Autor: kunstmalerdon Thema: Welche Macht hat unsere Sprache?  (Gelesen 829 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Welche Macht hat unsere Sprache?
« am: Dezember 19, 2013, 18:52:20 Nachmittag »
Welche Macht hat unsere Sprache?

Wir Menschen bestehen aufgrund unseres Bewusstseins. Dieses Bewusstsein ist zunächst einmal eingeschränkt in seiner Wirkung solange wir keine Ausdrucks- oder Mitteilungs- möglichkeiten haben.
Andrerseits ist das Selbstbewusstsein die mächtigste Kraft, die in uns wohnt. Wir können mit ihm unbegrenzte Möglichkeiten erschaffen. Allerdings sind war darin zunächst einmal ungewohnt. Wir müssen erst einmal die Fähigkeit entwickeln die auf uns einstürmenden Botschaften unserer Umwelt zu verarbeiten. Aus unseren Gedankenmustern müssen wir lernen die Verhaltensweisen zu entwickeln, die dann zu unserer Individualität im Leben führen. Unser Bewusstsein ist nämlich allein in der Lage unsere Wirklichkeit zu erschaffen,
und zwar so wie wir dann täglich leben.
Dabei ist es die Sprache, die aus dem Nichts etwas hervorbringt, sie schafft aus dem Nichts eine individuelle Wirklichkeit. Sprache ist dabei die Verbindung von Information und Energie die aus dem „Ungeformten“ ein „Etwas“ macht. Sprache ist das Baumaterial von etwas, das für uns plötzlich real wird, weil ich mich darüber mit anderen austauschen kann. Sprache formt etwas, das ich anderen mitteilen kann. Ich kann dann in meinen Gedanken auch etwas formen, wie Ansichten, Erkenntnisse, die dann als Baumaterial für meine konkret fassbare Wirklichkeit ihren Ausdruck finden. Wenn es die Sprache nicht gäbe, die meine Welt erst entstehen lässt, hätte ich keine Möglichkeit gehabt, die ganze Welt um mich herum entstehen zu lassen. Ohne Sprache gäbe es keinen Computer, ach, nicht einmal irgendeine Technologie.
Das sprachlich geordnete Denken des Menschen ist aber nicht die einzige Ausdrucksform  von Sprache.
Die gesamte  Natur um uns steht miteinander auch in Verbindung, allerdings in anderen Mitteilungsformen. Zum Beispiel durch Laute, Klänge, Schwingungen aller Art. Und dabei sind andere Lebewesen viel erfolgreicher als wir mit den gegenseitigen Austauschmöglichkeiten. Wale können miteinander kommunizieren wenn sie mehrere hundert Kilometer entfernt voneinander sind. Sie haben dann auch eine sehr viel dichtere Informationsdichte als wir Menschen sie schaffen können. Die Wissenschaftler berichten von einer Informationsdichte von ca. 10 Millionen Bits in 30 Minuten Walgesang. Das ist vergleichbar mit der gesamten Odyssee in menschlicher Sprache.
Wir füllen durch die Sprache  den leeren inhaltslosen Raum um uns in Raum und Zeit aus.
Durch unsere Sprache  wird die Wirklichkeit für uns erfassbar. Die Worte ermöglichen uns unsere Emotionen, Gefühle, für den Nächsten erfahrbar zu machen. Sie ermöglichen uns etwas, das vorher nur eine Möglichkeit war jetzt in greifbare, begreifbare Realität zu verändern.
Und was Worte alles bei uns auslösen können, das weiß jeder, der mitten im Leben steht selbst. Sie erschaffen ganz neue Einsichten, Erfahrungen und erschaffen so neue Realitäten.
Für mein Leben ist es nicht so wichtig drauf zu achten, was in meinen Mund hinein kommt, als vielmehr zu beachten, was aus ihm an Worten herauskommt. Worte können unendlich beglücken, aber auch zum Tode führen. Jede vorstellbare Möglichkeit kann durch Worte übermittelt und realisiert werden. Der Gang meiner Gedanken beginnt in meinem Kopf bei der Vorstellung. Wenn ich weiter gehe. spreche ich die Gedanken aus und verschaffe meinen Worten eine ganz eigene Art von meiner Realität. Worte sind Voraussetzungen für meine Realität.
Worte haben also eine Macht, die ich früher gar nicht so sehr beachtet habe. Unsere Wissenschaftler haben mir längst klar gemacht, dass mit meinen gedachten und gesprochenen Worten auch meine Zellen in meinem Körper beeinflusst werden. Und wenn ich zum Beispiel meditiere erfahre ich das ganz konkret im Bereich von Entspannungsmöglichkeiten für einzelne Teile meines Körpers.
Ganz gezielt kann ich meine Beinmuskeln einzeln  geistig ansprechen bei einem Krampf und ich habe bisher auch immer den Erfolg an mir selber gespürt. Meine Worte haben ihre Botschaft in meine einzelnen Zellen gefunden.
Die Sprache ist für mich eine ganz mächtige Kraft, über deren Bedeutung ich mir bisher gar nicht so bewusst geworden war.
Durch meine Worte kann ich mich und andere sogar heilen. Aber leider nicht nur das.

Don 19.12. 2013
kunstmalerdon

Florida

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Re: Welche Macht hat unsere Sprache?
« Antwort #1 am: Dezember 21, 2013, 01:34:47 Vormittag »
Toller Gedankengang, lieber Don!

"Durch meine Worte kann ich mich und andere sogar heilen. Aber leider nicht nur das."

....womit Du mehr als nur Gedanken als Ausdruck Deiner Wahrnehmung in der Wortvielfalt einer Sprache ansprichst.
Sprache bist Du, Dein gesprocheses Wort bist Du! Und wer Dich einmal gehört hat, dem ist der Klang Deiner Stimme beim Lesen Deiner Worte im Ohr.
Und mit diesem "bist Du", meine ich die Emotionen, die das gesprochene Wort weiterträgt, zum Gegenüber hinüber schwingen läßt und der diese in sich eindringen lassen kann oder abwehren. Und, zum besseren Verständnis, meine ich keinesfalls in Worte gefaßte Emotionen wie ein: "Ich mag dich."
Eine gerade den Quantensprung erklärende Stimme kann durchaus eine viel tiefer gehende Wirkung erzielen dem Hörer zu vermitteln: "Ich mag dich!"
Je öfter uns eine Stimme das vermittelt, umso mehr mögen wir diesen Menschen, zu dem diese Stimme gehört.
Und nur er wird in der Lage sein, uns mit seiner Stimme töten zu können.
Über die Schwingungen der Stimme geben wir uns dem Gegenüber preis: Er erfährt nicht nur unser Denken sondern vielmehr auch unser Fühlen zu unseren Gedanken und gegenüber ihm.






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Offline SMARAGDGRÜN

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Re: Welche Macht hat unsere Sprache?
« Antwort #2 am: Januar 28, 2014, 12:06:17 Nachmittag »
Auch durch Gestik kann man Kommunizieren  :bitte: :clapping:

 

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