am leben)
                         

Offline kunstmalerdon

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Re: Don auf der Reise zu sich selbst!
« Antwort #2 am: Januar 07, 2014, 01:58:28 Vormittag »
Ach krabbi: D A N K E!
Ich sehne mich so nach einer Resonanz, und ich bin immer, immer wieder enttäuscht, wenn ich feststelle: Na ja, ziemlich häufig gelesen, aber kein A..... sagt was!

Deshalb doppelten Dank Dir.
Don
kunstmalerdon

Offline krabbi

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Re: Don auf der Reise zu sich selbst!
« Antwort #3 am: Januar 08, 2014, 01:11:09 Vormittag »
sehr gerne :tender:

ziemlich häufig gelesen, aber kein A..... sagt was!
naja, deine gedankengänge sind ja schließlich nicht oberflächlich :im_so_happy:
nach dem lesen muss es erst mal sacken.....

eine meiner macken ist, oft einfach, was mir gerade in diesem moment dazu einfällt, spontan zu antworten --auch wenn ich dann evtl den tiefen sinn einer frage/erzählung noch nicht gleich verinnerlicht habe.
ok, manchmal liege ich daneben, aber das 'risiko' ist er mir trotzdem wert   :biggrin:
genauso war es bei deinem traum, der mich sehr beeindruckte und den du uns so leuchtend erzähltest. danke dafür.


nicht umsonst bezeichnet man letztendlich schöne momente als 'traum'.
das träumen sollten wir nie verlieren!
 
                         

 

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