Autor: kunstmalerdon Thema: Wo komme ich her und wo gehe ich hin?  (Gelesen 925 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Wo komme ich her und wo gehe ich hin?
« am: Oktober 17, 2013, 22:18:48 Nachmittag »
Wenn ich in den Spiegel schaue, dann sehe ich eine interessante Variante von Lebewesen, von denen es sehr viele unterschiedliche Ausführungen zu geben scheint. Über das „Wer bin ich?“ mache ich mir immer wieder Gedanken, aber heute will ich mich mal mit den damit verbundenen Fragen beschäftigen: „Wo komme ich her und wo gehe ich hin?“
Als eines der vielen „Lebewesen“ bin ich wohl eine besondere Spezies,aber im Allgemeinen wohl dem unterworfen, was wir so ganz allgemein „Evolution“ nennen, und was wohl alles aus dem Bereich „Sein“ umfasst. In dem Bereich existieren sicherlich viele Sonderentwicklungen, immer vielfältigere Integrationsbereiche.
Wir kennen da schon die Elementarteilchen. Ich verweise auf die „Stringtheorie“. Dann entstehen Atome, die haben Kern und eine Elektronenhülle. Das wird wohl alles sehr langsam gegangen sein, aber es bilden sich dann einfache Moleküle, später komplexe, wie das Eiweiss u.a.m. Jetzt kommt wohl das ins Spiel, was ich mit „Leben“ gleichsetzen würde. Und im Laufe der Zeit kommt es mit der Evolution zu solchen Lebewesen, die sich einbringen in die Umwelt und diese gestaltend verändern, denn sie benutzen die sich entwickelt habenden Sinnesorgane und das Gehirn. Verbunden damit ist eine Entwicklung zwischenmenschlicher Gestaltung. Sogenannte „Soziale Beziehungen“ entstehen, werden weitergegeben und es entsteht ein Bereich, den wir „Kultur“genannt haben.
Es entsehen Traditionen (also Bereiche, die weitergegeben werden); es kommt zu Lachen, Sprache, Schrift, die unterschiedliche Entwicklungen nehmen je nach Entstehungsort. Und im Rückblick auf die bisher vergangene Zeit ist es nur noch ein kleiner Schritt bis zu dem Augenblick, da ich vor dem Spiegel stehe und mich frage: „Das war es wohl bisher, aber wie geht es weiter und wohin?“
Wir Menschen haben ja schon den Bereich „Planet Erde“ verlassen und bewegen uns weiter nach außen! Das geht bisher nur mithilfe der Technik. Aber da kommt mir schon die erste Frage nahe. „Ist unser Bereich Technik Teil unserer Evolution?“
Da sollten wir uns erst einmal fragen, was wir mit „Evolution“ genauer bezeichnen.
Einige religiös, nein besser kirchlich gebundene Menschen sind der Meinung wie Papst Benedikt XVI. in seiner Predigt zur Amtseinführung. Dort heißt es „Wir sind nicht das zufällige und sinnlose Produkt der Evolution. Jeder von uns ist Frucht eines Gedankens Gottes.“
Ich meine schon die Verwendung der Begriffe „zufällig und sinnlos“ lässt mich vorsichtig werden. Aber ich meine, dass in dieser Erörterung kein Streit über „Gott“ und seine „Schöpfung“ Platz greifen sollte.
Wir sollten, ehe wir weiterdiskutieren, versuchen, die allgemeinen Gesetze der Evolution zu betrachten, damit wir uns nicht in unnötigen Streitpunkten verfangen.
Wiki definiert wie folgt: „Evolution ist die Veränderung der vererbbaren Merkmale einer Population von Lebewesen von Generation zu Generation.“
Das heißt Evolution ist nie vollendet, weil sie unsere Anpassung an die sich ständig verändernde Umwelt beinhaltet.
Die Frage ob sie andere, auch technische Bereiche, umfasst sollte noch ausdiskutiert werden. Ich meine nämlich eine Entwicklung, die ich in mir auch schon habe geschehen lassen. Ersatz von zerstörten Körperteilen (bei mir 4 künstliche Gelenke –vermutlich sogar besser-) und ich bewege mich damit gar nicht unbedingt altersgemäß. Und wenn wir in diesem Bereich noch weiter forschen, was wird da heutzutage alles schon alles als letzte Idee verwirklicht.
Frauen lassen sich Fett aus ihrer Sitzfläche absaugen und in die Mundpartie spritzen, damit sie uns Männer wolllustiger küssen können. (Wissen wir wirklich was wir da küssen?) Ihr lieben Frauen, bitte lasst mich an dieser Stelle darauf hinweisen: Zuviel Schminke und sonstige Verschönerung ist vielleicht unzulässige Kritik am Schöpfer.
Aber mal eben weiter gedacht. Es könnte ja auch noch so weitergehen: nicht weitere Entwicklung, die der Körper ausserhalb seiner selbst nutzen kann sondern ein eingebauter Duftverstärker mit Veilchenduft (oder was individuell bevorzugt wird) für die notwendige Darmwindproduktion. Eine vermehrte Empfindlichkeit in der Duftwahrnehmung wie bei einem Hund! In die Augen eingebaute Infrarot-Camera. Mit einem Wort wir könnten unsere wahrnehmenden Sinne alle extrem erweitern.
Für uns Männer gäbe es ein eingebautes Versteifungsgerät schon beim Anblick interessanter Frauen und in die Frauenhände gehört dann natürlich eine entsprechende „Wiederholungstaste“! Gehört das dann auch in die Abteilung „Evolution“?

Aber nicht nur dieser Bereich steht uns eventuell offen. Wie wäre es, wenn wir in unseren Körpern eigene „Ersatzorgane“ züchten könnten? Wir konnten vielleicht durch eine entsprechende Medikation schon in der Wachstumsphase, das Gehirnwachstum vervielfältigen. Dazu brauchen wir dann keine Technik mehr. Ich könnte mir eine weitere Entwicklung eher in dieser Richtung vorstellen, denn im Bereich technischer Weiterentwicklung im Körper könnte es eventuell so weit kommen, dass ein Mensch an sich stirbt, weil seine Zeit abgelaufen ist, aber seine „technischen Einbauten“ zwingen ihn weiter zu agieren, weil diese alle noch funktionabel sind!!!!
Lasst uns doch wirklich einmal gemeinsam weiter nachdenken und auch fantasieren. Denn es kann dabei tatsächlich einiges klar werden.
Wir können über unendlich lange Zeiten ziemlich genau ausrechnen, wann bestimmte Sternenkonstellationen eintreten werden, wir können voraussagen wann unsere Sonne ein „Roter Riese“ sein wird, warum sollten wir in dem Bereich unserer eigenen Zukunftsentwicklung weniger erfolgreich sein? Ich wünsche mir eine lebhafte Diskussion.
Don

kunstmalerdon

Offline Emirades

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Re: Wo komme ich her und wo gehe ich hin?
« Antwort #1 am: Oktober 18, 2013, 16:46:50 Nachmittag »
 :danke: lieber Don, für die geistreiche Anregung! Ich habe deine Beiträge schon vermisst.

Nun, Evolution und die Weiterentwicklung des Menschen, oder eben die Zukunftsvisionen, die dem menschlichen Geiste entspringen, scheinen mir mehr oder weniger doch an die Grenzen des naturgegebenen Rahmens zu kommen. Fortschritt kann ja auch Rückschritt sein. Natürlich haben wir in den letzten 100 Jahren unsere Fortentwicklung sehr erfolgreich betrieben und damit einen Wohlstand in einem kleinen Teil unserer Welt erzielt, wie er unseren Großeltern noch unvorstellbar war. Ökonomen reden gern von Gleichgewichten. Dabei scheint eben das völlig aus dem Lot geraten zu sein. Der Wohlstand der einen gedeiht heute mehr denn je, auf dem Elend der anderen. Wir produzieren so viel wir nur können; in den Industriestaaten an Waren, in der "unterentwickelten" Welt an Menschen. Wir horten Güter, vernichten sie wieder, werfen sie gar auf die ständig wachsenden Deponien der Unvernunft - und nutzen dabei die restlichen, verbliebenen Ressourcen von anderswo, weil wir unsere eigenen bereits weitreichend verbraucht haben, gründlich für unsere Zwecke. Da, im Anderswo, fern ab von unserer Wohlstandsgemeinde, fabriziert man Nachwuchs am laufenden Bande, um ihn ohne jedwede Lebensgrundlage der Gemeinschaft der überflüssigen Produktionsfaktoren hinzuzufügen. Die Ungebrauchten wachsen selbst bei uns, im reichen Europa zu einer disponiblen Masse heran, die ein beachtliches Ausmaß erreicht. Etwas 26 Millionen Menschen leben mitten unter uns, um uns lediglich als Konsumenten zu beglücken. Aus dem europäische Heer an Arbeitslosen könnte man glatt einen eigenen Staat schaffen, dessen Hauptbetätigung sich im Nichtstun erschöpft. So ein Staat der am Hungertuche nagenden Dichter und Denker böte gute Aussichten für einen Fortschritt, der sich in Richtung einer neuen Philosophie bewegen und sich wohltuend von Richtern und Henkern abheben könnte, die mit waffenstarrenden Argusaugen alles verurteilen, was ihrer Moral nicht entspricht. Aber wäre das eine Lösung, wo doch das Fressen vor der Moral kommt? Ein Verzichtenmüsser tickt halt anders, als ein Verzichtenkönner und vor die Wahl gestellt, ist ein jeder Könner sein eigener Gönner. Nein, diese Fortentwicklung führt zu nichts! Das trojanische Pferd innerhalb Europas ist Gottlob in alle Windrichtungen verstreut und das soll dann auch besser so bleiben, wo wir doch schon genug damit zu tun haben, die Flüchtlingsströme abzuhalten, die aus der Fremde zu uns streben, um in unserem Paradies der Glückseligkeit ein freies Plätzchen zu ergattern.

Aber halt! Was hat denn das mit Evolution oder Zukunft zu tun? Das ist doch nur eine miesmacherische Bestandsaufnahme. Zugegeben, ein bisschen Zukunft steckt da drin, aber muss man dabei nicht größer denken? Muss man nicht einer wohlwollenden Fantasie die Türen öffnen und das Ganze positiv angehen? Hmmm! Offen gesagt, fällt mir das ein wenig schwer. Nur wer im Honigtopfe sitzt, vermag sich die nötige Blindheit anzueignen, mit der man sich ignorant, honiggoldfarbene Steifen auf den Glasrand der eigenen Illusionen zaubern kann. In so einem Mikrokosmos vermag man sich durchaus eine himmelblaue Zukunftsvorstellung auszumalen.

Nichts ist unmöglich, heißt dann die Devise und der Toyota wird sogleich zu einem lichtgeschwindigkeitsfähigem Vehikel, mit dem wir ruckzuck in eine bessere Welt hinüber beamen können. Das neue Paradies jenseits des Horizontes im roten Blau des Mars, oder einer anderen gemütlichen Erde, mit sauber Luft und blühenden Gärten. Ja, das Schlaraffenland rückt dabei in greifbare Nähe, allerdings nur für die, die es sich leisten können. Utopia, des Land in dem Renditen sprudeln, ein Ort der Ruhe und Behaglichkeit, wo Schönheit jedem wohlfeil gesonnen ist und der Mensch jugendfrisch einher stolziert, als Krone der eigenen Kreation. Man sucht sich sein Aussehen einfach in einem Katalog aus, wandelt sich nach Belieben und Neigung in dies oder jenes Geschlecht, zahlt mit Versprechen, die man nicht halten muss und darf, wenn man dazu Lust verspürt, gar einer Arbeit nachgehen, um eine Sinnbereicherung zu erfahren. Schulen gibt es nicht. Wikipedia ist direkt mit dem Gehirn verbunden und schafft stets den nötigen Durchblick. Sex ist auch nur ein Mittel gegen Langeweile, denn zur Vermehrung gibt es automatisierte Samenbanken, die mit einem Roboter verbunden sorglos neues Hauspersonal in der Petrischale produziert.

Na, die schöne heile Welt scheint mir dann doch ein wenig steinlos zu sein. Wer alles hat und nicht einmal stolpern kann, dem geht auch sonst so einiges verloren, was das wirkliche Mensch sein ausmacht. So ein Rückschritt zu Adamszeiten, wo die einzige, reizvolle Belustigung im Apfeldiebstahl bestand, bleibt dann doch hoffentlich nur eine geträumte Seifenblase.
« Letzte Änderung: Oktober 18, 2013, 17:48:36 Nachmittag von Emirades »
Wer Glück sucht
muß sich zuerst selbst finden.

Florida

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Re: Wo komme ich her und wo gehe ich hin?
« Antwort #2 am: Oktober 18, 2013, 16:52:10 Nachmittag »
Wie soll man auf solch umfassende, in sich geschlossene Logik einen Hebel zur Diskussion finden?
 "Zuviel Schminke und sonstige Verschönerung ist vielleicht unzulässige Kritik am Schöpfer." - brachte mich zum Schmunzeln, da es nicht nur für Frauen, sondern auch für eine gewisse Spezi von Mann gilt!
Aber ernsthaft: Evolution bedeutet nichts weiter als "Experimente der Natur, die sich als vorteilhafter gegenüber anderen erweisen und sich durch Vererbung  quantitativ durchsetzen." Dies ist meine ureigenste Definition, da die Natur mich selbst und meinem Sohn für solch ein Experiment auserkoren hat und dies die beste, erhabenste Wortschöpfung seit "Mißbildung" ist.
Ich erwähne nebenher, daß ich rechts einen angeborenen grauen Star habe und mein Sohn eine Hypospadie ersten Grades.
Natürlich ist es doof, den von einem rechts Sitzenden jedesmal die Nase zudrehen zu müssen, um ihn mit Links scharf zu sehen, aber man gewöhnt sich dran ab Kleinkindalter. Und wenn sich das in der Evolution fortsetzt, haben alle Menschen in zig Tausend Jahren nur ein Auge. Und ich wäre dafür die "Urmutter" - ist doch eine tolle Vorstellung! Was sich die Natur bei meinem Soh gedacht hat....irgendwas ganz sicher. Ich habe ihn jedenfalls immer beteuert, wie stolz er sich fühlen muß, als Experiment von der Natur ausgewählt worden zu sein.
Und dies möchte ich auch all denen unter die Nase reiben, die von Geburt an irgendwie anders als andere sind - seid stolz darauf!
Leider können wir nicht abschätzen, kalkulieren, berechnen, was sich davon in einigen Tausend Jahren noch weiter vervollkommnet wiederfinden läßt und was verschwunden sein wird, um anderes hervorzubringen.

Und Don, wir kommen aus einer langen Experimetierreihe und wir sind nur ein Steinchen in einer unendlich langen vor uns.
Keine Ahnung, ob es hinten letztendlich zischt, knallt, blauer Nebel aufsteigt oder das gesamte Experiment letztendlich in die Luft fliegt....soweit reicht unser begrenztes Gehirn nicht aus, das wir eh in seiner Gesamtleistung noch nicht voll zu nutzen, strapazieren verstehen.

Und Du stellst eine solch schwierige Frage!

Offline kunstmalerdon

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Re: Wo komme ich her und wo gehe ich hin?
« Antwort #3 am: Oktober 30, 2013, 09:54:36 Vormittag »
Emirades, ich habe mir Deinen Beitrag hier noch mehrmals durchgelesen. Du schreibst sehr interessant und auch schön blumig ausgeschmückt, wo es nötig ist. Es entsteht ein Wohlgefühl selbst verstanden worden zu sein und gleichzeitig  die "Aha-Effekte" nicht zu versäumen, wenn ich begierig bin weiterzulesen.
So macht es mir richtigen Spaß!
Inhaltlich hast Du selbst schon geschrieben, dass Du hier eine eher kritische Bestandsaufnahme gemacht hast, aber es stecken schon ermunternde Ansätze darin.
Ich könnte mir schon vorstellen, dass es z. B. sehr wohl möglich sein könnte, in unserer Evolution eigene "Ersatzkörperteile" im jeweils gerade benutzten Körper zu züchten. Dann könnten die Anpassungsschwierigkeiten vernachlässigbar klein sein.
Außerdem könnte es doch auch möglich sein, gezielte Abwehrkräfte  sozusagen höchstpersönliche Medikamente im eigenen Körper entstehen zu lassen gegen gerade aufgetretene Störungen anstatt fremdhergestellte  Medikamente zu nehmen.
Und vielleicht könnte ich auch, wenn ich es grade empfinden möchte, so eine Art von Farbrausch entstehen lassen, wie er in den diversen Photoprogammen angeboten wird. Mein Sonnenaufgang heute morgen beim Hundespaziergang wollte ich gern in Violett - Rosa - Kobaltblau verlaufend erleben. Alleine mit meiner Vorstellungskraft war das heute Morgen für mich nicht möglich.
Aber immerhin kann ich ihn vielleicht nachher noch mit meiner Malerei nachempfinden.
Hast Du nicht auch noch ein paar Vorschläge?
Don
kunstmalerdon

 

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