Autor: kunstmalerdon Thema: Utopia  (Gelesen 2929 mal)

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Offline kunstmalerdon

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Utopia
« am: April 09, 2009, 10:09:40 Vormittag »
Ich stelle mir grad vor:
Ich bin allein in die Berge gefahren, von einer Schlange gebissen worden und ohnmächtig geworden. Nach einiger Zeit komme ich wieder zu mir, stelle fest ich bin o.k. und fahre wieder zurück. Dabei bemerke ich, dass in der Zeit meiner Bewußtlosigkeit Entscheidendes geschehen sein muss. Die Menschen sind alle tot. Sie sind von einem Augenblick auf den anderen gestorben. Manche sitzen noch in ihren Autos nach einem Zusammenstoß, andere sind im Bett gestorben. Aber alles andere ist wie vorher. Alle Tiere leben noch, Kühe schreien in den Ställen. weil sie schon einige Tage nicht gemolken wurden, aus den Zoos sind noch keine ausgebrochen, aber das kommt sicher noch. Alle Gebäude stehen noch, wiewohl an manchen Stellen Brände sich ausbreiten von Autounfällen oder sonstwie entstanden.
Ich weiß nicht woher die Umstände kommen. Es ist einfach so.
Ich habe mir erst einmal  aus einem Autoladen einen geländegängigeren Wagen besorgt. Wasser aufgeladen und die nötigsten Lebensmittel, ich will auch noch einen Waffenladen suchen, weil mir die Tiere doch gefährlich werden könnten. Und dann, nachdem ich mich überzeugt habe, dass auch meine Familie nicht mehr lebt, werde ich mich mir einen möglichst sicheren Platz suchen, um erst einmal weiterleben zu können.
An den nächsten Tagen habe ich festgestellt, dass doch einige andere Menschen ebenso wie ich überlebt haben müssen. Ich habe von weitem jemanden einen Supermarkt besuchen gesehen. Vermutlich ein Kind. Vorsichtigerweise habe ich mich erst einmal ferngehalten, aber es hat mich schon gereizt Kontakt aufzunehmen, denn ich weiß immer noch nicht was geschah und was für Folgen hatte es genau. Elektrik ist zusammengebrochen, Telefone tot.

Ich bin jetzt erst einmal auf mich selbst angewiesen.

Was würdest Du an meiner Stelle tun? Kannst Du mir für die nächsten Tage mit konkreten Vorschlägen helfen? Selbst weiterleben?
Wie Kontakt aufnehmen? Eventuell einen neuen Lebenspartner suchen? Eine neue zunächst kleine Gemeinschaft aufbauen, wegen der Sicherheit?
Wie sollte die organisiert sein? Sollte es einen "Führer" geben? Würdest Du der sein wollen oder können? Soll man Kinder in dieser Welt bekommen? Was sollten die lernen? Was für eine Religion? Wenn ich da selbst nicht etwas initiiere, könnte es wegen der Ausnahmesituation sehr bald unerwünschten "Wildwuchs" geben. Ach, ich weiß noch nicht, wie es weitergehen kann.
Weißt Du es?
kunstmalerdon

mona1231

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Re: Utopia
« Antwort #1 am: April 11, 2009, 20:06:38 Nachmittag »
 :gf:

All die Dinge, die du bis jetzt gemacht hast, würde ich auf jeden Fall auch tun.
Auf jeden Fall würde ich das Kind zu mir nehmen, weil es sicher traumatisiert ist und sich sehr, sehr einsam fühlt.
Dann würde ich mir eine adäquate Bleibe suchen in einer Gegend, die mir gefällt und in der man einen Garten anlegen kann, die Witterungsverhältnisse nicht allzu extrem sind und vorher nicht so sehr stark besiedelt war. Wir dürfen ja nicht vergessen, dass die Leichen noch entsorgt werden müssen.
Wenn ich mich mit dem Kind eingerichtet habe, würde ich mich nach anderen Überlebenden umsehen, in der Hoffnung es sind Gleichgesinnte.
eine neue Gemeinschaft wäre mir schon lieb, weil ich nicht allein leben möchte.
Allerdings sollte kein Führer gesucht werden, ich möchte eine Anarchie.
Ich würde das als Chance betrachten, noch einmal von vorn anfangen zu können, und die Anarchie ist die einzige Gesellschaftsform ohne Hierarchie. alle haben gleiche Rechte und Pflichten.
Kinder werde auf jeden Fall wiedere geboren, weil das Leben einen Weg finden wird und Kinder sind Hoffnung.

Offline kunstmalerdon

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Re: Utopia
« Antwort #2 am: April 11, 2009, 20:34:43 Nachmittag »
Ich  wollte mit jedem Kontakt erst noch vorsichtig sein, weil ich irgendwelche Krankheits-Überträger ausschliessen wollte, aber dann wollte ich mir zum Schutz noch einen Hund suchen.
Ich bin mir auch noch unsicher über die Form eines möglichen weiteren Zusammenlebens, aber in solche einer Katastrophe könnte ich mir eher einen Diktator auf Zeit als eine Demokratie vorstellen.
Ich möchte aber nicht der "Befehlsgeber" sein.
Don
kunstmalerdon

Offline Teufelchen

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Re: Utopia
« Antwort #3 am: April 11, 2009, 21:05:10 Nachmittag »
........... das war sicher auch ein von Gott gewolltes Ereignis - also wird ER dir auch deine Wege lenken und dir zu verstehen geben, was du zu tun und zu lassen hast.

Geh nach Hause, suche deine Lieben - und kümmere dich um sie - insofern sie noch da sind.
Und dann lebe weiter - was anderes kannst du nicht tun.
Gott wird immer bei dir sein. Vertraue auf dein Bauchgefühl und auf deine Eingebungen.

Wenn nur so wenige überlebt haben, wie du schilderst, gibt es auch noch keinen Anarchismus - du kannst der neue Führer sein und die wenigen Überlebenden um dich scharen und sie leiten - bildet ein Team, kümmert euch um das Nächstliegende. Besonders in Überlebenssituationen hat es sich erwiesen, dass die Menschen zueinander stehen und unbedingt zuverlässig sind und werden - miteinander/füreinander.

Und dann hoffe und vertraue darauf, dass Gott alles richtig macht - so, wie er es schon immer gemacht hat! ☼
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Offline kunstmalerdon

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Re: Utopia
« Antwort #4 am: April 11, 2009, 21:52:30 Nachmittag »
Danke für Deine lieben Worte, aber meine Frage war nach konkreten Vorschlägen, wie Du Dich in solchen Situationen verhalten würdest.
Es wäre doch die Chance zur Verwirklichung eines neuen Utopia, Adam und Eva wenn auch nicht ganz von vorn. Und ausserdem  mit dem Rest vom vorigen Fehlversuch. Wie gehst  D U  damit um? Das möchte ich gern wissen.
Danke!
Don
kunstmalerdon

Offline Teufelchen

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Re: Utopia
« Antwort #5 am: April 11, 2009, 22:05:42 Nachmittag »
Danke für Deine lieben Worte, aber meine Frage war nach konkreten Vorschlägen, wie Du Dich in solchen Situationen verhalten würdest.
Es wäre doch die Chance zur Verwirklichung eines neuen Utopia, Adam und Eva wenn auch nicht ganz von vorn. Und ausserdem  mit dem Rest vom vorigen Fehlversuch. Wie gehst  D U  damit um? Das möchte ich gern wissen.
Danke!
Don

Ich würde also erst mal nach meinen Angehörigen forschen - dann das Lebensnotwendigste, um nicht zu verhungern, suchen.
Sollte es verstrahlt oder anderweitig toxisch sein - nun, dann sterb ich halt - war wohl so im Plan ...

Wenn nicht, beginne ich beim Kleinen - Holzhacken, Feuermachen, Beeren suchen, Tiere fangen und essen - so wie die Pfadfinder, schare meine Leute um mich, jeder soll das machen, was er am besten kann - und dann fangen wir nochmals von vorne an - wie Adam und Eva ...

Ist wirklich Utopia - aber wie wär es denn auf einer einsamen Insel, so wie Robinson - da muss dir ja auch was einfallen - und der Mensch ist zum Überleben geschaffen!

Und es geht immer weiter ............  ;)
« Letzte Änderung: April 11, 2009, 22:07:14 Nachmittag von Xanthippe »
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Offline Sternenfee

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Re: Utopia
« Antwort #6 am: April 12, 2009, 15:49:41 Nachmittag »
Ich würde als erstes mal das Kind zu mir nehmen, denn das darf man in so einer Situation nicht im Stich lassen. Dann würde ich sehen, mich mit dem Notwendigsten zu versorgen und danach versuchen, evtl Angehörige zu finden. Sofern diese noch da wären, wäre es klar, sich erst einmal mit denen zusammen zu schließen. Ansonsten würde auch ich versuchen, mich mit anderen Menschen zusammen zu schließen. Alleine ist das Durchkommen viel schwieriger. Ein Hund wäre vermutlich sinnvoll, und da ich einen sehr guten Draht zu Hunden habe, wohl auch kein Problem. Einen Führer bräuchte so eine Gruppe meines Erachtens nach schon. Wenn sich kein Besserer findet, würde ich es mir durchaus zutrauen. Da ich per se nicht für Religionen bin, würde ich selbst mit Sicherheit keine gründen. Vielleicht würde man es in einer überschaubaren Gemeinschaft ja tatsächlich schaffen, nach dem berühmten Motto "jeder soll nach seiner Facon glücklich werden" zu leben. Und dann würde ich versuchen, mit Hilfe des in der Gemeinschaft verfügbaren Wissens wieder aufzubauen, was möglich ist. Also Behausungen, möglichst zuverlässige Nahrungsversorgung, etc.

Offline kunstmalerdon

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Re: Utopia
« Antwort #7 am: April 12, 2009, 18:39:16 Nachmittag »
Nehmen wir bitte mal an, die Anzahl der Menschen in der Millionenstadt Berlin wären vielleicht 50 Überlebende. Wer soll die Kinder unterrichten? Vor allem, was soll unterrichtet werden? Ganz konkret: Wahrscheinlich Jagen mit dem Bogen, Feuermachen  womit?  Was ist essbar? Schutz gegen andere Gruppen? Viele dürften wahnsinnig geworden sein durch solche Katastrophen. In die Gruppe aufnehmen, oder die Gruppe schützen? Was tun gegen die Leichen? Tiere sind inzwischen sicher schon eine Gefahr. Auch eine Rattenplage ist sicher.
Versucht doch mal ganz konkrete Lösungen vorzuschlagen für solch alltägliche Dinge. Es gibt doch keinen Strom mehr. Noch gibt es in den Kaufhäusern Kerzen, aber wielange? Kann man noch in der Stadt wohnen bleiben? Da gibt es Nachschub für einige Zeit. Aber eben auch viel Gefahr.
Bitte entwickelt doch mal eure Ideen weiter.
Don
kunstmalerdon

Offline Teufelchen

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Re: Utopia
« Antwort #8 am: April 12, 2009, 19:10:47 Nachmittag »
Denk an den Wiederaufbau nach dem Krieg - z.B. in der Stadt München, die total zerstört war. Da kamen die Trümmerfrauen und haben Stein um Stein gesammelt und es wurde langsam aber stetig alles wieder aufgebaut.

Aus den Vorräten der Supermärkte und Kaufhäuser kann man überleben - alles Tiefgekühlte muss vorrangig verzehrt werden um nicht zu große Verluste zu haben; Feuer machen ist ja das Grundwissen unserer Vorfahren - Feuerschlagen oder durch Reibung.

Als einzelner Mensch ist man ja nur an einem Ort - da es keine Fahrzeuge mehr gibt (Benzin ...) - außer Fahrrädern - muss man sich also auf einen Umkreis von 5 km beschränken.
Und so fängt man eben in seiner kleinen Umgebung an mit dem Allernotwendigsten - Essen, Hygiene, Wärme, Kleiden - man sucht sich zusammen, was noch da ist.

Tote muss man begraben - da sonst Epedemien ausbrechen - also Schaufeln hervor und in den Wäldern die Toten beisetzen. Die überlebenden Ärzte sind gefordert - Medikamente sicherstellen aus übriggebliebenen Arsenalen - Kinder unterrichtet man erst mal privat, jeder die eigenen.

In solchen Grenzerfahrungen haben die Menschen Überlebensideen, die man so - in Friedenszeiten - gar nicht ahnt.
Und - es geht immer weiter - sagte ich ja schon mal.....
kommt Zeit - kommt Rat
« Letzte Änderung: April 13, 2009, 10:22:34 Vormittag von Xanthippe »
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Re: Utopia
« Antwort #9 am: April 12, 2009, 20:36:30 Nachmittag »
Hier noch ein Beitrag des großen italienischem Meisters Machiavelli zu diesem Thema .......



Nicht ist schwieriger zu vollenden,
noch zweifelhafter des Erfolges,
noch gefährlicher durchzuführen,
als die Führung zu übernehmen bei der
Einführung einer neuen Ordnung der Dinge.

Denn der Einführende hat zu Feinden
alle die von der alten Ordnung profitieren,
aber nur halbherzige Unterstützung von denen,
die von der neuen Ordnung profitieren würden.

Diese Halbherzigkeit entsteht
zu einem Teil aus der Angst vor den Gegnern,
welche die bestehenden Gesetze auf ihrer Seite haben,
und zu einem Teil aus dem Mißtrauen der Menschen,
die nicht wirklich an etwas Neues glauben,
solange sie es nicht aus eigener Erfahrung kennen.

Niccolo Machiavelli,
Il Principe, 1513


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Augusta945

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Re: Utopia
« Antwort #10 am: April 13, 2009, 08:16:48 Vormittag »
Zuerst mal einen Supermarkt plündern und alles mitnehmen, was man in der Wildnis braucht: Lebensmittel, Kerzen und in der Campingabteilung Propangas und Kocher, Grillkohle, Kaffee, Süßigkeiten und auch Zigaretten, falls Du Nichtraucher bist (Tauschgut). Bücher wären auch zu empfehlen. Dosenöffner nicht vergessen! Und dann ab in den Wagen und nach einem Bauernhof suchen, denn in der Stadt wird es sehr bald stinken wie die Pest. Und vielleicht haben sich auf einem Bauernhof ja bereits ein paar Menschen zusammen gefunden, die bestimmte Fertigkeiten haben und gemeinsam könnt ihr daran arbeiten mit der Zeiit autark zu werden.

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Re: Utopia
« Antwort #11 am: April 21, 2009, 19:51:01 Nachmittag »
Lieber Don,

ein interessantes Szenario. Falls Du ihn nicht ohnehin schon kennst, empfehle ich Dir dazu den Roman "Schwarze Spiegel" (1951) von Arno Schmidt, der sich auf literarisch ebenso gespenstische wie kunstvolle Weise mit just einer solchen Situation, wie Du sie schilderst, brilliant auseinandersetzt.

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Re: Utopia
« Antwort #12 am: April 22, 2009, 23:35:50 Nachmittag »
Danke für die Empfehlung. Werde ich also bakd kennenlernen!
Don
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Re: Utopia
« Antwort #13 am: Januar 09, 2011, 13:27:57 Nachmittag »
- Zunächst mal mit dem besorgten Fahrzeug das Gelände nach einer strategisch sicheren Stelle absuchen. (nähe Tankstelle wäre sicherlich vernünftig)
- Dann Bibliothek Bücher über alle die Bereiche, in denen ich schwach bin besorgen (Bauanleitungen für alles mögliche usw)
- Baumarkt besuchen und Werkzeuge sicherstellen.
- Da die Tiere noch leben dürfte weder das Wasser noch die Luft in irgendeiner Form gefährlich sein - also trinken und atmen ist unbedenklich.
- Krankenhaus für Instrumente, Apotheke für Arznei aufsuchen.
- Standort sichern
- Leichen entsorgen - verbrennen ist wohl angebracht
- zunächst nur verschlossene Lebensmittel horten und verzehren
- versuchen persönliche Kontakte mit Überlebenden herzustellen, das Kind ist ein Anfang
- Falls Gruppe zusammenkommt gemeinsam Prioritäten festlegen und für Bereiche je nach Eignung Führung
festlegen
- Hierarchien ergeben sich von selbst, da das Wissen und die Ausbildung der Einzelnen Unterschiede von vorneherin festlegt
- im Grunde auf der Basis der anerkannten Menschenrechte einen Verhaltenskodex festlegen
- Fanatismus und Ausschliesslichkeit in religiösen Fragen auf das schärfste unterbinden
- von Anfang an Aufzeichnungen über Paarungen und Inzucht vermeiden

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Re: Utopia
« Antwort #14 am: Januar 10, 2011, 16:08:30 Nachmittag »
Ich stelle mir grad vor:
Ich bin allein in die Berge gefahren, von einer Schlange gebissen worden und ohnmächtig geworden. Nach einiger Zeit komme ich wieder zu mir, stelle fest ich bin o.k. und fahre wieder zurück. Dabei bemerke ich, dass in der Zeit meiner Bewußtlosigkeit Entscheidendes geschehen sein muss. Die Menschen sind alle tot. Sie sind von einem Augenblick auf den anderen gestorben. Manche sitzen noch in ihren Autos nach einem Zusammenstoß, andere sind im Bett gestorben. Aber alles andere ist wie vorher. Alle Tiere leben noch, Kühe schreien in den Ställen. weil sie schon einige Tage nicht gemolken wurden, aus den Zoos sind noch keine ausgebrochen, aber das kommt sicher noch. Alle Gebäude stehen noch, wiewohl an manchen Stellen Brände sich ausbreiten von Autounfällen oder sonstwie entstanden.
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Ich habe mir erst einmal  aus einem Autoladen einen geländegängigeren Wagen besorgt. Wasser aufgeladen und die nötigsten Lebensmittel, ich will auch noch einen Waffenladen suchen, weil mir die Tiere doch gefährlich werden könnten. Und dann, nachdem ich mich überzeugt habe, dass auch meine Familie nicht mehr lebt, werde ich mich mir einen möglichst sicheren Platz suchen, um erst einmal weiterleben zu können.
An den nächsten Tagen habe ich festgestellt, dass doch einige andere Menschen ebenso wie ich überlebt haben müssen. Ich habe von weitem jemanden einen Supermarkt besuchen gesehen. Vermutlich ein Kind. Vorsichtigerweise habe ich mich erst einmal ferngehalten, aber es hat mich schon gereizt Kontakt aufzunehmen, denn ich weiß immer noch nicht was geschah und was für Folgen hatte es genau. Elektrik ist zusammengebrochen, Telefone tot.

Ich bin jetzt erst einmal auf mich selbst angewiesen.

Was würdest Du an meiner Stelle tun? Kannst Du mir für die nächsten Tage mit konkreten Vorschlägen helfen? Selbst weiterleben?
Wie Kontakt aufnehmen? Eventuell einen neuen Lebenspartner suchen? Eine neue zunächst kleine Gemeinschaft aufbauen, wegen der Sicherheit?
Wie sollte die organisiert sein? Sollte es einen "Führer" geben? Würdest Du der sein wollen oder können? Soll man Kinder in dieser Welt bekommen? Was sollten die lernen? Was für eine Religion? Wenn ich da selbst nicht etwas initiiere, könnte es wegen der Ausnahmesituation sehr bald unerwünschten "Wildwuchs" geben. Ach, ich weiß noch nicht, wie es weitergehen kann.
Weißt Du es?


Lieber Don, dazu empfehle ich Dir wärmstens den faszinierenden und unheimlichen Roman "Schwarze Spiegel" von Arno Schmidt.
Darin ist Dein Szenario, wenngleich mit etwas bitterem, kulturpessimistischem Hintergrund, in einer interssanten solipsistischen Innenreflexion des Erzählers eingefangen.
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